The Wire - Inhalt

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"The Wire" thematisiert als Ausgangspunkt in der ersten Staffel die tägliche Arbeit einer Polizeieinheit gegen den Drogenhandel in den Sozialwohnungen des Westens von Baltimore. Dabei wird man als Zuschauer sowohl Beobachter der Polizeieinheit, als auch einiger Protagonisten des Drogenhandels – Dealer, Junkies, Angehörige. Die eigenen Vorstellungen von Gut und Böse, Kriminalität und Bestrafung werden hierbei jedes Mal herausgefordert.

Jede Staffel zeigt einen neuen Blick auf andere soziale Probleme, so dass in der zweiten Staffel schließlich das Universum von "The Wire" deutlich erweitert wird und anhand einer Gewerkschaft von Hafenarbeitern der Niedergang der amerikanischen Arbeiterklasse thematisiert wird, ohne dass dabei die Rückkopplungen auf die Straßen Baltimores ignoriert werden. In der Folge findet zwar auch eine Fokussierung auf bestimmte Probleme statt, dies heißt aber keineswegs, dass Charaktere und Handlungsstränge aus vorangegangenen Staffeln dadurch links liegen gelassen werden.

Die dritte Staffel schließlich befasst sich auf den ersten Blick wieder mehr mit dem täglichen Leben in den Sozialwohnungen, versucht aber gleichzeitig, die Frage zu beantworten, weswegen die zweifellos existierenden sozioökonomischen Probleme, die bisher behandelt wurden, nicht gelöst oder zumindest abgeschwächt werden. Dementsprechend wird hier vor allem auf die kommunalpolitischen Strukturen eingegangen und man kann einen Blick hinter die Kulissen von politischen Entscheidungsträgern werfen.

In der folgenden Staffel wird erläutert, woher die Drogendealer und Junkies auf den Straßen herkommen, indem das Erziehungssystem unter die Lupe genommen wird. Dabei wird man als Zuschauer zu Augen und Ohren von vier angehenden Achtklässlern, ihren alltäglichen Erwartungen, Ängsten und Problemen, dem erzwungenen Verlust ihrer Kindheit, wie sie von ihrem Umfeld bereits zu Verlieren geformt werden und wie sie mit der täglichen Konfrontation mit Kriminalität und schnellem Geld umgehen, geführt.

Wenn die Darstellung der Serie über das städtische Amerika authentisch und wichtig ist, was ist es dann genau, das unsere Aufmerksamkeit bekommt? Was sind die Geschichten, die wir bereitwillig annehmen? Und was sind die Geschichten, die wir ignorieren, und wieso? Hier kommt die Rolle der Massenmedien ins Spiel, die in der fünften und finalen Staffel näher beleuchtet wird, was durch die Verlagerung der Handlung in die Büros der Tageszeitung "The Baltimore Sun" geschieht.

Daraus entwickelt sich ein breit angelegtes Sittenbild einer Stadt, von ihren schwarzen Ghettos bis zur politischen Führungsschicht, eine Fernsehserie, die als eigentlichen Hauptcharakter nur eine Antwort kennen kann: die Stadt Baltimore selbst.

Andreas K. - myFanbase

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