Bewertung: 6

Review: #4.11 A Hell Of A Week (1)

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Es passiert gerade viel in der Gegenwartshandlung der Familie Pearson und die Autoren haben sich wieder einmal dazu entschieden, sich auf einen Hauptcharakter zu konzentrieren und dabei Randall in den Mittelpunkt zu stellen. Der Cliffhanger der letzten Folge bot sich hierfür natürlich sehr gut an und so beginnt die Episode auch an der Stelle, an der sie in der vergangenen Woche aufgehört hat. Randall wird nach der Rückkehr von Rebeccas Untersuchung spätnachts mit einer dunklen Gestalt in seiner Küche konfrontiert, die ein Messer in der Hand hält. Zunächst war ich von der Auflösung ein wenig enttäuscht, da es sich weder um eine uns bekannte Person, noch um jemanden handelte, der im weiteren Verlauf eine Rolle spielte. Schließlich hätte der Mann ja auch im Zusammenhang mit Randalls politischer Aktivität im Zusammenhang stehen können. Letzten Endes war es jedoch ein "gewöhnlicher" Einbrecher. Dennoch entwickelte sich daraus eine packende Folge, die aber nicht durchweg zu überzeugen wusste.

Randalls Panikattacken wurden im Serienverlauf wiederholt thematisiert und so tauchten auch dieses Mal Situationen und Verhaltensmuster auf, die uns bereits bekannt waren. Da ist zum einen sein zwanghaftes Verhalten, sich von der neu installierten Überwachungsanlage über die geringsten Bewegungen in und um sein Haus informieren zu lassen und dabei seine Arbeit zu vernachlässigen. Zum anderen nimmt er die gut gemeinten Ratschläge und die Hilfe von anderen nicht an. Dabei ärgert es mich auch immer wieder, wenn Randall partout nicht auf seine Frau hören will. Es ist noch nicht lange her, als er Beth Bitte ausschlug, sich Hilfe bei einem Psychologen zu holen, und auch jetzt vermag sie nicht zu ihm durchzudringen. Ähnlich verhält es sich beim Aufeinandertreffen mit Maliks Vater Darnell. Als dieser sich hilfesuchend an den Stadtrat Randall Pearson wendet, ist Randall so abgelenkt von der Sicherheitsapp auf seinem Handy, dass er sich um Darnells Anliegen gar nicht bemüht und dieser verärgert sein Büro verlässt. Doch Darnell ist nicht entgangen, dass mit Randall etwas nicht stimmt und es stellt sich heraus, dass auch er in der Vergangenheit in einer ähnlichen Situation keine Hilfe annehmen wollte und sich schließlich doch einem Psychologen anvertrauen konnte. Den gut gemeinten Rat, mit dem er Randall im Nachhinein eine Brücke bauen wollte, wird jedoch erneut abgewiesen. Und wieder habe ich mich darüber geärgert, dass Randall so verbohrt ist und meint, alles besser wissen zu müssen. Dabei sind die Anzeichen doch mehr als deutlich und er weiß aus der Vergangenheit selbst ganz genau, dass es ohne Hilfe wieder zu einem Zusammenbruch kommen wird. Apropos Vergangenheit: auch hier erleben wir Randalls Angstattacken schon als kleiner Junge und ebenso später nach dem Tod von Jack. Als Junge hat er Probleme beim Einschlafen in seinem neuen Zimmer und Angst vor Monstern unter dem Bett, während er als College-Student von Alpträumen geplagt wird, die Rebecca, aber auch den Rest seine Familie betreffen. Immerhin ist es ihm damals gelungen, sich Beth zu offenbaren, auch wenn deren Versuch, ihn in eine Selbsthilfegruppe mitzunehmen, aufgrund eines Familiennotfalls nicht umgesetzt wurde.

Im Großen und Ganzen war es aber trotz der angesprochenen Ärgernisse spannend mitanzusehen, wie Randall aufgrund der Einbruchssituation, aber auch aufgrund des Zustands von Rebecca zunehmend die Kontrolle über seine Handlungen verlor und es letztendlich gepaart mit zwanghaftem Verhalten erneut zu einem Zusammenbruch kam. Dieser endete schließlich auch in einer uns bekannten Art und Weise, indem Randall zwar keine professionelle Hilfe suchte, sich aber wieder einmal an seinen Bruder Kevin wandte, dem es mit viel Einfühlungsvermögen einmal mehr gelingt, wenn auch am Telefon, Randall zu beruhigen.

Neben der Fokussierung auf Randall sind nebenbei aber auch noch weitere Aspekte und Informationen der Episode interessant. Auffällig sind zuletzt die Lügengebäude, die die Geschwister untereinander aufbauen und die natürlich auch den Familienfrieden bedrohen. Wir haben das zuletzt auch schon in einem Flash Forward gesehen, als Kate und Kevin ihren Geburtstag gemeinsam mit Rebecca und Miguel, aber ohne Randall gefeiert haben. Denn nach wie vor hält Randall sein Versprechen und weiht weder Kate noch Kevin in Rebeccas diagnostizierte, einsetzende Demenz ein. Stattdessen hat er sich im Telefonat mit Kevin fast verraten und behauptet auf dessen Nachfrage, in Sachen Politik unterwegs gewesen zu sein.

Bei Kevin dagegen scheint sich eine vor kurzem noch unerwartete Wendung weiter zu verfestigen. Nachdem wir neulich schon den verpassten Anruf von Sophie auf seinem Handydisplay gesehen haben, erfahren wir nun, dass er sie aufgesucht hat, um der Beerdigung ihrer Mutter beizuwohnen. Dass er beim Telefonat mit Randall offenbar nicht allein im Bett lag, nährt natürlich die nun naheliegende Spekulation, dass es sich dabei um Sophie handelt und sie womöglich auch die Mutter seines Kindes sein könnte. Steht uns also tatsächlich die Rückkehr von Alexandra Breckenridge als Sophie bevor? Ich hoffe sehr, dass wir darauf schon in der kommenden Woche eine Antwort erhalten, wenn #4.12 A Hell of a Week (2) ansteht. Schließlich hat Kevin seine vergangene Woche auch genauso gegenüber Randall bezeichnet.

Nebenbei bekommen wir in der Vergangenheitshandlung weitere Hinweise darauf, dass etwas mit Kate und ihrem Freund Marc passiert sein muss. Zunächst äußert sich Kevin erneut abfällig über die Beziehung, als dessen Name fällt und schließlich war da ja noch der familiäre Notfall, der Randall zur Absage seines Besuchs bei der Selbsthilfegruppe veranlasste. So langsam sollte dieses Geheimnis nun aber auch gelüftet werden.

Ansonsten finde ich es etwas schade, dass nach der umfangreichen Einführung der neuen Figuren zum Staffelauftakt, diese inzwischen kaum noch eine Rolle spielen. Während Cassidy offenbar Geschichte ist und mir im Nachhinein auch nicht so recht klar werden will, warum man ihr so viel Zeit gewidmet hat, hat Malik auch nur selten Auftritte (in dieser Folge überraschenderweise sogar eher sein Vater) und auch Jack jr. im Erwachsenenalter hat kaum nennenswerte Szenen. Das wird sich im Rest der zweiten Staffelhälfte hoffentlich noch ändern und erinnert mich derzeit ein wenig an die Einführung von Déjà, über die man anfangs auch nur recht spärlich mit Informationen versorgt wurde.

Fazit

Auch wenn Randalls Kontrollverlust mit ein paar Einschränkungen spannend zu verfolgen war und von Sterling K. Brown wieder toll dargestellt wurde, bot die Handlung insgesamt wenig Neues. Randalls Verhaltensmuster scheinen sich kaum weiterentwickelt zu haben. Dagegen sind es die scheinbar nur nebenbei eingestreuten Informationen zu weiteren, meist nicht gezeigten Handlungssträngen, die die Episode zusätzlich aufwerten und die Spannung auf die bevorstehende, vermutlich auf Kevin konzentrierte Folge hochhalten.

Jan H. myFanbase

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