Bewertung: 7

Review: #5.02 Red Queen

Foto: Marie Avgeropoulos, The 100 - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Marie Avgeropoulos, The 100
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Die Episode #5.02 Red Queen macht ihrem Namen alle Ehre und geizt nicht mit Kunstblut, während der Fokus allein auf den Geschehnissen im Bunker liegt. Der größte Teil der Folge zeigt die Zeit um Tag 46 nach Praimfaya, gefolgt von einem kurzen Sprung in die Gegenwart zu einem Gladiatorenkampf, wie es einen solchen bereits in #5.01 Eden gab.

"You are Wonkru, or you are the enemy of Wonkru. Choose."

Spektakulär gemacht war Octavias Kampfszene vor dem Tor der Hydrokultur-Farm und erinnert ein wenig an ihren Kampf mit den Ice Nation-Wachen in #4.01 Die Welt muss warten. Man merkt Marie Avgeropoulos an, dass sie an diesen Sachen Spaß hat und auch wenn es die Blutcrew hinten den Kulissen es ein wenig übertreibt, kann ich verstehen, dass Gaia in der blutüberströmten Octavia etwas erkennt. Der Commander ist jemand, der die Clans eint und sie anführt. Da die Krieger vor allem Stärke respektieren und das Konklave ja auch darauf aufgebaut war, dass der stärkste Natblida gewinnt, macht es durchaus Sinn, dass Octavia sie mit ihrem Mut und ihrer Kraft davon überzeugen kann ihr zu folgen. Das dabei genutzte Totschlagargument steht natürlich wie ein Elefant im Bunker, aber welche Gesellschaft ist schon perfekt? Octavia wird also zu dem, was sie selbst so an Jaha und dem Leben auf der Ark verachtet hat. Aus einem verständlichen Grund und der Weg in die Hölle ist ja bekanntermaßen auch mit guten Vorsätzen gepflastert. Das System, welches ein römisches Vorbild hat, scheint alles andere als gerecht in Anbetracht, dass die meisten Grounder bereits als Kind eine Waffe in der Hand halten. Andererseits wird ja niemand dazu gezwungen, ein Verbrechen zu begehen, wenn dies jedoch der Fall ist, erfolgt auch nicht die nötige Dezimierung der Einwohner. Wobei dies ja auch relativ vage von den Autoren formuliert wurde, denn es gibt keine genauen Werte, welche Anzahl nun der Bunker über mehr als fünf Jahre versorgen kann.

"It isn't hell. It's who we are."

Neben Octavia und Jaha, auf den ich später eingehe, gibt es einen neuen Charakter, der eine wichtige Rolle in dieser Episode hat. Die aus "Helix" bekannte Kyra Zagorsky übernimmt den Part als Kara Cooper, einer Arkerin, von der die Zuschauer bisher noch nichts gesehen haben. Als Pendant von Monty, mögen seine Algen mittlerweile in Frieden ruhen, ist Kara für die Hydrokultur-Farm verantwortlich und der Kopf hinter dem Plan, die Grounder auszuschließen. Zu Beginn erinnert mich Kara deshalb ein wenig an Pike, jedoch haben die Autoren anderes mit ihr vor, weshalb sie die Episode überlebt und später einmal sogar scheinbar zu Octavias innerem Zirkel gehört. Ich zumindest bin gespannt mehr über sie zu erfahren, genau wie über Gaia, welche ihre Religion nun scheinbar den Begebenheiten angepasst und Ethan zu ihrem Novizen gemacht hat. Ihre Rastalocken mussten auch dran glauben, soweit zu gehen, der Darstellerin eine Glatze samt Tätowierung zu verpassen, sind die Autoren aber schlussendlich doch nicht gegangen. Lässt sich nur hoffen, dass die Beziehung zwischen der neuen Flammenbewahrerin und Blodreina anders verläuft als damals zwischen Lexa und Titus. Insbesondere, da es mit Madi noch eine Natblida gibt. So oder so, an Drama wird es "The 100" auch ohne solche Parallelen in Zukunft nicht mangeln.

"You don't have to be a Commander to command." - "I am not a leader, Jaha I'm a fighter, warrior." - "And a warrior needs a war, an enemy."

Ich war nie ein allzu großer Fan von Jaha, gehörte aber auch nicht zu der Fraktion, welche ihm den Tod wünschte. Fakt ist, Jaha gehört zu den Charakteren der ersten Stunde und war für viele Storylines wichtig, deshalb finde ich es gut, dass die Autoren sein Ende nicht nur in wenigen Sekunden abhandeln. Für mich fühlt es sich so an, als wäre dies ein guter Zeitpunkt für Jaha zu gehen, obwohl er natürlich immer noch viele Angelegenheiten offen hat, wie beispielsweise sich um Ethan zu kümmern. Dennoch kam immer mal wieder seine Sehnsucht nach Wells durch und die Bereitschaft sich für seine Leute zu opfern. Sein Tod beeinflusste also Octavias Entwicklung und auch die vorangegangenen Szenen mit Octavia haben mir gefallen, wirklich berühren konnte mich Jahas Tod jedoch nicht. Vielleicht fehlte mir ein bisschen das Überraschungsmoment, was möglicherweise daran liegt, dass bereits bekannt war, dass Isaiah Washington nicht mehr die gesamte Staffel zur Verfügung steht, oder daran, dass "The 100" durch den großen Zeitsprung seine Geschichte nicht mehr linear erzählen kann. Anhand der bereits gezeigten Geschehnisse in der Gegenwart weiß der Zuschauer beispielsweise auch, welcher Charakter zumindest bis zu diesem Zeitpunkt sicher ist. Während in früheren Staffeln Rückblicke nur gezielt eingesetzt wurden, um gewisse Begebenheiten oder Personen in einem anderen Licht zu zeigen, gibt es in Staffel 5 sowohl die Gegenwart und eine große Spanne über 6 Jahre, welche es in Rückblicken zu erleuchten gilt. Das könnte also noch kniffelig werden, zumindest mich interessiert momentan mehr die Gegenwart mit den Neuankömmlingen, obwohl ich auch neugierig darauf bin, was innerhalb der sechs Jahre alles geschehen ist.

Randnotizen

  • Cooles Cameo von Regisseur PJ Pesce. - "We have everything we need... food, water, supplies, music. Would you play a little louder, please?"
  • Das vorgelesene Kinderbuch Der Baum, der sich nicht lumpen ließ von Shel Silverstein war mir unbekannt, die Zusammenfassung klang jedoch etwas fragwürdig.
  • Niylah kann nicht aus ihrer Haut, sie ist und bleibt Händlerin.
  • Jackson und Nate sind süß zusammen, ich wüsste aber trotzdem gern, ob Bryan Offscreen das Zeitliche gesegnet hat und wo wir bei Verschollenen sind, lebt Wick noch? Nach dem Tod von Jaha könnte ein Techniker sicherlich nicht schaden.
  • Cadogan, also bitte, wer konstruiert einen Bunker ohne Notfallausgang? Vor allem, da das Hochhaus schon vorher dastand und je nach Weltuntergangsszenario es nicht so unwahrscheinlich ist, dass der Bunker verschüttet wird.
  • "You're third-generation Farm Station. You must have heard the rumors about the blight. It's why we started floating our dead." - Wer möchte noch mehr Gruselgeschichten von der Ark hören? Mit Kannibalismus kennen sich ja auch die Reaper aus, vielleicht hat es ja einer von den Zurückverwandelten in den Bunker geschafft.
  • Indra gefiel mir in dieser Episode gut, auch wieder in Zusammenspiel mit Gaia und als Stütze für Octavia. Aber was sie wohl gedacht hat, als Kane in den Käfig geführt wurde? Zumindest hatte er die Möglichkeit sich noch mit Abby auszusöhnen, bevor er welches Verbrechen auch immer begangen hat.
  • Hat schon eine gewisse Ironie, dass Clarke unbewusst die gesamte Situation verursacht hat.

Fazit

Eine gute Episode, welche viel dabei richtig macht, die aktuelle Situation im Bunker zu erklären, aber es dabei trotzdem nicht schafft mich so zu fesseln wie der Staffelauftakt. Die Autoren müssen noch beweisen, ob sie ein gutes Händchen für die richtige Balance zwischen Gegenwart und Rückblicken haben, doch bevor ich diesbezüglich zu einem endgültigem Urteil komme, gilt es erst noch die kommenden Episoden abzuwarten

Charleen Winter - myFanbase


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