DVD-Rezension: The Knick, Staffel 1

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Unter der Regie des Oscar-prämierten Regisseurs Steven Soderbergh und produziert für den US-Pay-TV Sender Cinemax ging die Krankenhausserie "The Knick" erstmalig im August 2014 auf Sendung und wurde bereits vor der Premiere um eine zweite Staffel verlängert. Neben Nominierungen für den Golden Globe und den Emmy konnte "The Knick" bereits 2014 den Satellite Award als beste Dramaserie abräumen und Hauptdarsteller Clive Owen sich als Bester Darsteller in einer Dramaserie durchsetzen. In Deutschland wurde die erste Staffel von "The Knick" bereits im November 2014 auf dem Pay-TV Sender Sky Atlantic HD gezeigt und war ab August 2015 auch auf ZDFneo zu sehen. Seit dem 17. September 2015 ist "The Knick" nun auch auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Inhalt

Foto: Copyright: 2015 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved
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"The Knick" spielt in New York im Jahre 1900 und zeigt den Alltag des Knickerbocker Hospitals, kurz The Knick. Nach dem Selbstmord von Dr. J.M. Christiansen (Matt Frewer), wird Dr. John Thackery (Clive Owen) zum Chefarzt des Krankenhauses befördert. Und obwohl Thackery, der ohne seine tägliche Dosis Kokain gar nicht erst aus dem Bett kommt, im medizinischen Bereich ziemlich weltoffen und revolutionär ist, hält er wenig davon, den dunkelhäutigen Dr. Algernon Edwards (Andre Holland) als seinen Stellvertreter einzusetzen. Zudem würde Thackery lieber seinen Kollegen Dr. Everett Gallinger (Eric Johnson) auf den Posten befördern, beugt sich aber schließlich den Willen des Krankenhausmanagers Herman Barrow Edwards (Jeremy Bobb), der dafür verspricht die Elektrisierung des Hospitals vollständig auszubauen. Edwards muss sich dagegen nicht nur im persönlichen Bereich mit Rassendiskriminierung auseinandersetzen, sondern auch erkennen, dass farbige Patienten im Knick unbehandelt abgewiesen werden. Und das, obwohl das Krankenhaus schwere finanzielle Probleme hat und sonst um jeden einzelnen Patienten, auch mit ziemlich unkonventionellen Mitteln, kämpft.

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Rezension

Foto: André Holland, The Knick - Copyright: 2015 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved
André Holland, The Knick
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Wow! DAS war endlich mal wieder absolut großartige Fernsehunterhaltung. "The Knick" hat alles, definitiv alles, was eine gute TV-Serie braucht, um den Zuschauer direkt ab der ersten Minute gebannt an den Bildschirm zu fesseln. Steven Soderbergh hat mit "The Knick" eine absolut sensationelle Serie geschaffen, die mich wirklich komplett beeindruckt hat und es mir ehrlich gesagt unglaublich schwer macht, meine Begeisterung in Worte zu fassen. Also der Reihe nach.

Das komplette Setting, inklusive der originalgetreuen Kostüme und dem fabelhaften Sounddesign ist absolut gelungen und erinnert mich unheimlich stark an britische Produktionen. Und ja, das ist absolut ein Kompliment, da ich der Meinung bin, dass es den Briten oftmals besser gelingt, die Atmosphäre einer vergangenen Zeit einzufangen, besonders wenn es sich dabei um Epochen und Stände handelt, die nicht gerade prunkvoll und glamourös sind. Denn oftmals ist hier weniger mehr und das wird leider in US-Produktionen nicht immer verstanden. Aber "The Knick" ist in seiner ganzen Aufmachung so herrlich unaufdringlich, so zurückhaltend, aber trotzdem unglaublich beeindruckend, dass es eine Freude ist, daran teilhaben zu dürfen. Unterstützt wird das Ganze von wirklich erstklassigen Schauspielern und nicht nur ein großartiger Clive Owen, der die perfekte Besetzung für den narzisstischen Dr. Thackery ist, hat mich hier unglaublich beeindruckt. Auch die anderen Darsteller, wie Eve Hewson als Krankenschwester Lucy Elkins, Chris Sullivan als Sanitäter Tom Cleary oder Cara Seymour als Schwester Harriet, müssen sich hinter dem Zugpferd der Serie absolut nicht verstecken. Und ehrlich gesagt könnte ich jetzt jeden der Schauspieler aufzählen, denn bis in die kleinste Nebenrolle wurde hier wirklich jeder Charakter hervorragend besetzt und nicht einer der Darsteller wirkte in seiner Rolle deplatziert. Jedem der Darsteller ist es auf unglaublich fantastische Art gelungen ihren Charakteren Authentizität und Leben einzuhauchen.

Foto: Clive Owen, The Knick - Copyright: 2015 Warner Bros. Entertainment Inc. All rights reserved
Clive Owen, The Knick
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Doch all das Drumherum nützt bekanntlich nichts, wenn die Story nur dürftig ist. Aber auch hier kann ich meine Begeisterung wahrlich nicht leugnen und kann nur eine volle Punktzahl für "The Knick" geben. Die Serie mischt den spannenden Alltag im Krankenhaus mit den, nicht weniger spannenden, privaten Problemen der einzelnen Charaktere in einer perfekten Kombination. Es besteht ein ausgewogenes Verhältnis, so dass keine einzelne Story zu kurz kommt oder gar zu sehr in die Länge gezogen wird, um auch nur ansatzweise langweilig zu werden. Besonders gut gefallen hat mir, dass nicht wirklich auf einzelne Patientenschicksale eingegangen wurde, da mich das, ehrlich gesagt, an Krankenhausserien immer eher abschreckt. Stattdessen ging es bei den einzelnen Storys eher um die Forschung in der Medizin, was unglaublich spannend dargestellt wurde, da man bei jeder neuen bahnbrechenden oder auch enttäuschenden Entwicklung wahnsinnig mitfiebert. Fast in jeder Episode gibt es auch Szenen aus dem Operationssaal, die zwar meistens recht blutig verlaufen, da die Kamera nicht abblendet, sondern stattdessen ganz genau ranzoomt, trotzdem aber unglaublich authentisch rüberkommen. Die weiteren Handlungen decken ein weites Spektrum an Rassendiskriminierung, Drogensucht, Abtreibung und auch verbotene Liebschaften ab, um nur ein paar Themen zu nennen. Doch trotz sehr vieler Handlungsstränge, geht "The Knick" unglaublich in die Tiefe, anstatt nur an der Oberfläche zu kratzen. Und gerade das macht diese Serie so unglaublich faszinierend, da nicht nur die einzelnen Storys, sondern auch die diversen Charaktere wahnsinnig gut ausgearbeitet wurden.

Specials

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The Knick
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Auch die Specials auf der DVD sind mal etwas völlig anderes und bekommen von mir ebenfalls die volle Punktzahl. Denn hier findet der Zuschauer, nicht wie bei anderen Serien, die Extras erst in einer Zusammenfassung auf der letzten DVD, sondern sie sind direkt auf jeder einzelnen DVD zu jeder Episode zu sehen. Im Klartext bedeutet das, es gibt zu jeder einzelnen Episode ein "Hinter der Episode"-Special. Dabei handelt es sich jeweils um ein kleines Making-Of, bei dem Schauspieler und Serienmacher zu Wort kommen und sich mit tollen Hintergrundinformationen nur zu dieser einzelnen Episode äußern. Ich bin wirklich begeistert von der Idee die Specials so zu präsentieren. Zum einen, da man, wenn man sich das "Hinter der Episode" direkt nach der Folge anschaut, einfach noch einen besseren Bezug dazu hat, als wenn man es erst im Anschluss nach allen Episoden anschauen würde. Zum anderen erfährt man einige Hintergrundinfos, besonders bezogen auf den medizinischen Bereich, die schlicht und einfach sehr interessant sind und einen die Serie noch besser verstehen lassen.

Technische Details

Erscheinungstermin: 17. September 2015
FSK: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 488 Spielminuten (10 Episoden)
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Sprachen (Tonformat): Deutsch (Dolby Digital 5.1), Polnisch (Dolby Digital 2.0), Tschechisch (Dolby Digital 2.0), Französisch (Dolby Digital 5.1), Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Französisch, Spanisch, Tschechisch, Polnisch, Niederländisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Griechisch, Portugiesisch

Fazit

"The Knick" ist eine absolut beeindruckende Serie, die den Zuschauer mit einer gelungenen Kombination aus faszinierenden Geschichten und großartigen Schauspielern komplett in seinen Bann zieht.

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Nina V. - myFanbase

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