Die besten Staffeln 2015/2016
Game of Thrones, Staffel 6

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Ich hatte nie die Befürchtung, dass die Serie "Game of Thrones" an Qualität verlieren könnte, nur weil sie mittlerweile die Romanvorlage überholt hat. Dennoch war ich enorm gespannt, wie man Staffel 6 der Serie umsetzen würde und vor allem, welchen Weg die einzelnen Charaktere einschlagen werden. Letztlich haben die Macher und Schauspieler von "Game of Thrones" mit dieser Staffel ein grandioses Feuerwerk gezündet, welches emotional, spannend, bildgewaltig und schlichtweg phänomenal geworden ist.

"Winter is here."

Foto: Sophie Turner, Game of Thrones - Copyright: Helen Sloan/HBO
Sophie Turner, Game of Thrones
© Helen Sloan/HBO

Die enorme Qualität dieser Staffel liegt für mich vor allem in der Verknüpfung diverser Handlungsstränge, die man sich als Zuschauer schon seit vielen Staffeln herbei gesehnt hat und die in der hiesigen Staffel endlich Früchte getragen haben. Wir haben in Staffel 6 nicht nur einzelne Charaktere auf ihrem Weg begleitet, sondern durften erleben, wie sich die einzelnen Wege gekreuzt haben und sich zu einem gemeinsamen Ziel entwickelten.

Zum einen haben wir hier natürlich das emotionale Aufeinandertreffen von Jon Schnee und Sansa Stark - die ersten beiden Starks, die endlich nach so langer Zeit wieder vereint sind! Nachdem man dieses Gefühlsbad aus Freude, Erleichterung, Genugtuung und Hoffnung durchstanden hat, wird einem bewusst, dass wir hier gleichzeitig Zeuge einer kompletten Neuausrichtung des Schachbretts geworden sind. Denn nicht nur Sansas und Jons Handlungsstränge wurden hier vereint, sondern diverse andere damit verwoben: Die Ereignisse an der Mauer, der Krieg im Norden, die Machenschaften von Petyr 'Kleinfinger' Baelish... Viele der kleinen Zahnräder, an denen jahrelang gedreht wurde, haben sich nun zu einem Uhrwerk zusammen gesetzt und man weiß, dass der Winter nun nicht mehr naht, sondern wirklich angekommen ist.

Die gleiche Erfahrung dürfen wir am anderen Ende der Welt machen, wo Daenerys Targaryen in einer nicht weniger emotionalen Szene Tyrion Lannister offiziell zu ihrer rechten Hand ernennt und ein Bündnis mit Yara und Theon Graufreud eingeht. Zusätzlich vereinbart Varys ein Bündnis mit Olenna Tyrell und Ellaria Sand, sodass auch hier diverse Handlungsstränge zusammen geführt werden und zu dem führen, was Zuschauer sich seit Staffel 1 herbei gesehnt haben: Daenerys macht sich auf den Weg nach Westeros!

Ein Großteil der unzähligen einzelnen Handlungsstränge der vergangenen Jahre wurde somit in Staffel 6 zu zwei großen Handlungssträngen zusammen geführt, die wiederum mit Leichtigkeit ebenfalls miteinander verwoben werden können, allein schon durch Theons oder auch Tyrions Verbindung zur Familie Stark. Zu dieser gehören natürlich auch Bran und Arya Stark, die beide mit dieser Staffel ihren Platz in der Welt gefunden haben und ihre erworbenen Fähigkeiten mit großer Wahrscheinlichkeit kommende Staffel im Kampf ihrer älteren Geschwister einbringen werden.

Der einzige Handlungsstrang der dagegen am Ende der Staffel vollkommen für sich steht, ist passender Weise der von Cersei Lannister. Nachdem sie Königsmund in Schutt und Asche gelegt und den Cast von "Game of Thrones" um ein Vielfaches minimiert hat, lässt sie sich krönen und darf nun allein und verlassen eine tote Stadt regieren, denn das Land hat schon längst neue Hoffnungsträger gefunden.

Und das sind nur die großen Handlungsstränge, mit denen wir am Ende aus der Staffel entlassen werden, aber die längst nicht alles aus den zehn phänomenalen Episoden der sechsten Staffel abdecken. Sandor Clegane, Walder Frey, Beric Dondarrion oder Brynden und Edmure Tully haben alle einen äußerst gelungenen Platz in dieser Staffel bekommen, nachdem man sie mehrere Staffeln nicht gesehen hatte.

Das alles wurde mit einer extrem genialen Bildgewalt erzählt. Es wurde spannend, atemberaubend und spektakulär inszeniert. Der Soundtrack ging einem jedes Mal unter die Haut. Es gab schockierende und phänomenale Überraschungsmomente. Wir wurden zu Tränen gerührt und mussten uns sowohl von geliebten als auch von verhassten Charakteren verabschieden. Kurzum: Zehn Wochen lang bot Staffel 6 Unterhaltung auf höchstem Niveau, zog jeden Zuschauer in seinen Bann und lieferte eine Episode nach der nächsten ab, von denen eigentlich alle zur herausragendsten Episode 2015/2016 ernannt werden könnten. Es gab so viele Highlights in dieser Staffel, dass man sich gar nicht für einen Schlüsselmoment entscheiden könnte: Hodor! Lyanna Mormont! Die Schlacht der Bastarde, Daenerys Rede bei den Dothraki, ihr letzter Streich gegen die Sklavenhändler, Sansas Rache an Ramsay Bolton, Cerseis Zerstörung der Großen Septe von Baelor, die 'Bestätigung' von L+R=J etc.

Staffel 6 von "Game of Thrones" hat schlichtweg auf allen Ebenen überzeugt. Es ist eine perfekt inszenierte Staffel, die fesselnd, intensiv und emotional war und eine herrlich ausgewogene Mischung aus bombastischen Massenszenen und grandiosen Dialogen barg. "Game of Thrones" bleibt auch im sechsten Jahr ein Meisterwerk und man darf sich auf zwei weitere spektakuläre Staffeln dieser qualitativ hochwertigen Serienunterhaltung freuen!

Annika Leichner - myFanbase

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