Bewertung: 8

Review: #10.04 The Right Thing

Der Titel dieser Episode heißt: The Right Thing. Das bedeutet, dass man das Richtige tun soll und wenn ich mir die einzelnen Abschnitte noch einmal durch den Kopf gehen lasse, breitet sich doch ein mulmiges Gefühl in meiner Magengegend aus, wenn ich an den kommenden Meilenstein von "Chicago Fire" denke, auch wenn ich weiß, dass es das Richtige sein wird.

"We've always said, any firefighter's child, is every firefighter's child"

Gerne möchte ich mit dem Abschnitt beginnen, der mir ein mulmiges Gefühl in der Magengegend beschert. Nachdem Griffin in Chicago aufgetaucht ist und gegenüber Matt Casey zugegeben hat, dass es in Oregon alles andere als gut läuft, versprach Casey, dass er Griffin und seinen Bruder Ben besuchen wird. Ich hatte mir zu diesem Zeitpunkt gewünscht, dass wir diesen Besuch ebenfalls beiwohnen können und bin einerseits sehr dankbar, dass dem so ist. Anderseits habe ich eben jetzt auch dieses mulmige Gefühl, dass wir uns von Casey in der kommenden Episode – dem Meilenstein der 200. Episode – verabschieden müssen.

Es ist ganz gewiss nicht so, als könne ich diese Entscheidung von Casey nicht nachvollziehen oder dass Darsteller Jesse Spencer nach fast zehn Jahren etwas anderes machen möchte – sollte er denn tatsächlich aussteigen -, jedoch wird es dann wohl ziemlich emotional bzw. noch mehr. Denn es steht außer Frage, dass er für die beiden Jungs da sein will, weil er sich ihrer eben schon damals angenommen hat und weil er es seinem verstorbenen besten Freund Andy schuldig ist. Natürlich könnten die beiden Jungs auch nach Chicago umziehen, doch wenn man der Lehrerin und Sozialarbeiterin genau zugehört hat, war es unmissverständlich zu verstehen, dass man Griffin und vor allem Ben nur noch mehr seelischen Schaden zuführen würde. Nicht zu vergessen, dass Griffin bei seinem Besuch selbst betont hat, dass sie zu viele Umzüge durchgemacht haben und nie wirklich ein Zuhause hatten, außer eben bei Casey. Vor allem sorge ich mich ein bisschen um Ben. Ähnlich wie seine Mutter Heather scheint er das alles nicht zu verkraften und nimmt offenbar Drogen, lässt die Schule schleifen und hat auch keinen wirklich höflichen Umgangston. Letzteres kann man ihm aber wohl kaum verdenken, denn bei allem, was er und sein Bruder durchmachen mussten, ist es nur allzu verständlich, dass er keine Bindungen mehr eingehen möchte oder besser gesagt, nicht zeigen möchte, dass er gerne eine Bindung hätte.

An den Erinnerungsstücken in seinem Zimmer hat man ja mehr als deutlich gesehen, dass offenbar die Zeit bei Casey die beste seiner Kindheit gewesen ist und er sich eben nicht an diese erinnern möchte, weil es zu schmerzhaft ist. Ebenso schmerzhaft könnte für uns Zuschauer*innen der Ausstieg Caseys sein. Es ist zwar nicht absolut sicher, dass uns dieser tatsächlich bevorsteht, aber die Kameraführung, als Casey vor der Wache stand und wie er die schlafende Sylvie Brett beobachtet hat, waren für mich schon sehr eindeutige Zeichen. Apropos Zeichen: Vielleicht gab es ja schon mehrere davon, nur dass ich bzw. wir Zuschauer*innen sie nicht richtig als solche gedeutet haben.

Zuletzt kommt noch das Gespräch mit Christopher Herrmann dazu, die die Sache für mich eigentlich besiegelt hat. Denn Herrmann, selbst Vater von fünf Kindern, ist wohl derjenige, der Caseys Entscheidung am besten verstehen und nachvollziehen kann und sich damit wahrscheinlich auch als bester Vertrauter geeignet hat, da wohl auch ihm klar gewesen sein dürfte, dass Casey wahrscheinlich seine Entscheidung schon getroffen hat. Sollte es also tatsächlich so kommen, wie ich fürchte, stößt es mir dann doch etwas arg bitter auf, warum sich die Autor*innen solange Zeit ließen, damit Casey und Brett endlich zusammengefunden haben. Ich glaube zwar schon, dass Brett zum einen Verständnis haben wird, zumal sie Casey eben kennt und zum anderen denke ich, dass eine Fernbeziehung für einige Zeit funktionieren könnte, jedoch ist das das eine Manko, was mir absolut nicht gefällt.

"You know, Mouch, you have a much bigger heart than people give you credit for."

Nachdem Randall 'Mouch' McHolland ein gutes Wort bei Evan Hawkins für Brett eingelegt hat, was es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis dieser sein absolutes Okay gibt für ihr Projekt. Ich fand es aber auch gut, dass er sich erst einmal ein Bild davon gemacht hat, wie Brett bei der Arbeit vorgeht. Nicht mal so sehr, weil er ihr misstraut, sondern um sie auf der beruflichen Ebenen besser kennenzulernen.

Ich kann aber auch verstehen, warum Brett nervös gewesen ist und sich bei der Szene auf der Wache so seltsam angestellt hat und sich nach ihrem Einsatz erklärt hat, denn immerhin ist es ihr Herzensprojekt, für das sie extreme Leidenschaft hat und da ist es ganz normal, dass sie alles richtig und gewissenhaft machen will. Übrigens fand ich es extrem stark, wie sie die brenzlige Situation beim Einsatz gemeistert hat. Brett ist wirklich über die Jahre gewachsen und ist reifer geworden, weshalb man zurecht zu ihr aufsehen kann.

Ich freue mich schon wahnsinnig auf die Zusammenarbeit zwischen Brett und Mouch. Bereits in den vergangenen Staffeln haben sie ja beweisen, dass sie ein Dreamteam sein können. Zudem fand ich es sehr süß, als Brett dahinterkam, dass es nicht Casey sondern Mouch war, der ein gutes Wort bei Hawkins bei ihr eingelegt hat und auch wenn Mouch seine Hilfe sicherlich zugesagt hätte, wenn Brett keine Lobeshymne auf ihn gehalten hätte, fand ich es sehr süß, denn sie hat Mouchs Charakterzüge ganz genau beschrieben. Für mich ist Mouch wie ein Teddybär, den man einfach gerne haben muss und bei dem es einem leicht fällt, so etwas zu sagen, weil es dann einfach auch vom Herzen kommt.

Randnotizen

  • Könnte es sein, dass Hawkins ein möglicher neuer Love Interest für Brett ist oder kam mir der Gedanke nur alleine?
  • Ich freue mich sehr, dass die Montagstreffen zum Kaffee zwischen Herrmann und Chief Boden tatsächlich stattfinden und wir diese auch zu sehen bekommen.
  • Joe Cruz scheint sein Trauma überwunden zu haben, zumindest hat er den Einsatz in der Waschstraße mit Bravour gemeistert!
  • Schade, dass sich Darren Ritter und Eric getrennt haben, auch wenn es sicherlich richtig gewesen ist. Gut fand ich auch in dem Zusammenhang, dass man eine Parallele zu einem Einsatz hatte, bei dem Ritters Leidenschaft deutlich wurde und dass er zum Feuerwehrmann geboren ist.
  • Danny Walback fand ich zwar sehr unterhaltsam, aber immer könnte ich ihn mit seiner Art wahrscheinlich nicht ertragen.



Fazit

"Chicago Fire" ist auch mit der vierten Episode der Jubiläumsstaffel enorm stark und bietet viele kleine Highlights. Dennoch bereitet es mir nach wie vor ein seltsames Gefühl, wenn ich daran denke, dass uns ein möglicher Ausstieg bevorstehen könnte, der an Emotionen sicherlich nicht sparen, aber nachvollziehbar sein wird.

Daniela S. - myFanbase

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