Regenbogenfilme des Mainstreams

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Als Serienfan weiß man, dass homosexuelle Charaktere frühesten seit den 1990er Jahren, spätestens aber in letzter Zeit auf dem Vormarsch sind. Von Nebenfiguren zu Hauptdarstellern befördert, kämpfen die Charaktere zwar noch mit allerlei Klischees, doch immerhin sind sie sichtbar. Der amerikanische Film hingegen hat noch immer Schwierigkeiten, diesen Geschichten Raum zu geben.

So nutzt man zwar die Leidensgeschichte ("Philadelphia", durchaus letztlich auch "Milk", irgendwie auch "Monster"), doch stellt darüber hinaus LGBT-Menschen selten als normale Menschen dar. "27 Dresses" mit einem Lesbencast? Lieber verkam "Jenny's Wedding" zu einer langatmigen Familienkomödie ohne Aussage. Schwule ermitteln in einem spannenden Fall? Weit gefehlt. Bevorzugt lässt der männliche Regisseur seine Frauenfiguren wie in "Carol künstlich ins Kissen atmen - und ruiniert so in diesem Fall die sonst gefällige Tragödie.

Das heißt allerdings nicht, dass es speziell im amerikanischen Kino keine homosexuellen Charaktere oder Geschichten in der Vergangenheit gab. So prägte Vito Russo in seinem 1981er Buch "The Celluloid Closet" den Begriff "coded gay". Da Filmemacher anno dazumal keine offen homosexuellen Figuren erschaffen konnten, drückten sie dies zumindest durch Kleidung oder Verhalten aus. So entstand in den 1970er Jahren zum Beispiel die "Velvet Mafia", die schwule Elite aus Film- und Fernsehen mit ihrer speziellen Vorliebe für Samt (siehe auch: das hervorragende "Velvet Goldmine" mit Jonathan Rhys Meyers). Später sollten sich verschiedene Disneyfilme sogar bewusst dieser Codierungen bedienen.

Nichtsdestotrotz entwickelte sich überall auf der Welt eine Nische der homosexuellen Filme von Homosexuellen für Homosexuelle, in Deutschland gibt es Kinoreihen in großen Lichtspielhäusern. Manche Streifen haben darüber hinaus Erfolg: "But I'm A Cheerleader" ist nicht nur in Lesbenkreisen Kult und auch "Saving Face" ist so ziemlich alles auf allerhöchsten Niveau richtigmachend.

Der Wunsch bleibt jedoch Popcornkino mit LGBT-Helden nebst heterosexuellen. Und wer weiß vielleicht schafft es "Justice League" sogar. Denn während man "Wonder Woman" und ihre bestätigte Queerness im ersten Teil nicht wirklich sah, gibt es ja noch andere LGBT-Figuren aus dem D. C. Universum. Und auch die "Star Wars"-Fans geben ihre Hoffnung nicht auf, dass sie nicht nur umsonst hingehalten werden...

Simone Bauer - myFanbase

Filme

Foto: Copyright: 2006 Universum Film GmbH
© 2006 Universum Film GmbH

Brokeback Mountain
Veröffentlichung (DE): 09.03.2006

Wyoming 1963: Die 19-jährigen Jungen Ennis del Mar (Heath Ledger) und Jack Twist (Jake Gyllenhaal) heuern bei dem Schafzüchter Joe Aguirre (Randy Quaid) an, um über den Sommer dessen Schafherde zu hüten. Und so schlagen die Zwei schon kurze Zeit später am Brokeback Mountain ihre Zelte auf. Schnell freunden sie sich an.

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Foto: Copyright: Senator Film Verleih GmbH
© Senator Film Verleih GmbH

A Single Man
Veröffentlichung (DE): 08.04.2010

Nach dem Tod seines Liebhabers Jim (Matthew Goode) hat der alternde Literaturprofessor George Falconer (Colin Firth) die Lust am Leben verloren. Das plötzliche Alleinsein hat den nach Außen hin sehr korrekten und gefassten Mann aus der Bahn geworfen und langsam in die völlige Isolation getrieben. Doch der Tag ist gekommen, an dem George sein Leben grundlegend verändern will für immer.

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Foto: Copyright: 2013 Alamodefilm
© 2013 Alamodefilm

Blau ist eine warme Farbe
Veröffentlichung (DE): 19.12.2013

Adèle (Adèle Exarchopoulos) ist ein 17 Jahre altes Mädchen und besucht die 11. Klasse. Ihr bis dato durchaus normales und geregeltes Leben wird völlig auf den Kopf gestellt, als sie auf Emma (Léa Seydoux) trifft, eine junge Frau mit blauen Haaren, die sie sofort fasziniert. Sie beginnt eine Liebesbeziehung mit Emma, und lernt, was es heißt, einen anderen Menschen zu begehren, tiefe Lust zu verspüren und wächst in der Beziehung deutlich für ihre Freunde und Familie sichtbar...

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Foto: Copyright: 2014 Ascot Elite Filmverleih GmbH
© 2014 Ascot Elite Filmverleih GmbH

Dallas Buyers Club
Veröffentlichung (DE): 19.12.2013

Harte Drogen, schneller Sex, und schwulenfeindliche Sprüche zeichnen das unbekümmerte Leben des Elektrikers Ron Woodroof (Matthew McConaughey) aus. Nach einem Arbeitsunfall wird er ins Krankenhaus eingeliefert und bekommt eine erschreckende Diagnose. Die Ärzte stellen fest, dass er HIV-positiv ist und geben ihm noch 30 Tage zu Leben. Ron verlässt fluchtartig die Station, um mit seinem bisherigen Leben weiterzumachen. Als es ihm immer schlechter geht, nimmt Ron die aus dem Krankenhaus verschriebenen Standardmedikamente.

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Foto: Copyright: 2016 Universum Film GmbH
© 2016 Universum Film GmbH

Jenny's Wedding
Veröffentlichung (DE): 11.03.2016

Cleveland Jenny (Katherine Heigl) wohnt längst im turbulenten Stadtkern, die Eltern noch zu Hause im Viertel, wo jeder alles über jeden weiß. Was der Bruder Michael (Matthew Metzger), der im Auftrag der Eltern ständig versucht, Jenny mit seinen Freunden zu verkuppeln, nicht weiß: Jenny hat nicht das geringste Interesse an Männern.

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Foto: "Below Her Mouth" (DVD) - Copyright: Universum Spielfilm
"Below Her Mouth" (DVD)
© Universum Spielfilm

Below Her Mouth
Veröffentlichung (DE): 13.04.2017

"Below Her Mouth" steigt gleich voll ein mit dem Orgasmus von Joslyn (Mayko Nguyen) und der Frage an ihre Partnerin Dallas, ob sie gekommen sei ("Ein bisschen."). Es entbricht ein sinnloser Streit, der zur Trennung führt, und irgendwie ist es der blonden Dachdeckerin dann auch egal, denn sie muss zur Arbeit.

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Serienspecials

Special: LGBT in amerikanischen Serien

Wir möchten einen Blick auf die Präsenzentwicklung homosexueller Charaktere in amerikanischen TV-Serien legen. Richtig ins Rollen kamen LGBT-Inhalte erst gegen Ende der 90er Jahre. Jack McPhee aus "Dawson's Creek" beeinflusste schließlich sogar seinen übertriebenen Gegenentwurf in der Sitcom "Will & Grace", eine Art Antwort auf das sehr heteronormative "Friends"...

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Special: LGBT in asiatischen Serien und Filmen

Anspielungen, verpasste Chancen und endlich Happy Ends! Homosexualität in Film und Fernsehen ist oft in erster Linie verpackt in Coming of Age und Coming Out, in seltenen Fällen in einer Hauptfigur etabliert, die sich wenig um Homophobie schert und mehr darum, die Welt zu retten...

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