Bewertung: 6

Review: #3.03 Katie Girls

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Normalerweise liebe ich die Zeitsprünge von "This Is Us", doch in dieser Episode hat man für meinen Geschmack ein wenig zu viel gewollt. Mit Tobys und Kates Krankenhausaufenthalt, dem durch die Gegend fliegenden Randall, Kevins Interview, dem Rückblick zu Rebecca und Jack, der Traumwelt und Kevins Erinnerungen an seinen Vater war die Folge ziemlich vollgestopft. Dadurch sind leider Handlungen in den Hintergrund gerückt, von denen ich gern mehr gesehen hätte, aber eins nach dem anderen.

Katie Girls

Der Episodentitel verspricht eine auf Kate zentrierte Folge, doch von ihr hat man mit am wenigsten gesehen und dass obwohl die letzten beiden Episoden zielgerichtet auf diesen bedeutsamen Moment in ihrem und Tobys Leben hingesteuert sind. Der Tag der Eizellenentnahme ist gekommen und wie man uns bereits deutlich zu verstehen gegeben hat, ist dies ein riskanter Eingriff. Leider sieht man davon recht wenig und schneidet genau in den Momenten zu den anderen Geschichten rüber, in denen ich gern noch etwas länger bei Kate und Toby verweilt hätte.

Nachdem Toby seine Antidepressiva abgesetzt hat, zeigte man uns in #3.02 A Philadelphia Story seine Stimmungsschwankungen, doch dieses Mal bleibt für Tobys Gefühlsleben keine Zeit. Wir erfahren nicht, wie es ihm seither ergangen ist und ob Kate nicht langsam hinterfragt, was es mit Tobys Launen auf sich hat. Als der Eingriff bei Kate dann ohne großes Gewese startet, taucht sie in eine Traumwelt ab, in der sie auf ihr Kindheits- und ihr Teenager-Ich trifft, getoppt wird diese Begegnung nur noch von der Anwesenheit Jacks. Im Promo zur Folge konnte man das Aufeinandertreffen der drei Kates bereits sehen und ich habe mich sehr auf diese Geschichte gefreut. Auch andere Serien haben schon auf diese Weise mit der Zeit gespielt, bei "This Is Us" ist es jedoch noch einmal besonderer, da man hier nicht einfach beliebige Jungschauspieler für eine Folge castet, sondern drei Hauptdarsteller aufeinandertreffen lassen kann, die sich sonst vor der Kamera nie begegnen.

Es gibt jedoch nur winzige Momente mit den drei Kates und Jack, viel zu abrupt springt man wieder zu den anderen Geschichten hinüber und so konnte ich das Zusammensein nicht wirklich genießen. Bis auf eine euphorische junge, eine verbitterte Teenager- und eine zuversichtliche erwachsene Kate sind wir nicht tiefer in Kates Gefühlswelt abgetaucht. Man erkennt hier zwar ganz deutlich den Trend, den uns die Autoren erklären wollen, dennoch hätte man sich für dieses besondere Aufeinandertreffen mehr Zeit nehmen können. Hätte man dies getan, dann hätte Jack vielleicht auch mehr tun können, als seinen Mädchen ein Eis zu servieren und man hätte die Erwachsene Kate im Gespräch mit ihm sehen können. Leider vergeudet man hier eine schöne Gelegenheit.

Auch was Toby angeht habe ich mir mehr erhofft, doch ihm kommt nur eine kurze Szene mit Randall zu, in der die beiden sich über ihre psychischen Probleme unterhalten. Man schafft hier eine Parallele zwischen den Männern, die beide einige wunderbare Eigenschaften von Jack verkörpern, doch auch das geschieht zwischen Tür und Angel.

Nach der großen Aufregung verläuft der Eingriff von Kate fast problemlos und man deutet kurz an, dass sie nach der kleinen Unterhaltung mit ihren jüngeren Ichs beschließt den Traum nun zu verlassen und dann unbeschadet aufwacht. Hätten wir es bei "This Is Us" mit einer Arztserie zu tun gehabt, hätte man sicher mehrmals zwischen Traum und der noch immer schlafenden Kate hin und her geschnitten und so ein wenig mehr Spannung aufgebaut. Auf die Art und Weise wie man es hier nebenbei gemacht hat, hat man als Zuschauer jedoch nicht das Gefühl, dass Kate Gefahr gedroht hat.

The Base

Bisher stand Beth nie im Fokus, was wirklich schade ist, da ihre Szenen mit Kevin, William oder Randall oft zu meinen persönlichen Highlights zählen. Nun scheint man dies ändern zu wollen und gibt Beth endlich etwas mehr Raum. Ihr Erinnerung an William hat mich sehr gerührt, denn ihn vermisse ich und so freue ich mich über jede Gelegenheit, bei der man Ron Cephas Jones zu Gesicht bekommt. Ganz ihrer Natur entsprechend macht Beth keinen großen Aufstand über ihren Rausschmiss, viel mehr lässt sie Randall erst von seinem ereignisreichen Tag berichtet und erzählt dann ganz neutral, dass man sie gefeuert hat. Ich bin mir nicht sicher, wie es beruflich bei Beth aussah, bevor Randall seinen Nervenzusammenbruch hatte, in letzter Zeit hat man jedoch gemerkt, dass sie sich auf Arbeit unter Druck gesetzt fühlt.

Ich bin froh, dass Beth Williams Rat gefolgt ist und ihrem Mann von ihrer Entlassung erzählt hat, anstatt ihre Sorgen ihm zu Liebe in den Hintergrund zu rücken. Auf eine Ehekrise bei diesen beiden Pearsons bin ich nicht scharf.

Randall ist in dieser Folge ziemlich auf Achse und schafft es dabei, sich bei Kate zu entschuldigen, ein kurzes Gespräch mit Toby zu führen, Chi Chis Tochter im Krankenhaus zu besuchen und sich ein neues Karriereziel zu stecken. Ich hätte mir gewünscht, dass man die Handlung rund um Beth und Randall in eine andere Episode verlagert hätte, um Kates Geschichte gerecht zu werden.

Vietnam

Neben all dem schneidet man auch noch Kevins Storyline für die Staffel an, denn bei einem Interview mit Terry Gross erkennt Kevin, wie wenig er über die Vergangenheit seines Vaters weiß. Zwar ist der Cameo-Auftritt von Gross nett für ihre Fans, doch auch dies geht bei all den Handlungen ein wenig unter.

Über den Beziehungsstatus von Kevin und Zoe lässt man uns zudem weiterhin im Unklaren. Zuletzt sah es so aus, als würde Zoe einen Schritt auf Kevin zu tun und aus dem Flashforward des Staffelfinales wissen wir, dass die beiden gemeinsam nach Vietnam reisen werden. Ich würde vorher allerdings gern mehr über Zoe und ihre Vergangenheit erfahren, auf die mich die Worte von Beth auf dem Staffelauftakt neugierig gemacht haben.

A Feeling

Zusätzlich zu den Gegenwartsgeschichten erzählt man die Vergangenheitshandlung über Rebeccas und Jacks Kennenlernen weiter. Wie bereits zuletzt war ich von dieser Geschichte nicht ganz begeistert, weil man eben weiß, dass die beiden zu einander finden werden. Rebeccas Begegnung mit ihrem Ex, das sofortige Treffen seiner Familie und das Verständnis der Beinahe-Schwiegermutter, als Rebecca Alan dann doch einen Korb gibt, sorgen zusätzlich für das Gefühl, dass man in dieser Episode zu viel auf einmal erzählen möchte.

Schön fand ich jedoch die andere Seite von Jack, die wir zu sehen bekamen. Seine unsichere Art und die Traurigkeit, die er ausströmt, sind ganz untypisch für den Jack, den wir kennen und lieben. Es ist spannend ihn auf diese Weise zu sehen und ich werde ein immer größerer Fan von Milo Ventimiglia.

Highlights

  • Den Gruppenchat von Beth, Miguel und Toby würde ich nur zu gern lesen.
  • William ist der Meister der Metaphern.
  • Jacks Traum von seiner Zukunft ist in Erfüllung gegangen.


Fazit

Manchmal ist weniger mehr, die Autoren hätten die Episode lieber nicht so vollstopfen sollen. Zwar greift man dadurch die Geschichte aller Figuren auf, kann ihnen aber meist nicht gerecht werden.

Marie Florschütz - myFanbase

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