Bewertung: 7

Review: #7.04 Status Quo, aka The Mess We're In

Diesmal kommt die siebte Staffel von "Chicago Med" gleich mit zwei Fehldiagnosen um die Ecke, die aber emotionaler nicht sein könnten. Dazu gibtís noch zwei Enthüllungen, die versprechen, interessant zu werden und das leidige Thema Vas Com Ė fertig wäre somit Episode #7.04 Status Quo, aka The Mess We're In.

I want to be like D.

Ich wiederhole mich einfach noch einmal und es könnte glatt sein, dass das in dieser Staffel noch häufiger passiert: Ich liebe Dylan Scott! Ich meine, dass er einen guten Draht zu Kindern hat, ist nun schon länger bekannt und somit auch nicht verwunderlich. Doch dass er mit Roland Baxter und dessen Mutter Pam zwei Menschen hat, die er - so scheint es - seit Rolands Kindheit begleitet, unterstreicht einfach nochmal, was Dylan für ein super loyaler Mensch ist, denn auf ihn kann man sich auch in der Not verlassen. Mich hat die Szene in der Fußgängerzone wirklich erschreckt, nicht weil Roland total die Orientierung verloren hat und verwirrt gewesen ist, sondern diese Menschentraube drumherum, die alles noch gefilmt und zusätzlich die Polizei gerufen hat, die ohne Weiteres die Waffen gezückt hat.

Ich meine, ich kann verstehen, dass das die Vorsichtsmaßnahmen sind und dass die anderen Büger*innen geschützt werden müssen. Aber meiner Meinung nach war es mehr als offensichtlich, dass Roland mehr Angst als alles andere hatte und sowas verängstigt einfach nur noch mehr. Nun will ich die Polizei aber nicht noch schlechter reden, denn man muss einfach auch bedenken, dass die meisten überhaupt nicht dafür geschult und gar kein wirkliches Verständnis und Umgang mit psychisch Kranken haben und das ist definitiv auch keine Fiktion, da man so etwas immer wieder liest. Daher hat es auch wenig überrascht Ė aber umso glücklicher gemacht Ė dass Daniel Charles zugestimmt hat, das Programm für die Polizei zu unterstützen, denn Daniel, als Psychiater, liegt ganz besonders viel daran, dass psychische Erkrankungen sehr viel mehr Aufmerksamkeit bekommen. Ich freue mich sehr auf die (hoffentlich) Zusammenarbeit der beiden, da sie bereits in einer der vergangenen Episoden bewiesen haben, dass sie eine gute Chemie miteinander haben.

Aber abgesehen davon, wie man in der Fußgängerzone mit Roland und eigentlich auch seiner Mutter Pam umgegangen ist, hat mich vielmehr erschreckt, dass eine falsche Diagnose gestellt wurde. Sicher, es kann passieren, da auch Ärzt*innen nur Menschen sind. Es ist viel erschreckender, dass man sich offenbar gar keine richtige Zeit für Roland genommen hat, um eine richtige Diagnose stellen zu können und das Schlimme ist, dass auch hier eine Art Rassismus vorliegt. Roland ist ein People of Color, der nicht an Schizophrenie leidet, sondern an einer bipolaren Störung. Er wurde überdosiert, weil man aufgrund seiner Hautfarbe sofort davon ausging, dass er gefährlich(er) sein würde, wenn er einen Schub hätte. Mein Gott! Sowohl Roland als auch Pam tun mir wahnsinnig leid, denn man hat beiden praktisch kostbare Lebenszeit genommen. Ich würde mir wünschen, dass wir irgendwann erfahren werden, wie es den beiden ergeht.

Living in fear vor almost 30 years

Bevor ich zur zweiten Fehldiagnose in dieser Episode komme, muss ich zunächst das großartige Schauspiel von Enid Graham loben! Ich habe sie vor Jahren schon bei "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" sehen können, dann kürzlich beim preisgekrönten "Mare of Easttown" und nun bei "Chicago Med" und bei allen drei Rollen könnte sie mich schauspielerisch überzeugen.

Bei Ashley handelt es sich um eine Frau, die nach einem Anfall in einem Laden ins Med eingeliefert wird und sich u.a. am Arm verletzt hat. Auch hier kann ich verstehen, dass Fehldiagnosen durchaus vorkommen und menschlich sind. Ich kann es ebenfalls verstehen, wenn ein junger Arzt nicht sicher bezüglich der Diagnose ist und sich deshalb eine Zweitmeinung einholt. Aber dass nach so vielen Jahr und bei einer tödlichen Diagnose keine Zweifel von anderen Ärzt*innen aufgekommen sind, ist echt verwunderlich und ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, was in Ashley vorgehen muss. Mit welcher Angst sie durchs Leben gegangen ist. Vor allem, weil sie noch so jung gewesen ist, als sie diese Diagnose bekommen hat. Man kann eigentlich nur hoffen, dass sie das irgendwie verarbeiten kann.

Rave about the mentor

Ich habe es mir schon fast gedacht, dass sich Vanessa Taylor ein bisschen in ihren Mentor Crockett Marcel verguckt hat und so ganz verdenken kann man es ihr einfach auch nicht. Marcel ist einfach toll. Ich kann aber auch verstehen, dass ihr das wahnsinnig peinlich ist. Vielleicht nicht mal wegen ihrer Gefühle, sondern eher wegen Maggie Lockwood und der anderen. Ich finde es aber gut, dass sie in Stevie Hammer jemanden gefunden hat, die Ähnliches durchgemacht hat und ihr somit schon mal keinerlei Vorwürfe machen wird.

Zudem werden gleich mehrere Fragen gestellt: Wird sich Maggie einmischen? Wird Maggie Stevie in das Geheimnis um ihre Verbindung mit Vanessa einweihen und werden wir Stevies Exmann irgendwie in dieser Staffel kennenlernen? So ganz umsonst wird sie diesen vielleicht nicht erwähnt haben. Es könnte zumindest interessant und spannend werden.

Vas Com

Wir sind erst am Anfang der Staffel und ich bin dieses Thema schon jetzt so leid, dass es mir fast zu den Ohren rauskommt. Vielleicht wäre es anders, wenn nicht Will Halstead derjenige wäre, der damit in den Fokus gerückt wäre. Denn abgesehen davon, dass es sicherlich auch andere Wege gegeben hätte, ihn ins Med zurückzuholen, ist es einfach ständig dieselbe Leier. Er lehnt sich zu weit aus dem Fenster, kommt (fast) mit dem Gesetz in Konflikt, die Sache fliegt auf, Will ist aus dem Schneider, Thema beendet. Das einzig ist diesmal, dass sich Dean Archer eingemischt hat und es dann vielleicht doch noch spannend wird, aber ich erhoffe mir mal lieber nicht zu viel.

Fazit

"Chicago Med" ist besser als beim letzten Mal, was aber hauptsächlich an den Fällen von Dylan und Stevie liegt und an Vanessas Schwärmerei für Marcel, bei der ich mir noch einiges mehr erhoffe. Aber für mich ist die Thematik zu Vas Com eigentlich wie ein Kaugummi: ausgekaut und fast schon unnötig in die Länge gezogen.

Daniela S. - myFanbase

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