Bewertung: 8

Review: #5.06 Four Ages in Life

Die dieswöchige Folge konnte mich persönlich seit dem Staffelauftakt der aktuellen und leider auch letzten Staffel der Serie am meisten überzeugen – hauptsächlich aufgrund der gelungenen Mischung zwischen ernsten Themen und Leichtigkeit und einem beinahe durchgehenden Unterhaltungswert.

Are you the girl who gave my 15-year old son a gang tattoo?

Auch wenn Bay vermutlich einer meiner– Lieblingscharaktere bei "Switched at Birth" ist (wenn nicht sogar mein absoluter), ist ihr Handlungsstrang momentan einer der schwächeren, zumindest in dieser sonst sehr starken Folge. Aber ist man erstmal ein Fan von Bay, so stört einen auch das nicht allzu sehr, weil es trotzdem Spaß macht, ihre Storylines zu verfolgen und es trotzdem interessant bleibt. So auch in dieser Woche. Dass der Junge sich als minderjährig herausstellen und ihre Aktion, ihm trotz seines offensichtlich gefälschten Ausweises ein Tattoo zu stechen, ein Nachspiel haben würde, war Fall absehbar. Ein wenig überrascht, wenn auch eher positiv, hat mich die Reaktion von Noelle, deren radikale Reaktion in Form eines Rausschmisses von Bay mich wenig gewundert hätte. Doch offensichtlich ist Noelle im Grunde ihres Herzens doch eine gute Person, die Bays Idee nur aus Verzweiflung gestohlen und ihr in dieser Folge vor dem Vater des Jungen den Rücken gestärkt hat. Wie gesagt, eine positive, aber doch auch ein wenig langweilige Entwicklung. Zunächst einmal kann man sich aber auf jeden Fall für Bay freuen, dass Noelle ihr ein wenig mehr Freiheit gestattet und sie ihre gewünschte Laufbahn als Tätowiererin starten kann.

Sooner or later you're gonna hang up your stethoscope. But that does not have to mean that you're done with medicine.

Während mich Bay schon lange nicht mehr enttäuscht hat und ich sie wirklich lieb gewonnen habe, ist es mit Daphne immer ein Auf und Ab. Umso glücklicher war ich, als ich in dieser Folge mal wieder jede ihrer Szenen genießen und emotional mitfühlen konnte. Es war schon immer schön anzusehen, wie Daphne in der Medizin aufgeht und in dieser Woche war es besonders aufwühlend für sie, weil ihre Vergangenheit sie einholte. Die Freude über das Wiedersehen mit Dr. Jackson, der in einer sehr überzeugenden Szene zeigte, dass er keinen Groll gegen sie hegte, währte nicht lange, als sich zeigte, dass er sich in gar keiner guten Verfassung befand. Das führte bei Daphne verständlicherweise zu einem großen Konflikt, wollte sie doch ihrem ehemaligen Mentor, der sein Wissen über ihre Vergangenheit an ihrer neuen Stelle für sich behielt, nicht in den Rücken fallen. Ich hatte schon große Sorgen, dass Dr. Jackson Daphnes gut gemeinte Hilfe nicht annehmen würde; umso schöner war es dann zu sehen, wie Daphne nach der Inspiration durch Toby, der meiner Meinung nach überhaupt nicht zufrieden wirkt und bei dem ich es wirklich schade finde, dass wir seit dem kurzen Ausflug in sein Leben mit Lily gar nichts mehr mitbekommen, auf die Idee kam, Dr. Jackson zu einer Professur zu raten. Eine wirklich gute Idee, die überraschenderweise auch Anklang fand. Ich bin gespannt, ob der Exkurs in das Leben von Dr. Jackson damit schon abgeschlossen ist oder nicht. Potential hat die Geschichte jedenfalls.

Und dann gab es noch die Begegnung mit dem Mädchen, das Angelos Herz in sich trägt. Hm. Naja. Da sage ich jetzt mal nicht viel dazu und warte ab, wie sich das entwickelt.

"You have a girlfriend!" – "Maybe I shouldn't? You just get me."

Und das war nicht der einzige Handlungsstrang rund um Daphne, der mich überzeugen konnte und auch nicht die einzige Hilfe, die sie in dieser Woche leistete. Auch Mingo konnte Daphne als seine Retterin gut gebrauchen und auch ich konnte Daphne und Mingo zusammen gut gebrauchen, da sie einfach toll harmonieren und uns fast immer tolle Szenen liefern. Es war sehr berührend zu sehen, dass Mingo die Anschuldigung, rassistisch zu sein, so mitnahm, auch wenn ich seine Logik, sich so bescheuert aufzuführen, nicht verstand. Das würde meiner Meinung nach doch höchstens dazu führen, dass er der Rassist war, der sich bescheuert aufführte. Aber gut. Lassen wir das mal so stehen, denn diese Problematik führte zu dem schon lange überfälligen Kuss zwischen Daphne und Mingo, der mich sehr freute, allerdings natürlich dadurch überschattet wurde, dass Mingo noch in einer Beziehung ist. Doch leider erklärte er Daphne zwar, warum er der Meinung war, dass sie toll zusammenpassen und deutete schon auch an, dass die Beziehung zu seiner aktuellen Freundin vielleicht nicht ganz so großartig ist, zeigte dann aber leider im entscheidenden Moment doch nicht genug Mut, um sich dazu zu entschließen, die Beziehung zu dieser besagten anderen Frau zu beenden. Doch hier ist sicherlich noch nicht das letzte Wort gesprochen und ich freue mich auf die Fortsetzung!

"As a father, I have very serious concerns about your relationships."

Ein sicherlich umstrittenes Paar dieser Staffel muss sich in dieser Woche damit auseinandersetzen, warum es umstritten ist. Die Problematiken, die aus dem großen Altersunterschied zwischen Regina und Luca resultieren, sind natürlich die klassischen Probleme, die ein solcher Altersunterschied mit sich bringt. Besonders eben in dieser Kombination, in der die Frau älter ist – denn auch wenn Frauen und Männer gleichberechtigt sein sollten und auch "alte Väter" nicht besonders cool sind, so ist es nun mal Fakt, dass es zumindest biologisch bei älteren Frauen eine frühere Deadline bezüglich Familienplanung gibt.

Dass es allerdings weder Regina noch Luca, sondern stattdessen Lucas' Vater sein würde, der diese Bedenken äußern würde, war überraschend. Als Luca von jemandem sprach, der in Reginas Geschäftsidee investieren würde, war mir sofort klar, dass er damit sich selbst meinte, als dann jedoch sein Vater ins Spiel kam, war ich zugegebenermaßen etwas durcheinander. Es gefiel mir gut, dass Lucas' Vater zwar an Regina interessiert war, sie jedoch nicht an ihm – so wurde einem vor Augen geführt, dass Regina zwar rein theoretisch eher was für Lucas Vater wäre, praktisch aber eben nicht an diesem interessiert ist. Ob aus gutem Grund, ist noch die Frage. Denn auch wenn sein Auftreten und sein nicht besonders subtiler Appell an Regina sehr harsch und dreist wirkten, hat er mit seinen Aussagen natürlich recht. Und vermutlich weiß Regina dies auch. So bleibt abzuwarten, wie diese Beziehung weiter verlaufen wird, dass Regina mal Lucas Investition ausschlug, war soweit ja absolut in Ordnung und verständlich und bedeutet meiner Meinung nach noch nicht unbedingt, dass sie die Beziehung in Frage stellt. Doch der erste Samen in diese Richtung ist sicherlich schon gepflanzt und auch hier bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht.

I've been a little trouble with my equipment.

Die große Unterhaltung lieferten in dieser Folge natürlich John und Kathryn mit einer Thematik, die in zwei Richtungen hätte verlaufen können. Ich persönlich hätte es auch interessant gefunden, Erektionsprobleme als absolutes Tabu-Thema ausführlich zu thematisieren und auch die Problematiken und mögliche Lösungsstrategien in diese Richtung aufzuzeigen. Die Richtung, die hier eingeschlagen wurde, war eher eine kurzfristig unterhaltende, was allerdings auch gut funktioniert hat und durchaus nett anzusehen war. So war es natürlich Johns typische, klischeehafte Männer-Reaktion, sich nicht mit der Sache auseinandersetzen zu wollen und Kathryns Schubser in diese Richtung waren auch eher klassische Reaktionen. Besonders erfrischend war es dann natürlich, als John den jugendlichen Liebhaber der Mutter seiner Tochter – also in dem Falle Luca – um Rat fragte. Damit hätte der Zuschauer vermutlich genauso wenig gerechnet wie seine Frau und führte zu einigen herrlichen Szenen.

Dass schlussendlich schlicht und einfach ein Gespräch über alte Zeiten (und vielleicht die zwei Schlucke des Wunder-Tees) dazu führten, dass bei John wieder alles im Lot war, war sicherlich etwas vereinfacht. Wie gesagt, ich persönlich würde eine ausführlichere Thematisierung hier durchaus begrüßen, vor allem, da die Serie sich ja gerne an heikle Thematiken herantraut. So war die Geschichte als Auflockerung für Zwischendurch allerdings auch in Ordnung.

Fazit

Eine wirklich nette Folge, die Unterhaltung und Ernsthaftigkeit bot und viel Spaß gemacht hat.

Klara G. – myFanbase


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