Bewertung: 9

Review: #3.08 Das Paradies

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Dark
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Ich kann mich noch gut an das #Finale der ersten Staffel erinnern, nach dessen Schauen ich dachte: Was für ein Unfug. All die schönen Parallelen und Stützpfeiler wurden eingerissen, da die Triqueta zerstört wurde und es plötzlich vier anstelle von drei Zeitebenen gab. Im Verlauf der zweiten Staffel fand ich mich damit ab und somit hätte ich nicht gedacht, dass die Triqueta in Staffel 3 noch einmal Thema werden würde auch wenn es eigentlich ziemlich offensichtlich war. Doch da habe ich mich getäuscht und all das, was mir am Finale der ersten Staffel missfiel, wird nun wieder geradegerückt. Alle Puzzlesteine fanden ihren vorbestimmten Platz und das auf so mühelose Weise, dass man diese Serienfinale einfach nur bestaunen kann.

"Wir passen perfekt zusammen. Glaub nie etwas anderes."

Der Ursprung dieser Geschichte wurde uns so offensichtlich auf die Nase gebunden, dass ich wahrhaftig nicht darauf gekommen bin. Doch die Familie Tannhaus stellte von Beginn an eine Schlüsselrolle mit immensem Wissen dar, was ich bis zuletzt unterschätzt habe. Umso begeisterter bin ich davon, auf welche Weise man "Dark" zu einem Ende gebracht hat. Es erscheint wirklich so, als hätten die Autoren von Beginn an gewusst, auf welches Ende sie zusteuern und welche Elemente auf diesem Weg wesentlich sein würden, um dieses Finale vorzubereiten. Nachdem wir zuletzt viel durch die Zeit gereist sind, um die Begleitumstände in all ihrem Ausmaß zu verstehen, fokussiert das Finale sich sehr stark auf das epische Liebespaar der Serie. Von Staffel 1 an war klar, dass Jonas und Martha eine treibende Kraft von "Dark" darstellen, doch die Ausmaße dessen hätte ich mir bis zuletzt nicht träumen lassen. Umso besser finde ich es, dass man erneut auf dem zweischneidigen Schwert der Erzählung beharrt und ganz zum Schluss genau die dritte Dimension ins Spiel bringt, die ich nach dem Ende der ersten Staffel vermisst habe auch wenn ich mir damals noch nicht ausmalen könnte, wie bedeutsam sie noch einmal sein wird. Ja, der Fokus lag stets auf Martha und Jonas, doch auch die anderen Familien, die am Ende durch Claudia verkörpert wurden, waren immer entscheidende Spielsteine. Auch wenn ich sie nie als vollkommen gleichwertig betrachtet habe, bin ich dennoch nicht auf die Idee gekommen, zu hinterfragen, welche der Figuren nur passiv am Geflecht des Knotens beteiligt sind.

Zum Ende hin wirkt die Erklärung vollkommen durchdacht, gleichzeitig erwischt man sich auf dem Weg dorthin immer einmal wieder bei dem Gedanken, dass doch noch etwas schieflaufen könnte. Und seien wir ganz ehrlich, es ist eine Menge schiefgelaufen. DAS Liebespaar der Serie existiert am Ende nicht mehr, all die schönen, schmerzhaften und authentischen Erinnerungen sind einfach verblasst und die Menschen, durch die sie verkörpert wurden, haben sich wie eine zufällige und bedeutungslose Ansammlung von Glühwürmchen einfach im Wind zerstreut. Es ich gleichermaßen traurig wie erleichternd und auch wenn man sich über die gelungene Mission freut, spürt man am Ende einen Stich im Herzen, da Romeo & Julia, Adam & Eva, Jonas & Martha nun niemandem mehr in Erinnerung bleiben werden.

Fazit

Was bleibt zum Schluss zu sagen? Es war eine faszinierende Reise, die ihre Richtungswechsel erstaunlich gut zu erklären wusste, genau so sehr wie sie Liebe, Leid und Hass zu schüren wusste. Zu Beginn dieser Reise hätte ich nicht gedacht, dass "Dark" eine so perfekte Geschichte zu erzählen weiß. Doch am Ende zeigt sich, dass wir immer nur einen Tropfen des Ozeans gesehen haben und dass diese Tropfen zum Schluss ganz sanft ineinander überzugehen wussten.

Marie Florschütz - myFanbase

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