Bewertung: 9

Review: #10.05 Two Hundred

Am 10. Oktober 2012 fiel der Startschuss von "Chicago Fire" bei NBC. Das ist zehn Jahre her. Zehn Jahre. Zehn Staffeln. Mit #10.05 Two Hundred wurde ein weiterer Meilenstein gelegt. 200 Episoden "Chicago Fire". 200 Episoden voller Einsätze. 200 Episoden voller Emotionen. 200 Episoden mit freudigen, aber auch traurigen Ereignissen. Zehn Staffeln, in denen wir viele (Haupt-)Charaktere begrüßt, liebgewonnen, aber auch verloren bzw. verabschieden mussten und auch dieser Meilenstein verschont uns nicht. Wir müssen uns von Matt Casey verabschieden und auch wenn ich ihn nach so vielen Staffeln wirklich nur ungerne gehen lasse, kann ich seine Beweggründe mehr als gut verstehen und muss zugeben, dass ich mit dieser Ausstiegsstory meinen Frieden gemacht habe.

"This place will never be the same"

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wie ich diese Review anfangen soll. Ich habe so viele Gedanken in meinem Kopf, die alle irgendwie gleichzeitig rauswollen und ich bin Derek Haas und seinem Team unglaublich dankbar, dass sie eine so tolle Jubiliäums- und Ausstiegsepisode kreiert haben, die mitten ins Herz getroffen hat und die trotz des Ausstiegs von Jesse Spencer emotional, aber auch wahnsinnig spannende, wie lustige Momente hatte, die ich hoffentlich alle angemessen benennen und erläutern kann.

Bekanntermaßen ist an Gerüchten immer mindestens ein Fünkchen Wahrheit dran und das lässt sich mit Spencers Ausstieg einfach auch wieder bestätigen. Denn bereits bei der letzten Episode war es eigentlich mehr als deutlich, dass uns ein Abschied bevorsteht. Natürlich aufgrund dessen, dass Ben und Griffin Darden nicht schon wieder aus ihrer gewohnten Umgebung Oregon herausgerissen werden sollten, aber ganz besonders wurde es für mich persönlich durch die Kameraeinstellung deutlich, als Casey zurück nach Chicago gekehrt ist. Wie gesagt kann ich die Entscheidung von Casey mehr als verstehen, auch wenn es mir anfangs etwas bitter aufgestoßen ist, dass man zwei Staffeln lang einen Eiertanz mit der Zusammenführung zwischen Casey und Sylvie Brett veranstaltet hat. Nichtsdestotrotz hat mir das finale Gespräch zwischen den beiden unglaublich gut gefallen und auch unglaublich berührt.

Denn wenn auch jemand wissen sollte, dass man Entscheidungen mit dem Herzen treffen muss bzw. diese aus dem Herzen kommen muss, dann Brett. Schließlich hat sie mit Kyle Sheffield wirklich jemand Tolles gehabt, mit dem sie ohne Frage sicherlich auch glücklich gewesen ist, aber eben nicht so, dass sie hätte auch bei ihm bleiben können, da ihr Herz bereits für Casey schlug. Und auch wenn sie ihn vermissen wird, hängt ihr Herz eben an Chicago und an der Tatsache, dass sie ihr gerade erst angelaufenes Projekt mit Randall 'Mouch' McHolland nicht aufgeben möchte. Ich finde es aber gut, dass Casey und Brett drüber gesprochen haben. Ihre Liebe ist noch so jung und zart, dass solche Entscheidungen umso genauer beleuchtet werden sollten. Brett wäre die Letzte, die Casey vor die Wahl stellen würde – sie oder die Jungs. Letztlich war es ja sie, die wusste, dass er etwas für die Darden-Brüder tun musste. Auch wenn es mit Sicherheit nicht der Gedanke war, dass Casey umziehen würde. Umso berührter war ich eben auch, dass er sich ihrer Unterstützung immer sicher sein kann, auch wenn Brett in weiter Entfernung ist, denn nur darauf kommt es im Großen und Ganzen an: dass man immer jemanden hinter sich weiß, auch wenn diese Person nicht in der Nähe ist. Sehr gut hat mir in diesem Bezug auch die Reaktion von Blake Gallo gefallen. Wie wir ja wissen und er es selbst nochmals zur Sprache gebracht hat, hat er seine gesamte Familie bei einem Brand verloren und hat so eine Person wie Casey in jüngeren Jahren selbst gehabt. Umso schöner fand ich es, dass er ihm seine Hilfe zugesichert hat, denn bei Gallo weiß man einfach, dass er zu seinem Wort stehen wird.

Aber auch die Reaktionen der anderen haben gezeigt, dass sie hinter Caseys Entscheidung stehen und wahrscheinlich genauso entschieden hätten – wie es Christopher Herrmann eigentlich schon in der letzten Episode gesagt hat. Aber besonders auch die Szenen mit Chief Boden und Kelly Serveride haben nochmals unterstrichen, wie sehr sich Wache 51 durch seinen Weggang verändern wird. Es hat aber auch nochmals die Wertschätzung und den Respekt gezeigt, den man Casey immer entgegen gebracht hat und auch immer wird. Besonders Boden, der bei Caseys letztem Einsatz gekommen ist, um ihn nochmals mental zu unterstützen. Genauso wichtig, dass Casey und Severide einen letzten gemeinsamen Einsatz hatten, der wie ein Abschluss und Abschied gewesen ist und auch wenn Letzterer wirklich wenig über seine Gefühle spricht, war es wichtig, dass er Casey wirklich mit Worten gesagt hat, dass er ihn vermissen wird. Eine letzte Zigarre wäre da auch nochmal toll gewesen, aber wir wollen ja nicht auf hohem Niveau jammern.

Bodens Rede hat es dann endgültig geschafft, dass mir die Tränen runterliefen. Denn wie schon bei seiner Rede, als er die Wache für seinen neuen Posten verlassen hat: Wache 51 ist und bleibt eine Familie und Freund*innen werden zu Brüdern oder eben Schwestern und die Gruppenumarmung hat auch nochmals gezeigt, wie nahe sich alle stehen.

Welcome in this world: Brian Leon Cruz!

Wenn ich so an die vergangenen Staffeln von "Chicago Fire" denke, muss ich sagen, dass Joe Cruz die größte Entwicklung gemacht hat. Zu Beginn der Serie war er Feuerwehrmann, bester Freund von Brian 'Otis' Zvonecek und Bruder von Leon Cruz. Zudem war er auch ängstlich, wollte aber seinen Bruder vor dessen damaliger Clique beschützen. Heute – in Staffel 10 – ist er verheiratet und Vater geworden. Er ist quasi für sich im Leben angekommen.

Mich freut das alles so unfassbar für Cruz, gerade in Sachen Liebe dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, denn nach seiner gescheiterten Beziehung mit Brett sah es lange Zeit nicht so aus, als würde er sein Glück finden. Mit Chloe hat er dies jedoch endlich gefunden und ich musste ein wenig grinsen, wie gut sie Cruz eigentlich im 'Griff' hat und ihn beruhigen konnte. Dass Cruz nervös wegen der Geburt ist, dass hoffentlich alles glatt läuft, kann ich vollkommen verstehen, denn ich kann mich an alle Geburten und Schwangerschaften erinnern, die er aufgezählt hat. Es ist für mich daher völlig logisch gewesen, dass er nervös ist. Bei alldem stand für mich aber immer außer Frage, dass Cruz bei der Geburt dabei sein wird.

Die Namensgebung des Kleinen ist wenig überraschend – Brian Leon Cruz, genannt Otis –, dafür aber umso berührender. Otis war, ist und bleibt nun mal sein bester Freund und ganz wie Otis es gesagt hat – er wird immer bei ihm sein – genauso, wie Leon, der für Cruz eine weitere wichtige Person in seinem Leben darstellt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Cruz ein ganz hervorragender Vater sein wird, denn sein Freund Otis wird – wie auch schon in der einen Episode aus der vergangenen Staffel – über ihn und seine Familie wachen.

Sehr berührt war ich aber auch, dass nicht nur Wache 51 im Krankenhaus gewesen ist, sondern dass Cruz sie als seine andere Familie betitelt hat, die das Recht hat, seinen kleinen Sohn als erstes kennenzulernen. Denn mal ehrlich: Wache 51 hat schon so vieles zusammen durchgestanden und standen sich gegenseitig bei allem bei – ganz egal was gewesen ist -, genau das macht eine Familie doch aus, oder?

Randnotizen

  • Ich freue mich sehr, dass Bretts Programm endlich gestartet ist. Mit Mouch hat sie wirklich einen tollen Partner an ihrer Seite, der ebenfalls so cool, lässig und locker ist.
  • Ich fand das Lied unglaublich toll, während Brett und Mouch die Patient*innen besucht haben.
  • Wenig überraschend ist auch, dass Boden wieder in seinem Büro auf der Wache ist, aber er gehört einfach dahin und es freut mich, dass man Kylie Estevez dahingehend eingebunden hat bzw. sie den ausschlaggebenden Hinweis gegeben hat, denn auch sie gehört dazu.
  • Steht uns vielleicht ein Liebesdreieck zwischen Gallo, Cara und Violet Mikami bevor? Ich weiß nicht so wirklich, ob ich darauf Lust habe. Violets Reaktion hat sie mir ehrlich gesagt noch unsympathisch gemacht und ich vermute, dass Darren Ritter zwischen allen Stühlen sitzen wird.
  • Ich könnte mir gut vorstellen, dass Herrmann noch Probleme mit dem Molly's bekommen wird. Aber abgesehen davon fand ich es so toll, dass wir Trudy Platt gesehen haben und sie sichtlich Spaß an der Aktion hatte, bei der Mouch vielleicht nicht ganz unbeteiligt gewesen ist.
  • Ich muss zugeben, dass mir Stella Kidd extrem gefehlt hat, gerade bei Caseys Verabschiedung. Hoffentlich taucht sie bald wieder auf.
  • Brandstiftung ist zwar seit einigen Staffeln mein ganz persönliches leidiges Thema, aber diesmal muss ich sagen, dass ich sehr gespannt darauf bin, was und wer möglicherweise dahinter steckt.



Fazit

Die 200. Episode von "Chicago Fire" hat in meinen Augen alles richtig gemacht. Nicht nur, dass Caseys Ausstiegsstory wirklich großartig gewesen ist, auch die Geburt von Cruz' Sohn hat erneut unterstrichen, wie familiär diese Wache ist. Bodens Rückkehr auf die Wache ist jetzt umso wichtiger, man hat an vergangene Dinge erinnert, die emotional, spannend, aber auch lustig waren. Zudem hat man für neue Konstellationen gesorgt, die sicherlich noch spannend und interessant werden.

Daniela S. - myFanbase

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