Bewertung: 6

Review: #17.11 Sorry Doesn't Always Make It Right

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#17.11 Sorry Doesn't Always Make It Right ist eine klassische Übergangsfolge. Es gibt keine großen Momente, die uns den Atem verschlagen oder Figuren, die über sich hinauswachsen. Stattdessen werden die Entwicklungen der letzten Folgen sachte fortgeführt und ein kleiner Fokus auf die Patient:innenfälle gelegt. Auffällig ist dabei dennoch, dass die positive Grundstimmung der letzten Folge fortgesetzt wird und dass das wenige, was in dieser ereignisarmen Folge passiert, witzig und manchmal sogar echt herzerwärmend werden kann.

Nachdem Winston überraschenderweise Maggie einen Heiratsantrag gemacht hat, sind es nun Amelia und Link, die ein erfrischend ehrliches Gespräch über ihre Zukunftsplanung führen. Der Überraschungsbesuch von Links Eltern führt nämlich dazu, dass die beiden sich damit auseinandersetzen, ob sie heiraten wollen. Während Amelias erste Ablehnung noch witzig gerät und ich mich über ihren Tränenausbruch noch amüsiert habe, wird schnell klar, dass mehr dahintersteckt: Durch den ganzen Stress mit den Kindern hat Amelia keine Möglichkeit gehabt, ihren eigenen Emotionen und Ängsten freien Lauf zu lassen. Zudem ist die Pandemie immer triggernder für Amelia und bringt sie immer mehr in Versuchung, Drogen zu nehmen. Außerdem steckt ihr die zerbrochene Ehe mit Owen noch in den Knochen, was weitere Zweifel in ihr sät. Link versucht, Amelia wieder neuen Mut zu machen und beteuert, wie sehr er sie liebt; für ihn ist die Sache klar: Er will Amelia heiraten. Ich bin etwas überrascht gewesen, dass man Link als so konfliktscheu und überfordert dargestellt hat; in der Vergangenheit hat er durchaus beweisen können, wie gut er mit Amelia, ihren Ängsten und ihrer Sucht umgegangen ist. Ebenso merkwürdig fand ich es, dass er hier selbst den Vergleich zu Owen gezogen hat und sich dabei als unerfahren mit "Drama" dargestellt hat. Nichtdestotrotz mochte ich diese Storyline, beweist sie doch wieder einmal, wie sehr Amelia in den vergangenen Staffeln gewachsen ist und wie gut sie und Link sich tun. Die Lösung, vorerst so weiterzumachen, wie bisher, aber für das Thema offen zu bleiben, scheint ein guter Kompromiss zu sein, der, wie ich vermute, auch tatsächlich eines Tages in einer Ehe münden könnte.

Auch an der Teddy-Owen-Front geht es weiter, denn, Achtung: Owen entschuldigt sich. Es geschehen doch noch Zeichen und Wunder. Zwar ist er (noch) nicht in der Lage, die Beziehung zu Teddy fortzuführen, doch immerhin gesteht er sein Fehlverhalten ein und will ihr nun als Freund bei der Aufarbeitung ihres Traumas beistehen. Somit ist hier endlich der erste Schritt zu einer Versöhnung getan und ich fühle mich in meinem Verdacht bestätigt, dass damit auch der Grundstein für eine Wiedervereinigung der beiden gelegt wurde.

Und yeah, Meredith ist aufgewacht! Ich hätte irgendwie mehr Enthusiasmus und Freude von den Ärzt:innen erwartet, nachdem in den vergangenen Folgen Merediths Gesundheitszustand doch Gesprächsthema Nummer 1 gewesen ist. Auch wenn sie noch lange nicht über den Berg ist und sie immer noch schwer krank ist, hätte ich es an Richards Stelle mehr zelebriert, endlich wieder mit ihr reden zu können. Spannend ist auch, dass in dieser Folge auch eindeutig erklärt wird, was Meredith auf ihrem Strand mitbekommen hat – nämlich einfach alles. So ist Meredith diejenige, die durch Jos Geständnis an ihrem Krankenbett, Richard von deren Wunsch, ihr Fachgebiet zu wechseln, erzählt. Damit ist auch klar, dass Nachrichten wie die von Andrews Tod, Meredith gar nicht mehr übermittelt werden müssen, da sie sich völlig im Klaren ist, was um sie herum passiert. Und ehrlich gesagt muss ich gestehen, dass, so redundant die Strandszenen doch erscheinen mögen, ich sie in dieser Folge doch vermisst habe. Denn es ist ja auch mehr als deutlich, dass nicht mehr so davon geben wird, oder? Wir wissen, dass Patrick Dempsey noch für eine weitere Folge dabei sein wird und ich fände es auch schön, wenn Meredith Szenen mit ihren Eltern oder Doc hätte. Weitere Gäst:innen am Strand bräuchte ich persönlich nicht mehr.

Ein Highlight stellte auch Mama Ortiz dar, die für mich immer mehr zu einer der coolsten Anfänger:innen wird. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Ärzt:innen weiß sie als ehemalige Sozialarbeiterin, von was sie spricht, wenn sie von unterversorgten Gegenden erzählt oder sich darüber aufregt, dass ausgerechnet diejenigen nicht die gesundheitliche Hilfe erhalten, die sie doch am bittersten benötigen. Jacksons großzügiges Angebot, für die Hotelzimmer von Covid-Infizierten aufkommen zu wollen, ist dabei, wie sie ihm vehement verdeutlicht, zu kurz gedacht und verhindert dazu die Arbeit von echten Hilfsorganisationen. Hier muss man Jackson zugutehalten, dass er Ortiz' Kritik nicht persönlich nimmt, sondern sie zum Anlass nehmen möchte, von ihrer Erfahrung zu profitieren und dadurch tatsächliche Veränderungen zu unternehmen. In der Vergangenheit habe ich gerne kritisiert, dass die große Storyline der 16. Staffel, in der Meredith gegen das ungerechte Gesundheitswesen vorgehen wollte, leider hinter den Erwartungen zurückblieb. Nun habe ich den Eindruck, dass man das Potenzial dieser Storyline, das damals nicht genutzt wurde, jetzt tatsächlich schöpfen möchte.

Auch die Patient:innenfälle wissen in dieser Folge zu überzeugen. Während das verheiratete Paar für den typischen absurden Grey's-Humor gesorgt hat und mich gerade am Ende sehr zum Lachen brachte, durfte sich Cormac erneut als engagierter Arzt behaupten, der mit seiner etwas grimmigen Art alles für seine Patient:innen tut. Irgendwie hat er mich damit stark an Alex erinnert, der nach seiner Arschlochphase zu Beginn der Serie ja auch ein ähnliches Verhalten an den Tag gelegt hat. Seitdem kann ich diesen Vergleich nicht so leicht abschalten, weiß aber nicht, ob ich das insgesamt gut oder schlecht finden soll und kommentiere das in Zukunft erst wieder, wenn ich eine Meinung dazu gebildet habe.

Lux H. - myFanbase

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