Bewertung: 7

Review: #5.01 Smokey Putnum (No. 30)

Kate Kaplan ist tot und mit ihr auch Raymond Reddingtons Imperium. Doch der Concierce des Verbrechens ist noch lange nicht am Ende. Er ist fest entschlossen, sein kriminelles Netzwerk wieder aufzubauen und dabei kann er auf die tatkräftige Unterstützung seiner Tochter Elizabeth Keen bauen.

Ja, es hat sich einiges geändert bei "The Blacklist". Wichtige Fragen, wie die der Vaterschaft konnten geklärt werden und ein spannender Zweikampf zwischen ehemaligen Verbündeten kam zu einem durchaus interessanten Ende. Nach der sehr intensiven zweiten Staffelhälfte der letzen Season tut die neue Leichtigkeit, die in der ersten Episode der neuen Staffel an den Tag gelegt wird, durchaus gut.

"I should have known all those years ago, just like my daddy, I was a gambler. No way to avoid the family curse. It's nature versus nurture and nature wins every time. It's DNA is what it is."

Reddington ist pleite. Etliche Partner und Verbündete haben sich von ihm abgewandt und er steht vor den Trümmern seines einstigen riesigen Netzwerks. Er ist isoliert und alleine – naja, nicht wirklich. Er hat noch immer Dembe an seiner Seite, der sich für ihn auf die Suche nach dem ominösen Koffer macht, den Kaplan gegen Ende der Staffel ausgegraben hat. Und er hat Elizabeth an seiner Seite, die den Anschein macht, als hätte die Gewissheit, dass Red ihr Vater ist, einige der Zweifel, die sie über ihn hatte, einfach davongespült.

Red ist fest entschlossen, sein Imperium wieder aufzubauen und dafür braucht er Hilfe. Wie von "The Blacklist" gewohnt, entfaltet sich in der Stunde ein mehr oder weniger interessanter Fall, der am Ende ganz ander Hintergründe hat, als es zunächst den Anschein hat. Der kleine Roadtrip, auf den Red Elizabeth mitnimmt und auf dem sie allerhand witzige kleine Szenen miteinander haben, ist definitiv sehenswert, wenngleich am Ende auch nicht wirklich relevant, weil er keine neuen Facetten der beiden präsentiert. Elizabeth folgt diesem Mann, dem sie nie ganz vertraut, weil sie das Gefühl hat, es aus irgendeinem Grund tun zu müssen – sei es, weil sie insgeheim fasziniert ist zu sehen, wie dieser Mensch tickt oder einfach nur, weil sie glaubt, es werde aufgrund ihrer Verwandtschaft quasi von ihr erwartet.

Dass am Ende der angebliche Versuch, zu Geld zu kommen, in Wahrheit einem höheren Zweck dient, das überrascht auch nur Elizabeth Keen. Der Zuschauer kann sich schon denken, dass hinter dem Blacklister kein 08/15-Typ versteckt, sondern jemand, der Red von Nutzen sein kann. Trotz der Vorhersehbarkeit ist der Roadtrip, vor allem aber auch der herrlich gelassen reagierende Reddington eine willkommene Abwechslung von dem gestressten und fast schon verzweifelnden Mann, der mitansehen muss, wie eine angebliche Freundin sich gegen ihn stellt.

"I want you to know you're gonna be doing me some favors in the very near future."

Die zweite, für spätere Episoden und spannende Verwicklungen durchaus interessante Storyline wird sich wohl um Donald Ressler entwickeln. Der Mord an Laurel Hitchin wird schnell zu den Akten gelegt, denn Henry Prescott hat ganze Arbeit geleistet und sämtliche Spuren verschwinden lassen, die darauf hindeuten, dass Ressler etwas mit der durchaus charismatischen Antagonistin zu tun hat. Das verhindert zunächst einmal, dass er irgendwie mit dem Ableben von Hitchin in Verbindung gebracht werden kann, doch nachdem es für Prescott ein leichtes ist, Resslers wahre Identität zu ermitteln, droht Ressler nun ganz anderer Ärger… Will er, dass die Beweise für seine Tat auch weiterhin unter Verschluss bleiben, so muss er notgedrungen auf die wohl noch kommenden Forderungen von Prescott eingehen. Das wird sicherlich den ein oder anderen moralisch fragwürdigen Reifen geben, durch den Ressler zu springen hat.

Ressler wurde uns in den vergangen Staffeln stets als integrer Ermittler präsentiert, der für seine Werte einsteht – ein echter Pfadfinderjunge mit einem enorm ausgeprägten moralischen Kodex. Der Mord an Hitchin, vor allem jedoch seine Art und Weise damit umzugehen, hat dieses Bild gehörig durchgeschüttelt und die Tür für eine interessante Charkaterentwicklung aufgestoßen. Ich bin gespannt, wie die Serienmacher damit umgehen werden.

"There's something you should know. You may be my father, and I'm going to help you rebuild your empire because it will enable us to catch criminals, but I'm not going to lose sight of who I am in the process."

Nachdem "The Blacklist: Redemption" nach einer mehr als durchwachsenen Season eignestampft wurde, kehrt Tom Keen zu Elizabeth zurück, im Schlepptau den Koffer mit den sterblichen Überresten einer unbekannten Person, die laut Kaplan Elizabeth die Augen öffnen könnte. Noch immer gibt es keinen Hinweis, wer die Person sein könnte und ich gebe hier mal den wagemutigen Tipp ab, dass es sich um Elizabeths Mutter handeln könnte, die Red auf dem Gewissen hat – aus welchem Grund auch immer.

Zurück aber zu Tom. Er ist im Besitz dieser Sache, die Red und Liz für immer entzweien könnte, aber er hält sie zurück, als er erfährt, dass Liz mittlerweile weiß, dass er ihr Vater ist. Vielleicht wurde er dabei durch seine kürzlichen Erfahrung mit seinen eigenen Eltern geprägt, aber er lässt den Koffer erst einmal verschwinden, nachdem sie ihm freudestrahlend von ihrem Abenteuer erzählt hat und kurz darauf Red auftaucht.

Ein interessanter Flash Forward in den letzten Sekunden der Episode lässt jedoch erahnen, dass er sich selbst durch diese Geheimniskrämerei in Gefahr bringen wird. Allem Anschein nach wird Red herausfinden, dass Tom den Koffer in seinem Besitz hat und er wird ihn daraufhin erschießen. Ob dies tatsächlich so stattfinden wird, das wird wohl erst das Staffelfinale (oder vielleicht auch das Midseason-Finale) zeigen. Die Frage ist, hat man tatsächlich den Mumm, Tom Keen zu töten? Das Problem wird dann sein, dass dem lockeren Ton, der hier zwischen Red und Liz etabliert würde, abrupt ein Ende gesetzt wird.

Man wird abwarten müssen, welchen Weg die Autoren gehen werden und ob man es wagt, Tom zu töten. Sein Verlust würde für den Zuschauer zu verschmerzen sein, denn wenn man ehrlich ist, dann hat er schon lange keine tragende Rolle mehr gespielt in "The Blacklist". Ich bin gespannt, was hier passieren wird.

Randonitzen

  • Aram und Navabi sind ein Paar. Er hat Angst, dass es gegen interne Regeln verstoßen könnte, tut es aber nicht. Es ist in Ordnung. Toll, dass man hier nicht gleich wieder ein Fass aufmacht und etwas faselt von "keine Beziehungen unter Agenten".
  • Tom kommt nach Hause und will erst einmal mit seiner Frau alleine sein. Sie ist begeistert, dass er zurück ist und will möglichst viel Sex. Kein Wort von Agnes Keen. Ist sie mittlerweile ausgezogen und lebt bei einer Nanny? Haben die beiden eigentlich je ein Kind bekommen? Und wenn ja, wer kümmert sich um die Kleine? Sieht Elizabeth ihr Kind gelegentlich? Ja, es ist aufwendig mit Baby zu drehen, aber man könnte zumindest andeuten, dass die beiden ihre Elternrolle ernst nehmen und ihr Kind vermissen.



Fazit

Ein durchaus amüsanter und kurzweiliger Staffelauftakt, der mit einem wieder mal glänzend aufgelegten James Spader punkten kann und dabei noch interessante Impulse für den weiteren Verlauf der Staffel setzen kann. So kann es meinetwegen weitergehen.

Melanie Wolff - myFanbase


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