FedCon XX - Freitag, 29. April 2011
Dirk Benedict

Ich erinnere mich noch genau, wie ich früher als Kind gemeinsam mit meinem älteren Bruder jeden Samstag vor dem Fernseher saß und gebannt dem neusten Fall des A-Teams folgte. Hannibal, Murdock, B.A. und Face waren meine frühkindlichen Helden und ich habe alle Episoden natürlich mehrmals gesehen. Demnach stand für mich fest, dass ich die Panels von Dirk Benedict auf der FedCon XX in Düsseldorf unter allen Umständen sehen will, um Lieutenant Templeton Peck alias Face(man) einmal live zu erleben.

"I hate it when people remember what I said the last time..."

Foto: Dirk Benedict, FedCon XX - Copyright: myFanbase/Annika Leichner
Dirk Benedict, FedCon XX
© myFanbase/Annika Leichner

Eins steht fest: Dirk Benedict ist in die Jahre gekommen. Es ist über 20 Jahre her, dass die Dreharbeiten zu "Das A-Team" beendet wurden und diese Jahre gehen an keinem Menschen spurlos vorbei. Dennoch erkennt man sofort, wen man eigentlich vor sich hat. Selbst mit 66 Jahren ist Dirk Benedict immer noch ein sehr attraktiver Mann, der eine unglaubliche Ausstrahlung hat, dessen Augen strahlen und dessen Lächeln immer noch die Herzen höher schlagen lässt. Dirk Benedict ist und bleibt ein Womanizer. Viel wichtiger noch: Dirk Benedict ist ein Mann der alten Schule, der raucht, trinkt, nicht über Gefühle redet, seinen Charme spielen lässt und Dinge beim Namen nennt.

Foto: Dirk Benedict, FedCon XX - Copyright: myFanbase/Annika Leichner
Dirk Benedict, FedCon XX
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Und diese pure Männlichkeit, die Dirk Benedict auf der Bühne verkörperte, spiegelte auch seine Performance wider. Kein anderer Stargast auf der FedCon XX kam auf die Bühne und erzählte erst einmal einen Schwung aus seinem Leben, der sich dann zu einem knapp 30 minütigen Vortrag entwickelte. Auch wenn es bereits einige Personen gab, die vor den Mikrophonen warteten, um Dirk Benedict eine Frage zu stellen, so redete er dennoch in beiden Panels - einfach wie ihm der Schnabel gewachsen war. Dabei begann er viele Geschichten, schweifte dann ein wenig ab und kürzte die Sache dann immer mit den Worten: "But that's another story I might get back to later". Herrlich!

Foto: Dirk Benedict, FedCon XX - Copyright: myFanbase/Annika Leichner
Dirk Benedict, FedCon XX
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Bei seinen Ausführungen erzählte Dirk Benedict viel von seinen Söhnen ("I wanted to call them Pride and Joy, but my wife thought that was a stupid idea."), seiner Zeit als alleinerziehender Vater und seinem Haus in Montana. Dabei hatte er auch keine Scheu davon zu berichten, dass er erst knapp 30 Jahre nach der Geburt seines unehelichen Sohnes John von diesem erfahren hat, der aus einer Beziehung in seiner Jugend stammte. Man merkte deutlich, wie stolz er auf seine Kinder ist und dass er in seiner Rolle als Vater aufgeht, auch wenn er immer wieder bekräftigte, dass er sich trotz der Hausarbeit seine Männlichkeit bewahrt hat und an diesem Zeitpunkt herausgefunden hat, dass das Leben aus lauter Paradoxien besteht. Nahezu nebensächlich sprach er von der Tatsache, dass er mit Krebs zu kämpfen hatte und tat dies schnell wieder mit einem Witz ab und verwies auf die Bücher, die er bisher über sein Leben geschrieben hat.

Foto: Dirk Benedict, FedCon XX - Copyright: myFanbase/Annika Leichner
Dirk Benedict, FedCon XX
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Seine Karriere bzw. sein Leben an sich, fasste Dirk Benedict mit dem Satz "My whole life is been a result of not knowing which path to take." zusammen und irgendwie glaubt man ihm sofort. Er hat zwei große Rollen in seinem Leben gespielt: Starbuck in der Originalserie "Battlestar Galactica" und Face in "Das A-Team". Dies sind die Rollen durch die er bekannt geworden ist, die ihm seinen Ruhm verschafft haben und die die Juwelen in seiner gesamten Karriere darstellen. Und bei beiden Rollen lief nicht alles so glatt, wie man meinen sollte. Die Rolle des Face wurde ihm bekanntermaßen erst nach dem Piloten der Serie zuteil und bei "Battlestar Galactica" wurde er nie das Gefühl los, dass der Sender ABC ihn einfach nur gehasst hat ("Because they think that I'm Starbuck in real life. And what is he? A cigar smoking concerning womanizing little star."). Doch auch diese Geschichten erwähnte Dirk Benedict nur inmitten seiner eigentlichen Erzählung, die in diesem Fall die Tatsache war, dass er von den Frauen vor seinem Auftritt in "Battlestar Galactica" nicht beachtet wurde, dann jedoch den Status eines Stars genoss. Natürlich lebte er dies aus, doch machte auch deutlich, dass er sich dessen bewusst war, dass ihn nur wegen seiner Karriere beachteten und nicht daran glaubte, dass es echt sei.

Foto: Dirk Benedict, FedCon XX - Copyright: myFanbase/Annika Leichner
Dirk Benedict, FedCon XX
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Ein Highlight des ersten Panels war, als sich nach knapp 20 Minuten der Saal füllte, da das Panel mit Richard Dean Anderson zu Ende war und die Leute zumindest den Rest von Dirk Benedict mitbekommen wollten. Die Tatsache, dass immer mehr Leute in den Saal strömten, kommentierte Dirk Benedict mit den Worten: "Now you missed the best part of the whole thing. [] You know I have some pride. [] I will remember any one of you.". Kurz darauf ließ er dann endlich auch Fragen aus dem Publikum vor, doch angesichts der Zeit, die durch seine ausführlichen Erzählungen schon fortgeschritten war, würgte er nahezu jeden Fragesteller mittendrin ab und war sich sicher, dass er eh bereits die Frage kennen würde. Bei seinen Antworten ließ er sich dennoch wieder sehr viel Zeit, was darin mündete, dass die nächsten Fragesteller noch schneller zum Schweigen gebracht wurden. Man könnte dies als unglaubliche Frechheit auslegen, aber es passte einfach zu Dirk Benedict und war dergestalt eher amüsant als rüde noch dazu entwickelte es sich zum Running Gag.

Was von den insgesamt knapp anderthalb Stunden mit Dirk Benedict bleibt ist die Tatsache, dass dieser Mann ein unglaubliches Leben hinter sich hat. Er hat zwei grandiose Rollen gespielt, die noch heute in aller Munde sind, er war ein Frauenschwarm, der von seiner Frau verlassen wurde, er hat drei Söhne von denen er voller Stolz spricht und er ist eine Person, der man nur ein Mikro in die Hand drücken muss, um sich dann zurückzulehnen und dem zu lauschen, was er über sein Leben zu erzählen hat. Dabei ist nicht immer ganz ersichtlich, was er einem eigentlich erzählen will, doch es ist dennoch wahnsinnig unterhaltsam und man geht mit Bauchkrämpfen vor Lachen nach Hause, auch wenn man nicht so recht versteht, was da eigentlich gerade vor sich gegangen ist.

Annika Leichner - myFanbase