DVD-Rezension: iZombie, Staffel 1

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Seit 2010 beschert die Serie "The Walking Dead" dem Sender AMC Traumquoten und löste zeitgleich einen wahren Zombie-Boom aus. Lagen zuvor (glitzernde) Vampire und Werwölfe voll im Trend, begeistern sich viele Menschen nun eher für blutrünstige Untote. Diesen Hype machten sich auch "Veronica Mars"-Schöpfer Rob Thomas und Produzentin Diane Ruggiero-Wright zunutze und schufen, ebenfalls aus einer Comicvorlage, eine ganz eigene Zombie-Welt.

Inhalt

Foto: Copyright: 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved
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Liv Moore (Rose McIver) besitzt alles was man sich im Leben nur wünschen kann: Sie sieht gut aus, hat eine vielversprechende, berufliche Zukunft in der Medizin und ist mit dem attraktiven Sozialarbeiter Major Lilywhite (Robert Buckley) verlobt. Doch eine Bootsparty verändert alles. Diese entwickelt sich zu einem Massaker und Liv stirbt - doch am nächsten Morgen erwacht sie, als Zombie, wieder zum Leben. Ihre Haut ist blass, ihr Haar bleich und sie hat einen tierischen Heißhunger auf Gehirne. Wenn sie diesen nicht stillt, verliert sie die Kontrolle und wird zur Gefahr für andere Menschen. Sie löst ihre Verlobung und zieht in eine WG mit ihrer besten Freundin Peyton Charles (Aly Michalka). Gleichzeitig nimmt sie eine Stelle in der Gerichtsmedizin an, um einfacher an Gehirne zu gelangen.

Ihr Boss, Dr. Ravi Chakrabarti (Rahul Kohli), kommt hinter ihr Geheimnis und beginnt nach einem Heilmittel zu forschen. Durch das Verspeisen der Gehirne erhält Liv Erinnerungsfetzen der Toten sowie deren Charaktereigenschaften und Fähigkeiten. Diese nutzt sie, um Detective Clive Babineaux (Malcolm Goodwin), der Liv für ein Medium hält, bei der Aufklärung von Mordfällen zu helfen. Das Verschwinden mehrerer Jugendliche, für die Major als Sozialarbeiter zuständig war, bringt ihn auf die Spur von Zombies. Liv setzt alles daran, ihn davon abzubringen, ohne ihr Geheimnis zu verraten.

Auch vor ihrer Familie und ihrer besten Freundin, die merken das mit ihr etwas nicht stimmt, fällt es Liv immer schwerer, ihr Geheimnis zu bewahren. Als sie bei der Arbeit an einem Mordfall Lowell Tracy (Bradley James) kennenlernt, der ebenfalls ein Zombie ist und sich zur ihr hingezogen fühlt, hat Liv endlich wieder das Gefühl jemanden nahe sein zu können. Auf einen anderen Zombie, Blaine DeBeers (David Anders), ist Liv dagegen nicht gut zusprechen. Der Drogendealer leitet eine Organisation, die Gehirne an andere Zombies verkauft und dabei auch nicht vor Mord zurückschreckt. Dann gibt es da noch das Energydrink-Unternehmen Max Rager, das in den Ausbruch der Zombieseuche verwickelt ist. Liv versucht beide zu stoppen, doch das erweist sich als schwieriger als gedacht und bringt einige Verluste mit sich.

Rezension

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Rose McIver, iZombie
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Noch eine Zombie-Serie? Schon wieder eine Comicverfilmung? Diese Gedanken sind wahrscheinlich einigen durch den Kopf gegangen, als sie das erste Mal von "iZombie" gehört haben. Fairerweise muss man aber sagen das, das Zombie-Genre im TV noch nicht so sehr ausgeschlachtet wurde wie, zum Beispiel, Geschichten über Vampire, Hexen und Werwölfe. Gut, es gibt "The Walking Dead" und das Spin-Off "Fear The Walking Dead" sowie "Z Nation", aber das war es dann auch schon. Und auch an die Comicvorlage hält sich die Serie nur bedingt. Eigentlich hat die Serie, abgesehen von der Grundprämisse, kaum etwas mit der Vorlage gemeinsam, in der noch weitere Monster ihr Unwesen treiben. Die Serie legt den Fokus allerdings nur auf Zombies und das auf eine frische, charmante Art und Weise, die eine gelungene Abwechslung zu den sonst recht brutalen Zombieserien darstellt.

Rob Thomas, der Schöpfer der genialen Serie "Veronica Mars", ist es erneut gelungen einen schlagfertigen, starken Frauencharakter zu erschaffen, der von der talentierten Rose McIver wunderbar zum Leben erweckt wurde. Robs Stil ist unverkennbar und so hat man, vor allem während der humorvollen Dialoge, oft Kristen Bell vor dem geistigen Auge. Dennoch ist die Serie mehr als nur ein Zombie-Abklatsch von "Veronica Mars".

Foto: Malcolm Goodwin & Rose McIver, iZombie - Copyright: 2016 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved
Malcolm Goodwin & Rose McIver, iZombie
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Im rasanten Erzähltempo erfahren die Zuschauer, wie es Liv vor ihrer Verwandlung erging und dann ist man auch schon mittendrin. Liv wird zum Zombie, beginnt einen Job in der Gerichtsmedizin und hilft beim Aufklären von Mordfällen. Aufgebaut ist die Serie wie die meisten Crime-Shows, in denen es jede Woche einen neuen Fall gibt. Das kann schnell langweilig werden, was hier aber nicht der Fall ist. Die Mordfalle mögen vielleicht nicht alle gleich spannend sein, aber dadurch das Liv in jeder Episode neue unterschiedliche Charakterzüge annimmt bleibt es immer abwechslungsreich und amüsant. Zudem gibt es auch eine interessante, staffelübergreifende Haupthandlung, in der Liv den "Gehirndealer" Blaine stoppen muss und gegen die Organisation vorgeht, die für die Zombieseuche verantwortlich ist.

Dabei geht es dann auch schonmal ziemlich dramatisch zu und die Serie scheut sich nicht davor liebgewonnene Charaktere zu verletzen oder zu töten. Dennoch überwiegt der Humor, der schon "Veronica Mars" zum Kultstatus verholfen hat. Es kommt öfters zu schlagfertigen Wortgefechten und durch die verschiedenen Persönlichkeiten wird Liv mal zur Kleptomanin, zur Alkoholikerin oder ihr Freund Lowell wird einfach mal kurzerhand schwul. Zum Lachen gibt es auf jeden Fall so einiges. In jeder Episode kann der Zuschauer den Gedankengängen von Liv folgen, was kein neues Stilmittel ist, aber hier gut passt. Ziemlich originell und schön anzusehen sind die Comiceinblendungen in den Episoden bzw. der Vorspann, der vom Schöpfer der Originalcomics gezeichnet wurde. Auch nett anzusehen sind die Gehirn-Gerichte, die sich Liv immer wieder neu einfallen lässt und schon fast Lust auf ein saftiges Gehirn-Sandwich machen.

Die DVD-Box ist nicht besonders aufwendig gestaltet, wie man es mittlerweile gewohnt sein sollte. Die drei Discs befinden sich in einer dünnen, schwarzen Hülle und das Cover ziert Hauptdarstellerin Rose McIver. Auf der Rückseite befinden sich die üblichen Details, die Inhaltsangabe und ein paar Bilder.

Specials

Man hat nicht nur an der Aufmachung, sondern auch am Bonusmaterial gespart. Da gibt es, neben den üblichen entfernten Szenen, ansonsten nur noch ein halbstündiges Video von der Comic-Con. Es ist zwar schön anzusehen, wie der Cast miteinander interagiert, aber allzu viel Neues über die Serie erfährt man nicht, wenn man die Staffel bereits gesehen hat. Dafür gibt es ein paar nette Details von den Dreharbeiten und zur Entstehungsgeschichte.

Technische Details

Erscheinungstermin: 17. März 2016
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 527 Spielminuten (13 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprachen (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel: Spanisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Norwegisch, Französisch, Schwedisch

Fazit

"iZombie" ist die etwas andere Zombieserie, die mit ihrem unverkennbaren Rob-Thomas-Humor, spannenden Geschichten und einem starken Frauencharakter überzeugt. Die Aufmachung der DVD-Box mag nichts besonderes sein und auch am Bonusmaterial mangelt es, doch die Serie selbst ist jeden Cent wert und auf dem besten Wege Kultstatus zu erreichen.

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Kevin Dave Surauf - myFanbase

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