Bewertung: 9

Review: #6.16 Family Meeting

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Letzte Woche mussten wir Abschied von Miguel nehmen und auch diese Episode zeigt, dass der Abschied von Rebecca auch nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt. Diese Episode zeigt aber auch, warum die Big Three die beste Entscheidung bezüglich ihrer Mutter treffen wollen. Sie zeigt aber auch, was Rebecca so besonders als Mutter gemacht hat und immer noch macht und sie zeigt auch, warum "This Is Us" (fast) immer ins Herz trifft und zu berühren weiß.

Mom was magic

In Episode #3.18 Rebecca wurde uns ein Flashforward geboten, der aufgezeigt hat, dass sich der Gesundheitszustand von Rebecca so sehr verschlechtert, dass sie nicht nur bettlägerig sein wird, sondern wir uns auch von ihr verabschieden müssen. Als ich diese Szene zum damaligen Zeitpunkt gesehen habe, dachte ich mir zwei Dinge: a) wann wird das passieren und b) es wird noch dauern, bis es soweit ist. Tja, solange hat es dann doch nicht gedauert, denn wir sind in der finalen Staffel und kurz vor dem Serienfinale und was soll ich sagen? Die Zeit ist geflogen und das zeigt uns auch diese Episode.

Schon öfters haben wir in Flashbacks miterleben dürfen, wie einfühlsam und großartig Rebecca als Mutter damals und auch später gewesen ist und trotzdem kommt genau bei diesen Flashbacks, die uns jetzt geboten worden sind, ein Gefühl in mir auf, welches ich kaum beschreiben kann. Natürlich hat dieses Gefühl mit dem baldigen Abschied Rebeccas zu tun, denn es wird einem praktisch nochmals vor Augen geführt, dass Rebecca so schwer von ihrer Krankheit gezeichnet ist, dass sie wie ein völlig anderer Mensch wirkt, aus dem sämtliches Leben gewichen zu sein scheint und sie fast nur noch ein Schatten ihrer Selbst ist. Aber mir kam es so vor, als würde ich die junge Rebecca mit anderen Augen sehen. Mit Augen, die sie mir nicht als Mutter zeigen, sondern als eine unglaublich starke, weise und empathische Frau, die man gerne so in Erinnerung behalten möchte. Und genau das wollen auch die Big Three, jede*r auf seine*ihre Art und Weise.

Gerne möchte ich hier mit Randall beginnen. Nachdem Rebecca ihre Entscheidung offengelegt hat, dass sie Kate als Vormund bestimmt, wurde auch deutlich, dass Randall mit dieser Entscheidung ganz und gar nicht einverstanden ist. Ich hätte aber gedacht, nachdem Rebecca ihm erläutert hat, warum sie eben so entschieden hat, wie sie es nun mal tat, hätte er das akzeptiert. Ich kann auch verstehen, dass er nur das Beste für seine Mutter will und dass er, nachdem sie ja immer mehr abbaut, findet, dass er ihre Entscheidungen überdenken muss. Ich frage mich aber auch, ob er letztlich auch wirklich damit hätte leben können, wären seine Geschwister und vor allem Beth seinem Wunsch nachgekommen, sie nach Phildelphia zu holen. Deswegen fand ich es auch wirklich gut, dass Kevin ihn an Rebeccas Bitte erinnert hat – dass man sein eigenes Leben für sie nicht kürzen soll – denn genau das war ja auch der Grund, warum sie sich gegen Randall entschieden hat, weil dieser sein eigenes Leben für sie schon genügend zurückgestellt hat. Beths Weisheit gefällt mir auch immer wieder, denn sie kann ihrem Mann die Perspektive aufzeigen, die er durch seinen Tunnelblick nicht sehen kann. Denn weder Kevin noch Kate sind noch immer die gleichen, wie sie vielleicht in ihrer Teenagerzeit oder zu Beginn der Serie gewesen sind und ich bin froh, dass das nicht nur durch Beth erkannt wurde, sondern auch durch die Details, die die Veränderungen von Kevin und Kate gezeigt haben.

Ich glaube, bei Kevin ist diese Veränderung oder eher Weiterentwicklung am deutlichsten zu erkennen. Sehr passend fand ich vor allem den Flashback, nachdem er Kate abgefüllt hat und von Rebecca eine Ansage bekommen hat. Bereits in der Miguel-Episode wurde ja deutlich, dass Kevin seine Fehler aus der Vergangenheit wieder gut machen will und gerade bei Rebecca war dies noch viel mehr zu erkennen. In gewisser Weise hat in meinen Augen auch Kevin einen Tunnelblick, denn es ist unumstritten, dass er mehr gute Dinge für Rebecca getan hat, als dass er ihr nur das Haus gebaut hat. Ich kann aber auch nachvollziehen, warum er 'nur' den Hausbau erwähnt hat, denn es war ja sozusagen die letzte Bitte an ihn, die sie getroffen hat, als sie noch geistig dazu in der Lage war und wahrscheinlich hat es sogar auch etwas mit Jack zu tun. Kevin war damals nicht da, als das Haus gebrannt hat und fühlt sich vielleicht noch immer schuldig, weshalb der Hausbau und die Tatsache, dass er seine Mutter nicht aus einer vertrauten Umgebung reißen wollte, überwogen hat. Somit kann ich auch verstehen, dass er ein langes Gespräch mit Sophie geführt hat und diese erkannt hat, wie wichtig es für Kevin ist, das für seine Mutter zu tun.

Letztlich ist Kate diejenige, deren Stimme am meisten Gewicht hat. Ich fand es aber anfänglich auch erschreckend, wie mit Kate umgegangen worden ist, denn auch das war quasi eine Spiegelung zu den Flashbacks mit ihren Geschwistern, da sie von beiden eigentlich wieder in das Muster gedrängt wurde, aus dem sie eigentlich ausgebrochen ist. Genau deshalb hat mir das Telefonat mit Toby ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, denn er ist eben doch noch immer Teil ihres Lebens. Vor ihrer Scheidung hat er ihr ja vorgehalten, dass sie sich eigentlich nicht weiterentwickelt hat, was mich zu diesem Zeitpunkt echt sauer auf Toby hat werden lassen und jetzt ist er der Freund, der ihr die Rückenstärkung und die Zuversicht gibt, die sie braucht, um eine Entscheidung zu treffen, mit der sie leben kann und hier muss ich auch den Flashback erwähnen, der mich sehr berührt hat. Rebeccas Sichtweise darauf, dass Spätentwickler*innen irgendwann alle anderen hinter sich lassen, hat mir wahnsinnig gut gefallen, denn ich glaube, die Kernaussage ist hier, dass Kate sich alle Ideen und Vorschläge angehört und sich alles in Ruhe durch den Kopf gehen lassen hat und dann eine Entscheidung getroffen hätte, mit der sie vermutlich alle hätten leben können. Obwohl Phillip auch in dieser Episode eher eine Randfigur war, war sein Einwurf, dass sie Kate bei dieser Entscheidung helfen sollten, goldrichtig. Letztlich hat nämlich die ganze Familie Pearson eine Entscheidung getroffen und das führt mich eben auch zu dem Punkt, dass Rebecca Magie an sich und in sich hatte, denn sie hat bereits damals Dinge für ihre Kinder vorhergesagt, die jetzt eingetroffen sind und ich fand es wunderschön, die ganze Familie im Haus versammelt zu sehen, die harmonisch, ernsthaft, aber auch mit Humor eine der wohl wichtigsten Entscheidungen getroffen hat, die keiner von ihnen je bereuen wird.

Randnotizen

  • Ich finde es immer wieder erstaunlich, mit wie viel Feingefühl die Flashbacks und die Gegenwartsmomente zusammenpassen wie beispielsweise Kates Vorlesen oder wie Kevin seiner Mutter die Schuhe zugebunden hat.
  • Musste auch jemand so herzlich lachen, als Beth und Sophie Randall und Kevin imitiert haben? Ich hätte mir das noch länger ansehen können.
  • Endlich hat Tobys Freundin einen Namen: Laura.
  • Kevin stehen die grauen Haare durchaus gut.
  • Ich frage mich, was Rebecca Randall im Flashback ins Ohr geflüstert hat. Irgendwie kann ich mir nämlich nicht vorstellen, dass es (nur) etwas mit der Zahnfee zu tun hatte.
  • Ich hätte es zwar selbst nicht für möglich gehalten, aber ich finde Edie tatsächlich sympathisch und sie passt ziemlich gut zu Nicky. Die beiden sind zumindest auf einer Wellenlänge was den Humor angeht.
  • Als Randall Rebecca die Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen hat, hat mich ihr Lächeln an eine Szene aus dem Film "Still Alice" mit Julianne Moore und Kristen Stewart erinnert und da hieß es, dass man sich immer an die Liebe erinnern wird und ich denke, genau daran hat sich auch Rebecca in diesem Moment erinnert.
  • Ich wiederhole es gerne noch einmal: Gebt Mandy Moore endlich einen Emmy. Sie hat ihn absolut verdient!

Fazit

Es ist schwer, nicht daran zu denken, dass das Ende von "This Is Us" nun wirklich schon sehr laut anklopft, denn diese Episode hat erneut gezeigt, dass auch Rebeccas Abschied kurz bevorsteht und sich nun alles zusammenfügen wird. In beiden Zeitebenen war Mandy Moore großartig, jedoch hat mir die junge Rebecca diesmal noch mehr gefallen. Diese Episode hat aber auch nochmals deutlich gemacht, weshalb es laut Rebecca immer schon Kate gewesen ist und ich deswegen gerne die volle Punktzahl gebe, denn nicht nur Rebecca hat was Magisches, sondern auch Mandy.

Daniela S. - myFanbase

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