DVD-Rezension: Nashville, Staffel 1.1

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Nach dem durchschlagenden Erfolg von "Glee" traute sich 2011 auch ABC an eine Musikserie und kaufte das Skript von Oscar-Preisträgerin Callie Khouri ("Thelma & Louise") über große Stars und junge Künstler im Musikbusiness des Countrymekkas Nashville. Die erste Staffel von "Nashville" startete im Herbst 2012 und konnte sowohl die Kritiker, als auch die Zuschauer überzeugen, sodass bei den Upfronts 2013 die Verlängerung in eine zweite Staffel bekannt gegeben wurde. Deutsche Fans konnten bislang nur auf dem Pay-TV-Sender Fox in den Genuss des Musikdramas kommen, doch seit 4. Oktober gibt es die ersten elf Folgen nun auch auf DVD.

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Inhalt

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Nach 20 Jahren an der Spitze der Countrymusik ist der Stern von Rayna Jaymes, der "Queen of Country Music", am Sinken: Ihr neuestes Album verkauft sich schlecht und auch der Ticketverkauf für ihre geplante Arena-Tour lässt sehr zu wünschen übrig. Der Chef ihres Plattenlabels schlägt daraufhin vor, dass Rayna gemeinsam mit dem jungen Starlet Juliette auf Tour geht und mit ihr abwechselnd als Headliner spielt. Sowohl Rayna als auch Juliette weisen dies entrüstet zurück und versuchen, ihren eigenen Weg in Bezug auf ihre musikalische Karriere durchzuziehen. Doch als Juliettes Sponsoren abspringen, nachdem sie beim Ladendiebstahl erwischt wurde, und Rayna mit Eheproblemen zu kämpfen hat, sehen beide wohl oder übel ein, dass eine gemeinsame Tour für beide Karrieren förderlich ist. Abseits der großen Bühne versuchen die jungen Musiker Scarlett, Gunnar und Avery, im Musikbusiness von Nashville Fuß zu fassen und müssen feststellen, dass es nicht einfach ist, erfolgreich zu sein und sich selbst treu zu bleiben.

Rezension

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Den Inhalt dieser elf ersten "Nashville"-Folgen kurz zusammen zu fassen, ist beinahe unmöglich, denn sie sind zum Bersten voll mit Karriereplänen, Liebesdramen, Intrigen, Allianzen und Feindschaften und natürlich voller Musik. Auf fesselnde Art und Weise bringen Serienschöpferin Callie Khouri und ihre Autoren das pulsierende Leben Nashvilles auf die Fernsehbildschirme und präsentieren eine ausgewogene Mischung an Charakteren, die allesamt keineswegs makellos, aber dafür umso authentischer sind. Die auf den ersten Blick recht plakativ erscheinenden Klischees wie zum Beispiel die Oberflächlichkeit Juliettes werden spätestens in der zweiten oder dritten Episode mit der nötigen Ambivalenz versehen, wenn der Zuschauer immer mehr über die Vergangenheit der Figuren erfährt. Trotz der rasant voranschreitenden Story und der Vielzahl an Handlungssträngen bleibt genügend Raum, um die Charaktere mit dem nötigen Background zu versehen und ihre Entwicklung damit nachvollziehbar zu machen.

Einen großen Anteil daran hat natürlich auch der Cast, angeführt von dem Frauenpower-Duo Connie Britton ("Friday Night Lights", "American Horror Story") und Hayden Panettiere ("Heroes"). Was diese beiden nicht nur schauspielerisch, sondern auch gesanglich abliefern, ist wirklich bemerkenswert und wurde völlig zurecht mit Golden-Globe-Nominierungen für beide Schauspielerinnen und einer zusätzlichen Emmy-Nominierung für Connie Britton belohnt. Schließlich sind sie die einzigen Cast-Mitglieder ohne professionelle, musikalische Vergangenheit, doch dieses Manko machen beide durch ihre intensive Darstellung mehr als wett. Was die übrigen Gesangsauftritte, zum Beispiel von Scarlett und Gunnar oder Deacon angeht, so ist es schlichtweg ein purer Genuss! T-Bone Burnett, Oscar-Preisträger und einer der wichtigsten Musikproduzenten Nashvilles, hat für den Soundtrack und die Originalsongs, die in der Serie gesungen werden, wunderbar talentierte Songwriter zusammen gebracht, die für die ganz besondere Atmosphäre von "Nashville" sorgen. Die Musiknummern stechen nicht heraus, sondern passen sich in den Erzählrhythmus der Episoden ein die Musik ist, genau wie die Stadt Nashville, ein eigener Charakter, der ebenso sorgfältig entwickelt wird wie alle Figuren.

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Durch die Bank überzeugen können auch die unterschiedlichen Beziehungen, sowohl die langjährigen wie zwischen Rayna und Deacon, aber auch die neu geknüpften Verbindungen zwischen Scarlett und Gunnar oder auch Deacon und Juliette. Egal ob freundschaftlich, romantisch oder auch der schmale Grat dazwischen die Chemie in allen Konstellationen passt einfach und sorgt für berührende und emotionale Momente. Das trifft vor allem auch auf die Konfliktsituationen zu, die wie es sich für eine Dramaserie gehört nicht zu kurz kommen. Besonders hervorzuheben ist dabei sowohl das schwierige Verhältnis zwischen Juliette und ihrer Mutter, aber auch die kriselnde Ehe von Rayna und Teddy. Die Tatsache, dass die Autoren sich nicht nur auf das Musikbusiness, sondern in Form von Raynas Familie und besonders Teddy auch den politischen Machtspielchen der Metropole Nashville widmen, bringt noch eine Komponente ins Spiel, die einerseits für zusätzliches Drama sorgt und andererseits ein komplexeres Porträt der Stadt entwirft, in der die Serie auch gedreht wird.

Diesem Punkt, der authentischen Darstellung der Stadt, widmet sich auch eines der Bonus-Features, das in Interviews mit den Schauspielern und Serienmachern die Relevanz von Nashville für die Serie beleuchtet. Leider ist dieses Feature genau wie die anderen Extras (herausgeschnittene Szenen und ein Feature über die Entstehung des Songs "Consider Me") nicht auf der DVD enthalten, sondern kann nur online angeschaut werden. Dazu benötigt man allerdings ein Passwort, das auf der Box steht das ist ziemlich umständlich, nervig und schmälert den positiven Gesamteindruck der DVD-Box. Diese ist nämlich ansonsten sehr ansehnlich aufgemacht und kann im Gegensatz zu den gängigen Slimcases mit einer ästhetisch schönen Klappbox punkten.

Technische Details

Erscheinungstermin: 04.10.2013
FSK: 12
Laufzeit: ca. 451 Minuten (11 Episoden)
Bildformat: 16:9 1,78:1
Tonformat/Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch

Fazit

"Nashville" ist eine Edel-Soap im positiven Sinn die Handlungen überschlagen sich, ein Drama jagt das nächste, aber was den Zuschauer berührt und fesselt sind die konsequent entwickelten Charaktere und deren Beziehungen. Das macht hochgradig süchtig, nicht zuletzt dank des tollen Soundtracks, der die Serie wunderbar abrundet.

Lena Stadelmann - myFanbase