Bewertung: 7

Review: #7.05 Change Is A Tough Pill To Swallow

Von OneChicago ist "Chicago Med" für mich immer irgendwie das schwächste Glied in dieser Kette. Allerdings muss ich aber zugeben, dass die siebte Staffel verdammt stark ist – bisher. Mit Neuling Dr. Pamela Blake wird es wahrscheinlich noch sehr interessant und auch die Entwicklung von Vanessa Taylor geht in eine Richtung, die gefährlich werden könnte.

Fehldiagnose + 'Familienzusammenführung'

Es ist eigentlich unfassbar, dass es in dieser Episode eine weitere Fehldiagnose gab und dass Dylan Scott erneut der Arzt ist, der dies mit Daniel Charles herausfindet. Die beiden werden noch ein Dreamteam, ich spüre das! Aber abgesehen davon war auch diese Fehldiagnose nicht minder emotional als die beiden aus der vergangenen Episode. Ehrlich gesagt war dies sogar noch emotionaler, weil gleich eine ganze Familie betroffen gewesen ist und noch ein kleiner Junge, der sich selbst nicht so ganz verstanden hat.

Familie Miller hat zwei Söhne: Alex und den jüngeren Ryan. Letzterer hat laut der Diagnose ADHS, was bedeutet, dass er die ganze Aufmerksamkeit seiner Eltern bekommt, während Alex immer irgendwie zurückstecken muss. Daniel hat den Begriff Schattenkind dafür verwendet, was ich leider nur allzu treffend finde, da er immer im Schatten seines Bruders steht. Kein Wunder also, dass Alex sich von seinem Bruder verletzen ließ, denn so hatte er auch mal die Aufmerksamkeit seiner Eltern. Diesen möchte ich auch gar keine Vorwürfe machen, denn man hat ihnen einfach auch angemerkt, dass sie überfordert gewesen sind, was ich gut nachvollziehen kann. Es heißt ja immer wieder, dass es für Elternschaft kein Handbuch gibt und wenn man auch noch ein Kind mit ADHS hat, ist es umso schwerer.

Verwunderlich war für mich allerdings, dass Alex anscheinend der Einzige gewesen ist, der mitbekommen hat, dass sein Bruder, wenn er sich in die Enge gedrängt fühlt, die Nerven verliert, sich verkriecht oder eben aggressiv wird. Das hätte die Eltern dann vielleicht doch mitbekommen sollen. Ich fand es aber toll, wie sensibel Daniel und Dylan mit den beiden Jungs umgegangen sind.

Vor allem nachdem Ryan den Anblick seines Bruders nicht ertragen und sich verkrochen hat, fand ich Daniels Agieren großartig. Er hat natürlich Recht, das Ryan über seine Angst sprechen muss. Das Problem für ihn ist aber wohl gewesen, dass er sich nicht getraut hat, weil die Diagnose schon feststand und ihm vermutlich somit keiner geglaubt hätte. Umso mehr gefiel mir dann das harmonische Bild der Familie zum Ende der Episode.

Genau dies hat ja auch Dylan dazu bewogen, dass er nochmals seinen Vater Reginald aufgesucht hat, um ihm nochmal für seine Kindheit zu danken. Ich finde es großartig, dass wir innerhalb kurzer Zeit bereits zwei Familienmitglieder von Dylan kennengelernt haben und ich beide extrem cool auf ihre Art finde. Reginald scheint ein ziemlich humorvoller Typ zu sein, von dem wir hoffentlich noch mehr erleben werden.

Dr. Pamela Blake und Avery Quinn: Mutter-Tochter-Gespann

Im Gegensatz zu "Chicago Fire" war "Chicago Med" noch nie so familiär wie eben die Mutterserie. Vielleicht ist das auch den Macher*innen aufgefallen und prompt präsentiert man uns in dieser Episode ein ziemlich interessantes Mutter-Tochter-Gespann, bei dem ich ehrlich gesagt noch nicht sicher bin, in welche Richtung man tendiert.

Mit Avery Quinn wurde ein Patientin eingeliefert, um die sich Crockett Marcel kümmert oder besser gesagt gekümmert hat. Denn kaum hat er Untersuchungen angefordert, steht Dr. Pamela Blake im Raum, die nicht nur den Fall an sich reißt, sondern sich auch noch als Averys Mutter herausstellt. Zudem scheint sie eine Art Helikopter-Mutter zu sein, die ihre (erwachsene!) Tochter nicht aus den Augen lassen will, sondern die auch sonst ziemlich herrisch zu sein scheint. Denn sie scheint überhaupt nichts darauf zu gegeben, dass es eigentlich strengstens untersagt ist, Familienmitglieder zu operieren. Da kann man ja echt froh sein, dass Pamela Dean Archer insofern vertraut, dass er den Eingriff zusammen mit Marcel vornehmen durfte. Das bedeutet aber eben nicht, dass sie tatsächlich nur zugesehen hat, denn Pamela hat bestimmt, was und wie gemacht werden soll. Ich frage mich ehrlich gesagt, was Archer schon wieder im Schilde führt, denn der hat ja nun wahrscheinlich nicht umsonst Pamela zugestimmt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er irgendwas vorhat. Nur was das genau ist, weiß ich noch nicht.

Und wie wir dann auch noch von Avery erfahren haben, scheint Pamela nie ganz erfreut zu sein, wenn man gegen ihren Willen agiert. Sechs Monate nicht mit der eigenen Tochter zu sprechen, weil diese ihr Medizinstudium nicht weitermachen wollte – und stattdessen Anwältin in Sachen Medizin wird – ist schon echt hart. Fakt ist somit: Mit Pamela Blake ist sicher nicht gut Kirschen essen, Marcel darf sich sicher warm anziehen und uns erwarten sicher noch einige (unschöne) Überraschungen mit ihr. Ich kann es kaum erwarten, weil ich denke, dass Sarah Rafferty dies ganz wunderbar spielen wird. Fragt sich nur noch, ob ich sie dann nur hassen werde oder ob ich es lieben werde, sie zu hassen.

Randnotizen

  • Vas Com ist einfach ein leidiges Thema für mich, über das ich gar nicht viel sagen kann, weil es mich nur (noch) nervt. Dazu kommt noch, dass ich befürchte, dass Will Halstead entweder etwas mit Stevie Hammer anfangen wird oder mit der naiv-dümmlichen Jessa Rinaldi und mir beide Paarungen nicht unbedingt zusagen würden.
  • Ich glaube, wir müssen uns ernsthaft Sorgen um Vanessa machen. Ich kann sie verstehen, dass sie sich behaupten will und vielleicht auch muss. Aber ich glaube, sie rutscht bald gewaltig in den Abgrund und ich bin mir nicht sicher, wie sehr Maggie Lockwood da eingreifen wird und wie sehr das ihrer Beziehung zu ihrer Tochter schaden könnte.



Fazit

"Chicago Med" ist zu meiner ganz persönlichen Überraschung noch unglaublich stabil, was aber wahrlich nicht an der Vas-Com-Story liegt oder an Wills potenziellen Love Interests, sondern vielmehr am Gespann Dylan und Daniel sowie Marcel und Archer und Avery und ihre Mutter Pamela. Das klingt für mich durchaus vielversprechend.

Daniela S. - myFanbase

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