Bewertung: 6

Review: #8.09 Best Friend Magic

Pünktlich zu Halloween wurde die Neuigkeit verkündet, dass Monica Raymund für das Herbstfinale von "Chicago Fire" als Gabriela Dawson zurückkehren würde. Diese Nachricht hat mich weder gefreut, noch hat sie mich geärgert, weswegen ich sehr neutral an die Episode vor der längeren Pause herangegangen bin. Das konnte also sowohl gut, als auch echt daneben gehen.

Genau dieser Zwiespalt zwischen gut und schlecht hat mich auch beim gesamten Schauen der Episode begleitet. Einerseits war nicht zu leugnen, dass sich ihre Rückkehr sehr natürlich anfühlte, denn mit ihren Kollegen hat sie immer schon harmoniert. Vor allem Gabbys Beziehung zu Matt Casey war immer die große Stütze der Serie, denn die Chemie der beiden Darsteller war stets unglaublich, nicht umsonst ist der Shipping-Name Dawsey entstanden. Auch jetzt konnte daran wieder nahtlos angeknüpft werden. Anfangs war natürlich eine gewisse Unbeholfenheit dabei, aber spätestens zur Spendengala waren all die Funken wieder da, die einen immer glauben ließen, dass Gabby und Matt noch zum Ende der Serie ein Paar sein werden.

Genau diese berauschende Chemie wird aber auch zum großen Problem, denn in Abwesenheit von Gabby ist das Leben für alle weitergegangen. Wir Fans sind alle an dem Punkt, wo wir auf seine nächste Liebesgeschichte warten und dafür Sylvie Brett ins Auge gefasst haben. Nun kommt also Gabby wieder und am Ende der Episode fragt man sich, was war das eigentlich gerade? Es wurden extrem unterschiedliche Signale gesendet. Auf der einen Seite läuft zum gemeinsamen Tanz der beiden "Time to Say Goodbye" und ich dachte, dass der Titel hier Programm ist und sie sich endgültig voneinander lösen. Da sie aber wenig später wieder gemeinsam im Bett landen, ist dieser Abschied hinfällig und auch Gabbys Einladung an Matt, seinen nächsten Urlaub bei ihr zu verbringen, hat nichts von Endgültigkeit. Ja, hier wurde betont, dass die beiden für immer Gefühle füreinander haben werden. Vielleicht will man sich so die Option offenhalten, die beiden zum Serienende tatsächlich zusammen zu bringen, aber wenn man als Fan gleichzeitig auf eine neue Liebesgeschichte hofft, dann legt sich diese epische Verbindung natürlich wie ein Schatten auf neue Anfänge.

Das hat man auch bedrückend an Sylvie festgemacht, aus deren Perspektive die mögliche Liebesgeschichte mit Matt immer vorangetrieben wird. Sie drängt ihn zu der Begegnung mit Gabby, weil sie selbstlos ist, aber blöd ist sie natürlich trotzdem nicht. Als Matt glücklich nach dem gemeinsamen Abend auf die Wache kam, wird sie sich ihren Teil gedacht haben. Schade, dass so nun unterstrichen wurde, dass sie wohl immer hinter Gabby zurückstehen muss. Von daher fand ich den Gastauftritt von Raymund falsch platziert. Zudem haben mir einige kleine Szenen mit anderen Charakteren gefehlt. Gerade Christopher Herrmann als väterlicher Ratgeber und Sylvie, die mit ihr im Streit auseinandergegangen ist, wären als Szenenpartner ein Muss gewesen.

Dass Gabby aber andächtig vor Brian 'Otis' Zvoneceks Denkmal verharrt, war ein schöner Moment. Insgesamt war unser verstorbener Liebling wieder überall präsent. Bei einer Aufräumaktion findet Darren Ritter eine Drohne von Otis, die kaputt gegangen war und die Joe Cruz immer reparieren wollte, es aber bis zum Tod seines besten Freundes nicht geschafft hat. Also nimmt er sich natürlich vor, dass er das für ihn jetzt noch erledigen muss. Ein wenig habe ich mich schon gefragt, wohin diese Aktion nun führen soll, aber spätestens als das Video zu sehen war, das uns Yuri Sardarov noch einmal zeigt, hat es sich doppelt und dreifach gelohnt. Diese Episode stand einfach ganz im Zeichen von Nostalgie.

Aber auch Stella Kidds Geschichte war eng mit Otis verknüpft. In der letzten Episode ist sie zur Ausbilderin an der Akademie gemacht worden und es wurde bereits dort vorbereitet, dass sie unter der Doppelbelastung beider Aufgaben zu leiden hat. Erneut zeigt sie während eines Einsatzes eine Unkonzentriertheit, aber als sie mit ihrem Auto ganz abseits des Jobs ein Stoppschild übersieht, sind wir am Tiefpunkt angekommen. Ich war dann sehr überrascht, als Chief Boden sich bei ihr entschuldigt, denn er hat erkannt, dass er seine Trauer um Otis dadurch verdrängen konnte, dass er in ihre Ausbildung seine Gedanken und Kraft gesteckt hat. Die Szene zwischen ihm und Stella war zwar wirklich wunderschön, aber gleichzeitig finde ich es auch ein bisschen schade, dass Stellas Weiterbildung nun offenbar erstmal auf Eis gelegt werden soll. Es ist schön und gut, dass so vieles immer noch unter dem Eindruck von Otis' Verlust steht, aber dadurch darf man auch gute Geschichten nicht behindern. Denn auch Cruz durften wir in Kelly Severides Abwesenheit erneut nicht als vertretenden Lieutenant der Rüsttruppe im Einsatz erleben.

Kelly selbst stürzt sich erneut in eine Ermittlung und brilliert. Ich muss gestehen, dass mich die Brandermittlungen selbst nur bedingt interessieren, da sie immer von technischen Feinheiten begleitet sind, bei denen ich mich nicht auskenne. Daher habe ich Kellys gelegentliche Ausflüge in den Bereich des OFIs auch immer nur gut gefunden, weil sie eben keine Regelmäßigkeit hatten. Dennoch fand ich die dauerhafte Versetzung zum OFI ja richtig, weil man es nicht tausend Mal ansprechen, aber dann nie durchziehen kann. Aber bald sollte eine Lösung gefunden werden, denn zig weitere Brandermittlungen werden mich nicht vom Hocker reißen können. In dieser Episode hat mich nun auch gestört, dass seine Partnerin, Lieutenant Wendy Seager, nun doch an ihm Gefallen zu finden scheint. Erst in der letzten Episode war sie noch an Matt interessiert, was mich erleichtert hat, weil Kelly gerade in der stabilsten Beziehung seines Lebens steckt. Nun ist Wendy also auf der Pirsch und es ärgert mich, da die Entwicklung das nicht nötig hat. Es sollte um Kellys Fähigkeiten gehen, aber nicht darum, dass wie immer eine Frau Interesse an ihm hat. Auch der abschließende Cliffhanger will nicht so recht zünden, denn Kelly wird wohl kaum so kurz nach Otis‘ Tod vom Zeitlichen gesegnet werden. Spannung sieht daher anders aus.

Fazit

Gabbys Rückkehr und auch die vielen Bezüge auf Otis haben dieser Episode etwas sehr Nostalgisches gegeben, was einer Serie nach acht Staffeln immer steht. Dennoch fand ich Gabbys Auftauchen strategisch nicht günstig platziert, denn ihre beeindruckende Chemie mit Matt überdecket die Tatsache, dass hier eigentlich etwas Neues mit ihm und Sylvie entstehen soll. Bei Kelly wiederum steht man kurz vor dem Punkt, wo man sich nun entscheiden muss, wohin man mit ihm will, denn sonst droht Langeweile.

Lena Donth – myFanbase

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