A Discovery of Witches - Review des Piloten

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Am 26. April 2019 beginnt beim deutschen Pay-TV-Sender Sky 1 die Ausstrahlung der britischen Sky-Original-Produktion "A Discovery of Witches". Mit Teresa Palmer und Matthew Goode hat man auch gleich zwei talentierte Schauspieler für die Hauptfiguren verpflichtet. Da die Serie bereits kurz nach ihrem Start in Großbritannien um zwei weitere Staffeln verlängert wurde, gibt es also genug Gründe zum Deutschlandstart mal genauer hinzusehen.

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Foto: Teresa Palmer, A Discovery of Witches - Copyright: Sky UK Limited
Teresa Palmer, A Discovery of Witches
© Sky UK Limited

"A Discovery of Witches" wird als Serie mit großen Gefühlen in der mystischen Welt angekündigt und es beginnt sogleich recht geheimnisvoll mit der Erzählstimme von Matthew Goode, der dem Zuschauer verrät, dass mystische Kreaturen direkt unter den Menschen leben - sich quasi vor aller Augen verstecken. Mit Diana Bishop (Palmer) folgt dann sogleich die Protagonistin, die als hochgepriesene Oxford-Absolventin und Buchautorin nun nach einigen Jahren für einen Vortrag an ihre Alma Mater zurückkehrt und dort noch einige Recherchen für ihre nächste Veröffentlichung vornehmen möchte. Doch wie man sogleich feststellt, verbirgt Diana ein Geheimnis, denn sie hat magische Fähigkeiten, von denen niemand etwas erfahren soll. Wie sich in einem kurz darauffolgenden Gespräch mit einer alten Bekannten namens Gillian Chamberlain (Louise Brealey), die ebenfalls eine Hexe ist und sie zu ihrem Zirkel einlädt, herausstellt, hat Diana kein Interesse an ihren magischen Fähigkeiten; vor allem seitdem ihre Eltern in irgendeiner Form durch oder wegen Magie gestorben sind. Obwohl sie sie also nicht aktiv nutzt, treten sie immer wieder unkontrolliert zu Tage - vor allem wenn Diana gestresst ist oder irgendwie emotional reagiert. Das macht das Ganze in meinen Augen umso gefährlicher. Hier haben wir also direkt eine Grundprämisse für ihren Handlungsbogen, denn es bleibt wohl nicht aus, dass Diana sich im Verlaufe dieser Serie noch mehr mit ihren Fähigkeiten auseinandersetzen muss - ob sie nun will oder nicht. Das wird dadurch verstärkt, dass sie bei ihren Recherchen unwissentlich auf ein seit Jahrhunderten verschollenes Buch stößt, das verhext zu sein scheint und sich nur ihr zeigt. Das wollen sich schon bald alle möglichen magischen Kreaturen zu Nutze machen.

Foto: Matthew Goode & Teresa Palmer, A Discovery of Witches - Copyright: Sky UK Limited
Matthew Goode & Teresa Palmer, A Discovery of Witches
© Sky UK Limited

Damit kommen wir zu Matthew Clairmont (Goode), der wie viele andere Kreaturen, sofort eine Art magischen Impuls verspürt, als Diana das Buch öffnet. Er bleibt nicht der Einzige, doch er ist derjenige, der Diana sofort aufspürt und ahnt, was geschehen ist. Düster und geheimnisvoll - unklar, ob bedrohlich - das waren meine ersten Gedanken zu seiner Figur. Lange bleibt verborgen, was für eine magische Kreatur er ist und wir erfahren es auch erst durch die Einführung weiterer Charaktere. Der Jahrhunderte alte Vampir arbeitet inzwischen als Biochemiker und Genetiker in Oxford und er vermutet, dass das verschollene Buch Informationen darüber enthält, wie die mystischen Kreaturen bzw. insbesondere die Vampire entstanden sind. Und jemand, der das weiß und ihre Evolution versteht, könne sie auch vernichten, weshalb es für Matthew lebenswichtig ist, dass das Buch nicht in die falschen Hände gerät - beispielsweise in die einer Hexe... Hier beginnt auch sogleich meine Faszination mit dem Charakter. Einerseits wirkt er gefährlich und er hätte jede Chance Diana Bishop zu töten, sollte sie das Geheimnis gelüftet haben. Dass er alles belauschen kann und immer wieder Dianas Weg kreuzt, macht ihn sehr bedrohlich - sie spricht ihn schließlich sogar direkt darauf an, ob er ein Stalker sei. Andererseits wirkt sein gesamtes Verhalten auch sehr weise, schließlich ist sie die Einzige, die das Buch in den letzten Jahrhunderten finde konnte. Da sie seine einzige Verbindung zu dem Buch sein könnte, will er nicht zu vorschnell oder irrational handeln. Insbesondere die letzten Minuten der ersten Folge zeigen aber auch, dass er seine Instinkte und sein inneres Wesen nicht zu 100 Prozent kontrollieren kann, was die Spannung zwischen Matthew und Claire in den kommenden Folgen ausmachen kann. Ob hier die "großen Gefühle" zu Tage treten werden, die in der Serienankündigung zu lesen waren? In Folge 1 hat man davon zumindest noch nicht viel gemerkt.

Foto: Alex Kingston, A Discovery of Witches - Copyright: Sky UK Limited
Alex Kingston, A Discovery of Witches
© Sky UK Limited

Die Nebenfiguren bleiben im Staffelauftakt bisher nur angerissen. Wir wissen grundsätzlich, dass es in Oxford einen Hexenzirkel gibt, der durch Dianas Buchfund alarmiert ist und sie nun irgendwie kontrollieren möchte. Dazu gibt es noch einige andere Vampire, die ihre Existenz scheinbar wissenschaftlich untersuchen und Menschen nur dann verwandeln, wenn sie über die Konsequenzen aufgeklärt werden. Nicht unerwähnt sollte auch Dianas Tante Sarah (Alex Kingston) bleiben, da sie über die magischen Fähigkeiten ihrer Nicht Bescheid zu wissen scheint und vielleicht sogar selbst eine Hexe ist. Sie hat Diana nach dem Tod ihrer Eltern aufgezogen und versucht alles über Magie beizubringen, weshalb sie zwar eine wichtige Bezugsperson für Diana ist, ihr mit ihrer direkten Art jedoch auch immer wieder vor den Kopf stößt. Sie ist beispielsweise nicht damit einverstanden, dass ihre Nichte dem Ursprung des Buchs nicht näher auf den Grund gehen will.

Neben den Darstellern gibt es in dieser ersten Folge aber noch eine andere wichtige Protagonistin und das ist die Stadt Oxford. Es ist unglaublich schön, dass die Serie an Originalschauplätzen gedreht wurde, sei es auf der Straße oder in der Bibliothek. Der Blick auf die Stadt, die uralten Gemäuer und dicken ledergebundenen Bücher machen das Vorhandensein von mystischen Kreaturen und Magie durchaus glaubwürdig. Da bedarf es keinen dunklen Ecken, Nebel oder Schockeffekten, die Stimmung wird auch so sehr gut transportiert. Auffällig und irgendwie auch witzig fand ich derweil, dass alle Figuren immer wieder Wein trinken - entweder eine Anekdote, die aus der Romanvorlage übernommen wurde, oder eine Anspielung auf die Romanautorin Deborah Hawkness, die bekennende Weinliebhaberin ist.

Fazit

Man verbringt in der ersten Folge von "A Discovery of Witches" viel Zeit damit die beiden Protagonisten und die Grundprämisse der Serie einzuführen, weshalb Nebenfiguren noch sehr blass bleiben. Die Figur des Matthew Clairmont bleibt noch sehr undurchsichtig, denn während er großes Interesse daran hat, zusammen mit Diana Bishop das Geheimnis des Buches zu lüften, könnte er auch ihr gefährlichster Gegenspieler werden. Gerade weil es aber noch so viele Fragen gibt und die optische Machart der Serie so überzeugt, werde ich wohl weiter einschalten.

Catherine Bühnsack - myFanbase

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