Bewertung

Review: #8.01 How Do You Begin To Count The Losses

Lange Zeit habe ich "Chicago Med" als mein Sorgenkind von OneChicago bezeichnet, weil man viel zu oft und vor allem zu lange auf der Stelle rumgetreten ist oder eben in alte Verhaltensmuster gefallen ist und ich schon gar nicht mehr wusste, wohin ich meine Augen noch drehen sollte und mir standen die Haare auch ohne Haarfestiger gehörig zu Berge. Aber spätestens seit Staffel 7 mag ich "Chicago Med" wieder total gerne und ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich auf diese Rückkehr mehr gefreut habe als bei "Chicago Fire", und #8.01 How Do You Begin To Count The Losses macht genauso spannend weiter, wie man im Staffel-7-Finale aufgehört hat.

Der Auftakt der achten Staffel macht genau dort weiter, wo die siebte Staffel aufgehört hat und ganz besonders habe ich mich gefreut, dass es durch die Anwesenheit von Christopher Herrmann und Sylvie Brett dann doch ein kleines Crossover mit "Chicago Fire" und später auch durch Kim Burgess mit "Chicago P.D." gab, auch wenn ich mir natürlich ein größeres gewünscht hätte, aber man bäckt zunächst ja erst einmal (wieder) kleine Brötchen. Was die Spannung angeht, war ich durchaus angefixt. Ich bin zwar sowieso nicht davon ausgegangen, dass Herrmann bei der Rettung drauf gehen würde, aber das war definitiv spannend anzusehen. Allerdings hatte ich schon vor der Sommerpause befürchtet, dass Milena Jovanovic aka Jo nicht überleben wird, was mich durchaus traurig macht. Es hat mich nicht nur traurig gemacht, dass wir Riley Voelkel nicht mehr in der Serie sehen werden, in die sie für mich gut reingepasst hat, sondern, dass wir uns mit Jos Tod auch noch gleich von Dylan Scott verabschieden müssen. Das bedauere ich auch sehr, weil Dylan neben Stevie Hammer frischen Wind reingebracht hat und mir die neuen Konstellationen der Charaktere gut gefallen haben.

Das Tragische bei Dylan ist eigentlich, dass ich es menschlich und vor allem emotional nachvollziehen kann, weshalb er Chicago verlassen hat, da er eben Schuldgefühle hat und die werden wohl nicht (so schnell) verschwinden, wenn er an dem Ort bleibt, an dem er die Frau kennen und lieben gelernt hat, die aber genau dort auch gestorben ist. Auch wenn er sicherlich tief in sich weiß, dass Jo recht hat und Dylan keine Schuld an dem trägt, was passiert ist. An diesem Punkt der Trauer ist er aber noch nicht angekommen, denn neben dem Verlust von Jo quält ihn ja auch noch, dass er Will Halstead in seinen Augen alles genommen hat. Obwohl ich nicht Wills größter Fan bin (vielleicht ändert es sich mit dieser Staffel ja doch endlich mal), fand ich es großartig von ihm, wie er gegenüber Dylan reagiert hat, denn es war ehrlich und aufrichtig und genau das, was sein Freund und Kollege hören musste, selbst wenn es nicht zu ihm durchgedrungen ist. Großartig fand ich auch, wie Sharon Goodwin reagiert hat, da sie gemerkt hat, dass sie Dylan sowieso nicht mehr umstimmen kann, was wahrscheinlich eh nicht gut gegangen wäre. Aber ich konnte auch verstehen, dass er Goran Kostovic nicht auch noch sterben lassen wollte, das zeigt eben auch, dass er die Dinge eben vollkommen anpackt.

Ich finde es schade, dass auch Guy Lockard die Serie nach nur einer Staffel wieder verlässt, denn für mich hat er als Dylan gut gepasst und ich hätte beispielsweise noch gerne mehr von seiner Freundschaft mit Maggie Lockwood gesehen, weil sie einfach eine tolle Dynamik hatten. Ich hatte aber letztlich auch bei der vergangenen Staffel irgendwann das Gefühl, als würde Dylan seine Vergangenheit als Polizist nie ablegen können. Zwar arbeitete er weiter als Arzt, aber das hat mich auch sehr an Emily Foster erinnert, bei der man in "Chicago Fire" auch irgendwann drauf hingearbeitet hat, dass sie letztlich wieder als Ärztin arbeitet. Ich hoffe einfach mal, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist, dass wir Dylan gesehen haben. Wenn wir dann auch schon mal beim Wiedersehen sind, bleibe ich doch gleich dabei. April Sexton ist wieder da, wenn auch (erst einmal) nur als Besuch. Mich hat es ja zu Beginn der siebten Staffel tierisch genervt, dass April einfach weg war, während Will noch einen guten Abschluss mit Natalie Manning bekommen hat. April war einfach verschwunden und das, obwohl Ethan Choi gerade angeschossen worden ist und die Geschichte zwischen den beiden in meinen Augen sowieso noch nicht beendet gewesen ist. Ich muss zugeben, dass ich ziemlich überrascht war. Nicht mal so sehr, weil man April gesehen hat, denn durch die Absetzung von "Our Kind of People" bei Fox konnte man sich schon denken, dass man Yaya DaCosta irgendwie zurückholen würde. Viel überraschter war ich dann doch über das 'Wie'. Mir hat die kurze Begegnung zwischen April und Ethan gut gefallen, auch weil sie gezeigt hat, wie vertraut sich die beiden noch immer sind. Ich bin gespannt, was noch passieren wird, zumal die Produzent*innen ja schon verraten haben, dass wir April noch mindestens einmal sehen werden und sie hat mit Ethan eben doch noch ein paar Dinge zu klären.

Wenn es darum geht, noch ein paar Dinge zu klären sind Daniel Charles, Dean Archer, Crockett Marcel und auch Maggie nicht weit. Gerne möchte ich mit Daniel anfangen. Ich fand es ja schon irgendwie schade, dass seine Beziehung zu Lonnie Richardson so schnell wieder beendet war, wie sie eigentlich auch irgendwie begonnen hat. Ich habe die Begründungen durchaus verstanden, aber als Paar fand ich die beiden doch nett und eben nicht nur als Paar, sondern sie hatten auch eine Basis miteinander und hier kann ich verstehen, warum Daniel noch immer skeptisch ist, sich jemand Neues zum Reden zu suchen, denn dieser Heini, bei dem er war, hat ja echt nach Strichliste gearbeitet und da kann kein Vertrauensverhältnis entstehen. Wer weiß? Die Staffel ist ja noch jung und vielleicht taucht Lonnie ja wieder auf. Damit kommen wir doch auch mal zu Archer. Ich freue mich, dass wir Steven Weber in der Serie behalten dürfen, da es bei ihm eben auch noch einiges zu ergründen gibt. Bereits zum Ende der siebten Staffel wurde daraufhin gearbeitet, dass wir mehr über seine Vergangenheit und sein Familienleben erfahren. Mit der jetzigen Enthüllung, dass sein Sohn süchtig ist und im Knast sitzt, setzt sich auch das Puzzle um seine Antipathie gegenüber Hannah Asher zusammen. Er hat kein direktes Problem mit ihr, sondern mit ihrer Drogenvergangenheit und wahrscheinlich auch deswegen, weil er seinem Sohn nicht wirklich helfen konnte. Ich gehe mal schwer davon aus, dass wir diesen dann auch in dieser Staffel kennenlernen werden und die Vater-Sohn-Beziehung aufgearbeitet wird.

Aufarbeiten müssen auch Marcel und Pamela Blake, bei der ich mich sehr freue, dass wir sie doch nochmal wieder gesehen haben und hoffentlich in naher Zukunft auch noch einmal sehen werden, da ich wirklich nach Guy Lockhard nicht auch noch auf Sarah Rafferty verzichten möchte. Ich unterstütze aber nicht Sam Abrams' Aussage, dass Marcel sich Pamelas Posten schnappen wollte. Wenn man seine Vorgeschichte mit seiner Tochter kennt, hat er aus völlig anderen Gründen so gehandelt, wie er gehandelt hat. Ich denke auch, dass Pamela an seiner Stelle wahrscheinlich genauso gehandelt hätte wie er selbst, aufgrund ihrer Tochter Avery Quinn. Ich hoffe wirklich, wir sehen Pamela bald wieder, denn ich möchte nicht auf diese Konstellation verzichten. Gespannt bin ich auch mal bei Maggie und Grant Young, ich glaube schon, dass sie gerne ein Teil der Verbindung zwischen ihm und Vanessa Taylor wäre, möglicherweise hat sie aber Angst, dass sie ihre Gefühle nicht unter Kontrolle hat. Wir werden sehen, was noch passieren wird.

Kommen wir zum Schluss noch zu Will und Hannah. Zu Beginn der Episode hatte ich einen kurzen Schockmoment, als Hannah meinte, sie sei nochmals ins brennende Gebäude gerannt, weil sie sich um ihn gesorgt hat. Nicht falsch verstehen, das kann ich verstehen, aber ich hatte das Gefühl, damit bringt man den Stein wieder ins Rollen, dass sie doch ein Paar werden. Aber wer weiß, vielleicht passiert das aufgrund von Hannahs Diagnose über kurz oder lang sowieso. Ich könnte mir vorstellen, dass man dadurch auch noch ihre Drogenvergangenheit beleuchten will und das fände ich schon spannend. Spannend war auch, dass Jessa Rinaldi das Feuer im Gebäude gelegt hat. Echt krass! Wenn man mal bedenkt, dass sie anfangs jemand war, dem man nicht mal das Präsentieren von VasCom zugetraut hat. Gespannt bin ich auch mal auf Nellie Cuevas, die bisher Diagnosen nach Lehrbuch zu stellen scheint.

Fazit

"Chicago Med" hat in meinen Augen mit diesem Auftakt noch einen besseren Start hingelegt als im letzten Jahr und das will was heißen! Als Sorgenkind kann man die Serie nun wahrlich nicht mehr bezeichnen, eher als Überflieger, da "Chicago Fire" eher einen soliden Start hatte. Auf jeden Fall hat mir die Episode gut gefallen, auch wenn ich an Dylans Weggang noch ein bisschen zu knabbern habe, aber man hat zumindest mit den anderen Handlungen einen guten Grundstein gelegt.

Daniela S. - myFanbase

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