Bewertung: 9

Review: #4.17 Requiem

Jetzt da wir den Endgegner für den Rest der Staffel kennen – Mr. Kaplan – ist es an der Zeit, die charismatische Cleanerin näher kennen zu lernen. Und um das zu erreichen, taucht "The Blacklist" in ihre Vergangenheit ein.

"I would do anything to protect your child."

Und da erfahren wir als erstes, das Kaplan eine wichtige Rolle in Elizabeth Keens Leben spielte, da sie als eine Art Kindermädchen für Katerina Rostova fungiert hatte, wenn sie verhindert war und auf klein Masha nicht aufpassen konnte. Die Beziehung und die Gespräche der beiden wirken merkwürdig. Katerina verlangt von Kaplan, Masha eine zweite Mutter zu sein, verbietet ihr jedoch, sie zu lieben. Kaplan hat damit kein Problem – sie kümmert sich um das Kind, als wäre es ihr eigenes, jedoch entwickelt sie keinerlei Muttergefühle oder Ähnliches.

Man bekommt eine Ahnung, wie aus Kaplan die geworden ist, die wir in "The Blacklist" kennen gelernt haben. Bevor sie also loyal Reddington gegenüber geworden ist, formte sich eine Freundschaft zwischen ihr und Katarina. Sie beobachtet, wie diese ihren Job tut und sich mit Reddington einlässt, der ihr aber schnell zu nah kommt und der Masha sogar entführt, als Katerina sich von ihm zurückzieht.

Die Flashbacks erklären, warum Kaplan einverstanden war, Liz zu helfen, als sie ihren Tod fingiert hatte. Für sie war Liz beinahe wie ihre eigene Tochter. Sie in ersthafter Gefahr zu wissen, lässt sie ihre Prioritäten neu setzen. Sie tat, was sie für richtig hielt, um das Kind zu schützen, das sie einst zu schützen schwor. Es wird nachvollziehbar, weswegen sie Red in den Rücken gefallen ist, vor allem da sie ihm immer klar gemacht hat, im Zweifelsfall sich gegen ihn zu entscheiden, was Red billigend in Kauf genommen, ja sogar begrüßt hatte.

Es wird sogar erklärt, wie aus Katherine Nemec am Ende Mr. Kaplan geworden ist, warum der Schuss von Reddington in den Kopf sie nicht getötet hat (Metallplatte von einer Schießerei, bei der ihre große Liebe Annie Kaplan ums Leben gekommen ist), wie sie zu Reddington gekommen ist und wie er sie überzeugen konnte, für ihn zu arbeiten. (By the Way… für Red hat man kein jüngeres Double gefunden und stattdessen einen Weichzeichner über James Spader laufen lassen und lässt ihn nur im Schatten agieren. Die Szene ist grandios….) Es gibt auf viele offene Fragen befriedigende Antworten, ohne dass man das Gefühlt hat, die Geschichte ist nun zu Ende erzählt und das hätte ich nie im Leben von "The Blacklist" erwartet.

Es ist wirklich Wahnsinn – der Zuschauer bekommt so viel Einblick in die Vergangenheit wie noch nie. Sogar die Vaterfrage wird angerissen, als Katerina erklärt, dass sie nicht weiß, wer der Vater von Masha ist und es sehr wohl Reddington sein könnte. Oder auch nicht. Vielleicht also ist er Elizabeths Vater, aber wenn er es ist, Katerina wusste es nicht sicher. So beiläufig es hier erwähnt wird… Red könnte Mashas Vater sein oder auch nicht. Er hält sich vielleicht dafür – oder auch nicht. Er liebte Katerina mehr, als sie ihn liebte und für ihn ist Mashas / Elizabeths Leben wichtiger als sein eigenes. Und genau deswegen muss er am Ende aus dem Schatten und in ihr Leben treten – jedenfalls sieht er dies so. Der Moment, als er sich zu erkennen gibt, ist jedoch auch der Moment, als die Loyalität von Kaplan zu Reddington auf die Probe gestellt wird. Sie ist nicht einverstanden, ordnet sich aber unter. Und als sie später sieht, wie eigensinnig Red geworden ist und dass er, auch wen er immer wieder ihre Sicherheit betont, in Wahrheit nur auf sich selbst bedacht ist, da erinnert sie sich an ihren Schwur, sich auf Mashas Seite zu stellen. Dass sie damit ihr Todesurteil wählt, war ihr in dem Moment sicherlich klar.

Es sind jedoch nicht nur die informativen Rückblenden, die zu fesseln wissen. Auch die Handlung in der Gegenwart ist spannend inszeniert. Es wird lange nicht klar, was Kaplan bezweckt, als sie sich in einem alten Motel einmietet und dort die Wände aufbricht. Als sie alte Körperteile studiert und sortiert. Doch am Ende, als die beiden (sie und Red) endlich miteinander reden und sie ihm droht, dass sie ihr Wissen über seine Taten nutzen wird, um ihn ins Grab zu bringen… als die Kamera dann über die Eishalle fährt, in der duzende Leichen aufbewahrt werden, die Kaplan über die Jahre für Red entsorgt hat, da weiß man, dass der Rest der Staffel großartig werden wird.

Fazit

Es ist mit Abstand die beste Episode seit langem. Spannend, informativ, emotional, aufwühlend, unerwartet. Und genau wegen Letzterem… Grandios.

Melanie Wolff - myFanbase


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