Bewertung: 8

Review: #4.22 Mr. Kaplan (Nr. 4) (2)

Vier Staffeln hat es gebraucht, um das offensichtliche zu bestätigen: Raymond Reddington ist Elizabeth Keens Vater. Ein Vaterschaftstest, den Liz gleich zu Beginn ihrer Zusammenarbeit hat durchführen lassen, bestätigt die Vermutungen, die die Serienmacher über vier Jahre lang fleißigst dementiert haben. Es wundert eigentlich nicht wirklich, dass Red ihr Vater ist. Was verwundert, ist ihr Reaktion darauf. Sie konfrontiert ihn damit und stellt fest, dass sie ihm sehr ähnlich ist. Und mit einer Umarmung vergibt sie ihm all die Lügen, denn… sie sind ja eine Familie.

Es ist schön, dass die ganze Vaterschaftssache nun ad acta gelegt werden kann. Natürlich kursieren im Internet weitere Gerüchte, die sich darum drehen, dass Red gar nicht wirklich Red ist, sondern in Wirklichkeit Liz Mutter, Katarina Rostova. Klingt sehr abstrus, aber wer weiß, was den Serienmachern noch alles einfällt. Immerhin hat man ja noch nicht wirklich offenbart, weswegen Red im Elizabeths Leben eingetreten ist. Anscheinend gibt es auf einer Farm Überreste von irgendjemanden, der Red zu Fall bringen könnte. Vielleicht hat Red Katarina umgebracht? Vielleicht sind es die Überreste des richtigen Raymond Reddington. Vielleicht ist es auch etwas ganz anderes.

Sehr interessant ist auch die Tatsache, dass gerade Tom Keen als Vertrauter von Mr. Kaplan gefunden werden konnte. Er ist es, der den Koffer mit den Überresten an sich nimmt und nun stellt sich die Frage, auf wessen Seite er sich stellen wird. Er hat ja angeblich strikte Informationen von Kaplan bekommen, aber er hat anscheinend noch nicht mit seiner Frau darüber gesprochen. Es ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, Tom wieder in die Geschichte zu involvieren, nachdem "The Blacklist: Redemption" Geschichte ist. Ehrlich gesagt, habe ich Tom in der Originalserie nicht vermisst, seit er losgezogen ist, um das Geheimnis seiner Mutter zu lüften und ich bräuchte ihn jetzt nicht an Liz' Seite. Man darf also auch hier gespannt sein, welche Rolle Tom in der neuen Staffel einnehmen wird.

Eine weitere, sehr interessante Neuerung wird sein, dass das hin und her zwischen Aram und Navabi endlich ein Ende hat und die beiden tatsächlich ein Paar werden. Wie es dazu kommen konnte, ist eigentlich nebensächlich: Navabi kommt dahinter, dass Arams Freundin ihn auf Drängen von Gale hin bei der Justiz verpfiffen hat und somit die Task Force in Gefahr gebracht hat. Sie sagt ihm jedoch nichts davon, sondern Aram erfährt es von seiner Freundin selbst, dass sie sich selbst eigentlich nur schützen wollte. Aram jedoch will die Task Force nicht aufgeben. Er weiß, dass Reds Methoden nicht immer richtig sind, aber er sieht auch die Arbeit, die sie in den letzten vier Jahren geleistet hat und die vielen Menschenleben, die sie retten konnten. Geschweige denn die Verbrecher, die sie dingfest machen konnten dank Red. Und so tut er das einzig richtige, er schweigt sich aus, liefert in der Anhörung die Task Force nicht ans Messer, auch wenn ihn das hinter Gitter bringt.

Dass am Ende die Task Force noch einmal glimpflich davon kommt, liegt an Red und Ressler. Red gelingt es, einen Cleaner ausfindig zu machen, der die Opfer seiner Auftraggeber entsorgt und als Versicherung für sich behält. So gelingt es Red, Ressler die Leiche von Reven Wright zu überstellen und Laurel Hitchin in Bedrängnis zu bringen. Sie nutzen ihre Leiche bzw. die Kugel, die aus Hitchins Waffe stammt, um sie zu erpressen, die Anhörung vor der Justiz, die Gale angeleiert hat, ad acta zu legen. Die Task Force ist also erst einmal sicher und Gale? Ja werden wir ihn wiedersehen? Wenn man Hitchins Worten glauben mag, dann nicht. Aber man weiß ja nie.

Apropops Hitchin – eine der interessantesten Szenen in dieser Episode dürfte definitv die sein, in der Ressler und Hitchin sich alleine gegenüber stehen und sie ihn verhöhnt, weil sie ihm a) seine Marke wiedergibt (die er abgeben musste) und b) er notgedrungen die Ermittlungen gegen sie einstellen muss, weil sie ihre Hilfe brauchten, um die Task Force am Leben zu halten. Und als sie über ihn herzieht, da rutscht ihm die Hand aus und Hitchin fällt so unglücklich, dass sie ihren Kopf stößt und binnen Sekunden verblutet. Ressler hat nun also Blut an seinen Händen – zum Glück hat er nur ein paar Tage davor eben einen Cleaner kennengelernt, der seine Sauerei beseitigen kann. Aber die Sache schreibt ja förmlich danach, dass dies für Ressler noch zu einem heiklen Problem werden könnte.

Am Ende gibt es so viele interessante kleine Handlungen in der Episode, dass der große Showdown – Red vs. Kaplan, ein wenig unter geht. Kaplan will im Gegenzug für Immunität vor dem Ausschuss aussagen und nicht nur die Task Force, sondern auch Red damit ans Messer liefern, bittet dann jedoch noch um 24 Stunden, um eine Sache zu erledigen. Es sind die Stunden, in denen sie die Überreste besorgt und wegbringen lässt. Dann schließlich kommt es doch noch zu dem großen Showdown zwischen Red und Kaplan. Sie erkennt, dass Red sie an einem Punkt hat, an dem sie nicht mehr viel tun kann – um ihren Plan B zu aktivieren und den wahren Grund darzulegen, weswegen Red in Elizabeths Leben getreten ist, springt sie von einer Brücke in den Tod.

Nachdem also das Geheimnis um die Vaterschaft geklärt ist, bleibt die Frage warum Red sich Elizabeth zu erkennen gegeben hat. Staffel fünf hat also einen übergeordneten Handlungsbogen, der so uninteressant gar nicht scheint. Ich bin gespannt, was sich hier noch tun wird.

Fazit

Kaplan ist tot. Die Vaterschaftsfrage ist geklärt. Ressler hat einen Mord im Affekt begangen. Die Task Force kann weiter operieren und Tom ist im Besitz mysteriöser Knochen, die irgendwie mit Red und Elizabeth zu tun haben. "The Blacklist" hat im letzten drittel der Staffel die Kurve gekriegt und mit einem tollen Staffelfinale die Vorfreude auf die fünfte Staffel so sehr gesteigert, dass ich mich ernsthaft ärgere, dass es noch bis September dauern wird, bis neue Folgen erscheinen werden. Das hätte ich nicht gedacht.

Melanie Wolff - myFanbase


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