Bewertung

Review: #4.20 And Always Searching For Beauty

Mit der anstehenden Ausstrahlung der fünften und leider auch letzten Staffel von "Switched at Birth" ist es ein guter Zeitpunkt, nochmal das Ende der vierten Staffel Revue passieren zu lassen. Denn auch wenn es stellenweise nur mäßig überzeugend anzusehen war, so wurde auf jeden Fall der Grundstein für eine spannende letzte Staffel gelegt.

"How can you even suggest this?" – "Because I am trying to do what's best for you and your son. Besides keeping you out of jail."

Die größte Dramatik drehte sich zunächst mal um Regina, Eric Bishop, Will und dessen Mutter, die mir genau wie Eric nicht gerade geheuer war. Als es so aussah, als würden Eric und sie für Wills Wohl doch zu einer Abmachung kommen und versuchen, ihn gemeinsam großzuziehen, war ich ziemlich entgeistert. Ich an Erics Stelle hätte Regina diesen Vorschlag auch um die Ohren gehauen. Natürlich ist es sehr selbstlos von ihr, einen solchen Vorschlag zu unterbreiten, selbst wenn es auch in ihrem Interesse ist, dass Eric nicht ins Gefängnis wandert. Trotzdem kam mir diese Lösung mehr als antiklimatisch vor und ich hoffte geradezu darauf, dass das Ganze noch ein Nachspiel haben würde. Und so traurig es dann letzten Endes auch für Regina war, als Eric sich entschloss, doch mit seinem Sohn zu fliehen, so passte es einfach besser in die ganze Geschichte. Auch vor dem moralisch fragwürdigen Hintergrund von Erics Handlung ist es einfach das Nachvollziehbarste, was er hätte tun können. Dass wir Vater und Sohn wiedersehen werden, ist wohl nicht zu erwarten; bleibt also nur zu hoffen, dass die Polizei nun nichts findet, mit dem sie Regina oder die Kennish-Familie – die Armen, die haben damit ja nun wirklich überhaupt nichts zu tun – drankriegen können.

Die arme Regina ist nun wieder alleine und auch wenn ihr Liebeskummer zu einer wunderschönen Versöhnungsszene zwischen ihr und Bay führte, wünscht man sich natürlich für sie für die finale Staffel doch noch ein Happy End.

"I agreed to pretend that this was a real show to make your boyfriend happy."

Auch Bays Happy End lässt noch ein wenig auf sich warten. Zumindest, was ihre künstlerischen Ambitionen angeht. So leid es mir für sie tat, so musste ich angesichts des vollkommen indifferenten Galerieinhabers schon ziemlich lachen.

Von Anfang an schien es, als sei an der ganzen Sache etwas faul. Dass Travis schlicht und ergreifend die Galerie gemietet hatte, um Bay etwas Gutes zu tun, war somit keine große Überraschung und ein echter Liebesbeweis. Doch auch wenn sich zwischen Bay und Travis eine tolle Freundschaft entwickelt hat und sie sich immer mehr angenähert haben, tue ich mich sehr schwer damit, mich mit den beiden als Paar anzufreunden. Vielleicht gerade weil es schade ist, dass man es nicht einfach mal bei einer Freundschaft belassen kann. Und weil Bays Bedenken bezüglich Emmett und Mary Beth meiner Meinung nach keine Ausreden, sondern verständliche Hemmschwellen darstellen. Doch der Kuss, den beide so offensichtlich genossen, deutet darauf hin, dass die Autoren es ernsthaft mit den beiden versuchen wollen.

Den Segen von Emmett haben sie sogar schon, obwohl es für ihn anfangs verständlicherweise überhaupt nicht nachvollziehbar war. Umso größer war sein Gespräch mit Bay schließlich, bei dem er ihr alles Gute wünschte. Und das war mal wieder so ein Moment, bei dem man sich einfach nur wünschen konnte, dass die beiden wieder zueinander finden würden. Sicherlich wäre das im echten Leben vermutlich nicht möglich, dafür ist viel zu viel passiert, und im echten Leben würde ich einer Bay auch niemals dazu raten, einem Emmett nach seinem Verhalten jemals wieder eine Chance zu geben. Doch das ist nicht das echte Leben, sondern eine Serie und in der kann man nicht anders, als immer noch für die beiden zu hoffen, da ihre Chemie einfach unbestreitbar ist und die von Bay mit jedem anderen Jungen um Längen überbietet. Die finale Staffel wird zeigen, ob man Travis nur als weiteren Stolperstein zu Emmetts und Bays Happy End genutzt hat (ein weiterer Grund, weshalb ich es schade finde, dass man es nicht einfach bei der Freundschaft belassen konnte) oder ob es doch anders ausgehen wird.

"Great! Can’t wait to meet the guy who kissed you and then offered you a job."

Obwohl Daphne im Gegensatz zu Bay in einer festen Beziehung ist, scheint sie oftmals noch wackeliger als Bay in ihren Männer-Entscheidungen. Mir tat Mingo die ganz Folge über einfach nur wahnsinnig leid. Er ist nämlich tatsächlich einer der besten Kerle, welchem Daphne je über den Weg gelaufen sind und meiner Meinung nach schätzt sie ihn wirklich nicht genug wert. Die ganze Quinn-Geschichte hat mich einfach nur genervt, auch wenn es klar war, dass er wiederauftauchen würde. Aber wozu eigentlich? Werden die beiden sich in China überhaupt wiedertreffen? War es nur dazu da, um Mingo und Daphne überhaupt in Richtung Trennung zu führen?

Auch wenn ich immer bereit bin, mich positiv überraschen zu lassen, so befürchte ich doch, dass die Auszeit, die Mingo vorgeschlagen hat, eine Trennung bedeutet und das ist wirklich mehr als schade. Daphne hat sich an seiner Seite weiterentwickelt und ihre Ambitionen, die wirklich bewundernswert sind, müssten ja schließlich nicht zwangsläufig im Widerspruch zu ihrer Beziehung stehen. Doch wir werden sehen.

"Look me in the eye and you tell me that it was all about the deal."

Dieser Handlungsstrang wurde meiner Meinung nach etwas zu oberflächlich abgehandelt. So sehr man Kathryn auch verstehen kann und so cool sie in ihrer Rolle als taffe Frauu auch war, die ihrem Mann beweisen will, wie viel sie schaffen kann, so gefiel es mir doch gar nicht, wie sie innerhalb von weniger als einer halben Stunde aufs Heftigste mit Craig flirtete – und sie gab sogar zu, dass es dabei nicht nur um den Deal ging – , John verständlicherweise, wenn auch angesichts seiner Vergangenheit ein wenig heuchlerisch, darüber vollkommen entrüstete war und die beiden dann nur aufgrund der Geburt ihres Enkels wieder glücklich zueinander fanden. Offensichtlich war hier nicht mehr genug Zeit übrig, um dieses Thema tiefergehend zu behandeln. Vielleicht sehen wir davon ja in der fünften Staffel noch mehr; bis dahin bleibt allerdings ein fahler Nachgeschmack zurück.

Apropos Geburt des Enkelsohns: In einer wunderschönen und typisch für eine Geburt kitschigen Szene wurde Tobys und Lilys Sohn geboren. Schön. Dazu kann man nicht viel mehr sagen.

"Come with me to China!

Die interessanteste Entwicklung dieser Folge war eindeutig der Schritt von Bay, Daphne einfach nach China zu begleiten; gefolgt von einem Flash Forward, der zeigte, dass die beiden offensichtlich viel länger als beabsichtigt dortbleiben werden. Die kurzen Szenen in China mitsamt dem mysteriösen Anruf, der Bay ganz aufgelöst zurückließ, machen wirklich Lust auf eine Auflösung und eine letzte Staffel mit ganz anderem Setting als bisher.

Fazit

Als abschließende Folge einer Staffel waren diese 40 Minuten durchaus unterhaltsam und ein runder Abschluss, auch wenn es streckenweise Szenen gab, die überhaupt nicht überzeugen konnten. Auf jeden Fall brachte der Wechsel nach China frischen Wind in die Serie, der hoffentlich in der fünften Staffel beibehalten wird.

Klara G. - myFanbase

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