DVD-Rezension: Aquarius, Staffel 1

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Lose basierend auf der Lebensgeschichte des Massenmörders Charles Manson, ging die NBC - Krimiserie "Aquarius" am 28. Mai 2015 erstmalig in den USA auf Sendung. Und während "Aquarius" im Sommer 2016 in den USA bereits in die zweite Runde starten wird, wurde die Dramaserie in Deutschland ab dem 7. Januar 2015 bisher nur auf dem Pay-TV Sender Sky Atlantic HD ausgestrahlt. Neben David Duchovny, dem Zugpferd der Serie, die seit dem 23. Mai 2016 in Deutschland auf DVD und Blu-ray im Handel ist, gibt es im Hauptcast mit Gethin Anthony, Grey Damon, Claire Holt, Michaela McManus und Brian F. O'Byrne viele weitere bekannte Seriengesichter in "Aquarius" zu entdecken.

Inhalt

Foto: Tara Lynne Barr, Gethin Anthony & Emma Dumont, Aquarius - Copyright: KSM GmbH
Tara Lynne Barr, Gethin Anthony & Emma Dumont, Aquarius
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Während im Jahre 1967 in Los Angeles die Hippie-Bewegung in vollem Gange ist, verschwindet plötzlich die 16-jährige Emma Karn (Emma Dumont) nach einer Party spurlos. Gegen den Willen ihres Mannes Ken (Brian F. O'Byrne), der angeblich auf Grund seiner Karriere großes Aufsehen vermeiden möchte, bittet Emmas Mutter Grace (Michaela McManus) ihren alten Freund den Kriegsveteran und LAPD-Sergeant Sam Hodiak (David Duchovny) um Hilfe. Gemeinsam mit dem Undercover-Cop Brian Shafe (Grey Damon) findet Hodiak heraus, dass sich Emma in einer Hippie-Kommune aufhält und in die Fänge des, zu dem Zeitpunkt noch relativ unbekannten, Charles Manson (Gethin Anthony) geraten ist. Doch ist es wirklich Zufall, dass Emma den Weg zu Charly gefunden hat und was hat ihr Vater Ken mit der ganzen Sache zu tun? Während Hodiak versucht, Emma zu ihren Eltern zurückzubringen, häufen sich weitere Verbrechen, die Hodiak, Shafe und Manson immer wieder zusammen führen.

Rezension

Foto: David Duchovny, Aquarius - Copyright: KSM GmbH
David Duchovny, Aquarius
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Als eingefleischter Serienfan ereilt einen wohl irgendwann immer das bittere Schicksal, nicht mehr so wirklich komplett überrascht werden zu können oder zumindest lange danach suchen zu müssen. Denn seien wir ehrlich, mit der Zeit wird es immer schwieriger, Serien zu entdecken die einen noch mit einer völlig neuen Thematik oder einem besonders ausgefallenen Erzählstil verblüffen können. Denn irgendwie erinnert einen doch alles meistens an etwas, was man irgendwie, irgendwann in der Art schon Mal gesehen hat. Doch dann gibt es da Serien wie "Aquarius". Innovativ, überraschend und so unerwartet anders. "Aquarius" spielt in den späten sechziger Jahren, mitten in der Bewegung der Flower-Power-Zeit, der Gründung der Black-Panther-Party und der Anfangszeit, in der der spätere Massenmörder Charles Manson seine "Family" um sich scharte. Zum einen ergibt sich daraus ein herrliches 60er-Jahre-Setting, das aber anders als in manch ähnlichen Produktionen endlich mal nicht komplett verklärt und romantisiert wird. Denn auf die gängigen Floskeln wie "Make love, not war" wird hier weitestgehend verzichtet und die Hippie-Zeit auch von ihrer Schattenseite thematisiert und das nicht nur in Bezug auf die Manson Family, die ja schon häufiger Mittelpunkt diverser Verfilmungen war. Den Machern von "Aquarius" ist hier aber eine tolle neue Verflechtung verschiedener Genres und Storylines gelungen. Ich gebe zu, die Mischung aus der Manson-Story und die des eigentlichen Hauptakteurs, dem Cop Sam Hodiak, wirkt am Anfang verwirrend und lässt einen oftmals fragen, wo die ganze Handlung überhaupt hin will, läuft aber schließlich zu einer tollen runden Sache, die verschiedene Blickwinkel auf diese Zeit zulässt, zusammen.

Foto: David Duchovny & Gethin Anthony, Aquarius - Copyright: KSM GmbH
David Duchovny & Gethin Anthony, Aquarius
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Neben der unglaublich packenden und mitreißenden Story, lebt die Serie aber tatsächlich durch ihre teilweise grundverschiedenen, aber wahnsinnig interessanten, Charaktere. Denn es ist unglaublich spannend zu beobachten wie sich die einzelnen Rollen weiterentwickeln, hier und da mal aufeinander treffen und den Zuschauer immer wieder überraschen. Ganz klar ist es natürlich besonders interessant, die Entwicklung rund um die Manson Family zu beobachten und zu sehen, wie sich der Charakter Charly, großartig dargestellt von Gethin Anthony, hin zu dem Mann entwickelt, der er später mal sein wird. Da "Aquarius" in der Zeit ansetzt, in der der wahnsinnig manipulative Manson noch begann seine Anhänger um sich zu scharen, bekommt man als Zuschauer einen Einblick, wie sich das Ganze langsam entwickelt haben könnte. Hier muss man aber dazu sagen, dass die einzelnen Charaktere zwar teilweise auf reale Personen basieren und diverse tatsächlich passierte Eckdaten aufgegriffen werden, letztendlich aber das meiste in "Aquarius" natürlich reine Fiktion ist. Trotzdem wurden, neben Charles Manson, mit seinen Anhängerinnen Sadie (Ambyr Childers), Katie (Tara Lynne Barr) und Schwester Mary (Abby Miller) weitere Personen, die auch alle an den später passierenden Morden, wie dem bekannten Tate-LaBianca-Mord, beteiligt waren, in die Serie involviert. Zusätzlich hat man mit der 16-jährigen Emma eine Verbindung zu Sam Hodiak geschaffen und somit vier unterschiedliche Frauen in den Vordergrund gestellt, die Charly voll und ganz verfallen waren. Als Zuschauer ist man gleichermaßen fasziniert, wie auch abgestoßen davon, mit welcher mentalen Sicherheit diese vier unterschiedlichen Frauen ihrem Anführer Charly blind folgen und es ist unglaublich interessant mit anzusehen, wie sich das Ganze entwickelt. Und während die Hauptperson Emma mir persönlich noch etwas zu schwammig war, konnte besonders der Charakter Sadie nicht nur durch seine unglaubliche Vielschichtigkeit, sondern auch durch die herausragende Darstellung von Ambyr Childers, punkten. Auch wenn einem, als Frau der heutigen Zeit, diese wahnsinnig naive Unterwürfigkeit von Charlys Anhängerinnen schon fast körperlich weh tut. Den absolut konträren Gegensatz dazu, schafften die Macher von "Aquarius" dagegen mit Hodiacs Kollegin Charmain Tully, gespielt von der zauberhaften Claire Holt. Die taffe Charmain spiegelt den völligen Gegenpol zu Mansons devoten Anhängerinnen und muss sich als einzige Frau auf dem Revier in einer absoluten Männerdomäne behaupten. Zusammen mit Hodiak und Shafe, die beide vom Charakter her nicht weniger gut profiliert wurden als Manson, ergibt die komplette Story rund um die Polizeiarbeit Ende der 60er Jahre ebenfalls eine runde Sache und es macht unheimlichen Spaß zu sehen wie Hodiak und Shafe langsam zu einem Team zusammenwachsen.

Specials

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Das Bonusmaterial auf der DVD kann sich durchaus sehen lassen und neben einem Episodenführer, der sich in dem Digipack befindet, findet man auf der letzten DVD folgende Specials:

  • Interviews mit David Duchovny, Gethin Anthony, Grey Damon, Claire Holt, Emma Dumont und Carlos Barboso (Produktionsdesigner)
  • Webisodes
  • Featurette
  • Bildergalerie


Während sich unter dem Menüpunkt "Featurette" ein eher klassisches Making-Of vom Dreh befindet, sind die Specials "Interviews" und "Webisodes" besonders sehenswert. In den Interviews werden die Schauspieler zu ihrer Sicht auf die Serie und die Charaktere befragt. Besonders interessant wird das Ganze dadurch, dass den Darstellern oftmals die gleichen Fragen gestellt werden, was die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Serie, der verschiedenen Schauspieler hervorhebt. Ebenfalls anschauen sollte man sich die vier kurzen Webisodes, die vor der Serie spielen und sich komplett auf Charly Manson fokussieren und zeigen wie er seine drei treuesten Anhängerinnen Schwester Mary, Sadie und Katie kennengelernt hat.

Technische Details

Erscheinungstermin: 23. Mai 2016
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 567 Spielminuten (13 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch

Fazit

Ich gebe zu, dass "Aquarius" etwas braucht, um in Fahrt zu kommen. Doch wer dran bleibt, wird mit einer außergewöhnlichen Serie belohnt, die mich, mit einem großartigen Mix aus spannender Handlung, herrlich interessanten Charakteren und großartigen Schauspielern absolut überzeugen konnte.

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Nina V. - myFanbase

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