Victor Garber in "Will & Grace"
#7.09 Verrauschte Worte (2)

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"Will & Grace" ist eine Emmy-preisgekrönte Sitcom, die von 1998 bis 2006 von NBC produziert wurde und acht Staffeln umfasst. Von 2001 bis 2005 strahlte ProSieben sieben Staffeln aus, bis der Sender die Rechte an Sat.1 abgab, doch die Ausstrahlung wurde im Februar 2008 eingestellt. Die achte Staffel wurde bisher nie in deutscher Erstausstrahlung gezeigt. In Amerika wurde die Sitcom innerhalb von drei Jahren zu einer der beliebtesten und erfolgreichen Serien dieses Genres.

Die Sitcom erzählt die Geschichten von Will Truman (Eric McCormack), Grace Adler (Debra Messing) sowie deren Freunde Karen Walke (Megan Mullally) und Jack McFarland (Sean Hayes), die in New York leben. Will, Rechtsanwalt, und Grace, die als Innenarchitektin arbeitet, leben in einer Wohngemeinschaft und wären das perfekte Paar, wenn er nicht homosexuell wäre. Doch beide haben damit kein Problem und beweisen so, Männer und Frauen können doch befreundet sein. Will und Grace sind stets füreinander da und teilen ihren Kummer, ob es nun um Liebe oder die Arbeit geht. Dazu kommt, dass sie dieselben Interessen teilen.

Inhalt

Foto: Eric McCormack & Debra Messing, Will & Grace - Copyright: Comedy Central
Eric McCormack & Debra Messing, Will & Grace
© Comedy Central

Will möchte seine beste Freundin und Mitbewohnerin Grace ablenken und fährt mit ihr in ein gemütliches Hotel, damit sie endlich wegen ihres Hochzeitstages und Leo auf andere Gedanken kommt. Da dürfen natürlich ihre Freunde Karen und Jack nicht fehlen, die aber keinen Trübsal blasen, sondern die Nacht zum Tag machen. Jack trifft in dem Hotel auf einen ehemaligen, berühmten Schauspieler (Victor Garber), der in den 70er Jahren vor allem durch einen Kakao-Werbespot berühmt wurde. Er ist fassungslos, dass sein Idol jetzt als Hotelpage arbeitet, und will ihn als das Gesicht für den Fernsehsender Out-TV verpflichten, doch der macht im Studio Theater. Erst Karen schafft es, ihn zu überreden, den Werbespot doch noch zu machen.

Victor Garber spielt in #7.09 Verrauschte Worte (2) Peter Bovington, einen Hotelpagen, der in den 70er Jahren ein sehr gefragter Schauspieler am Broadway war und in der Werbung stets als Kakaoteufel zu sehen war. Aufgrund mangelnder Angebote wurde er schließlich heroinsüchtig, was der Zuschauer jedoch erst später erfährt.

Die Sache mit der Schublade...

In dieser Folge wird im Prinzip das Leben eines vergessenen Schauspielers gezeigt. Obwohl es traurig ist, hat man es in der Sitcom sehr gut umgesetzt und Garber verkörpert den Schauspieler mit einer wahren Professionalität. Ich bin kein Fan von "Will & Grace" und habe mir diese Episode auch nur wegen Victor angesehen. Jack kann es verständlicherweise nicht fassen, dass sein Idol so abgefallen ist, und will ihn wieder in die Branche zurückbringen. Er zeigt ihm, was sich seit damals verändert hat und sie viel erreicht haben.

Es war sehr lustig, denn ich hatte das Gefühl, Peter lebt immer noch in den 70er Jahren, da er vollkommen baff war von dieser Entwicklung und gerade noch mit "Cagney & Lacey" etwas anfangen konnte. Als er schließlich das Gesicht von Out-TV werden soll, ist er anfangs happy. Ich habe selten über Garber so gelacht, weil ich ihn bisher aus keinen lustigen Fernsehproduktionen gekannt hatte, sondern nur aus Action- und Anwaltsserien. Aus "Alias - Die Agentin", wo er zwar ab und an ebenfalls einen Witz riss, vor allem in der finalen Staffel, und sich über sämtliche Staffeln zu einem guten Menschen entwickelte; schließlich aus "Justice" und "Eli Stone", in denen er aber nicht gerade von Anfang an einen sympathischen Kerl mimt, den man sofort ins Herz schließt, sondern lieber aus dem Weg geht.

Garber ist ein sehr wandlungsfähiger Schauspieler und deshalb passt er ebenso gut in das Genre Sitcom. Mit seiner Perfektion schaffte er es, von einer Sekunde zur nächsten den lustigen Typen abzulegen, todernst und wütend zu werden, weil er gedemütigt wurde. Die Szene, als er sich weigerte, die Sätze in die Kamera zu sagen, weil sie erniedrigend wirken, erinnerte mich an "Alias", wenn er sich mit seiner Serientochter Sydney Bristow stritt. Es war zwar nur ein kurzer, dafür aber auffälliger und prägender Augenblick in der Folge, den ich ehrlich gesagt nicht erwartet habe. Ich war davon überzeugt, Victor würde wie die Hauptdarsteller dieser Sitcom einen Spruch nach dem anderen reißen.

Fazit

Victor Garber, der nicht sich, aber im Prinzip das Leben eines Schauspielers darstellte, veranschaulicht mit sehr viel Witz, Charme, aber auch einem Schuss Ernsthaftigkeit sehr gut, wie schnell ein Darsteller in einer Schublade landen kann und dort Jahre verbringt. Allein wegen Victor habe ich mir diese Episode angesehen und es nicht bereut, schließlich hat er dann doch noch seine zweite Chance als Schauspieler genutzt. Allerdings fand ich nur die Szenen mit ihm lustig, die Storylines um die Hauptdarsteller interessierten mich gar nicht. Ich war froh, wenn Victor Garber auftauchte. Er ist ein außerordentlicher Schauspieler!

Dana Greve - myFanbase