DVD-Rezension: FlashForward, Die komplette Serie

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Mit einem großen Marketingaufgebot startete "FlashForward" am 24. September 2009 auf ABC. ProSieben sicherte sich schnell die Rechte und zeigte die Serie den deutschen Zuschauern ab März 2010. Inhaltlich verantwortlich waren von Beginn an David S. Goyer, Co-Autor der neueren Batman-Filme, und Brannon Braga, der zuvor bei "24 - Twenty Four" tätig war. Goyer verließ zur Staffelhälfte das Projekt wieder, was dessen Untergang vielleicht endgültig besiegelte. Nach nur einer Staffel wurde "FlashForward" wieder eingestellt.

Inhalt

Foto: Copyright: 2009 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved. No Archive. No Resale./Craig Sjodin
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Es ist der 6. Oktober 2009, ein ganz normaler Tag in Los Angeles, als plötzlich etwas absolut außergewöhnliches passiert: Die gesamte Weltbevölkerung verliert für 2 Minuten und 17 Sekunden das Bewusstsein und erhascht einen kurzen Blick in die Zukunft und sieht den 29. April 2010 um genau 22 Uhr morgens pazifischer Zeit. Alle Welt stellt sich die Frage, was diese Zukunftsvisionen zu bedeuten haben und wer dafür verantwortlich ist.

FBI Agent Mark Benford (Joseph Fiennes) und sein Partner Demetri Noh (John Cho) befinden sich gerade mitten in einer Verfolgungsjagd, als die Flashes einsetzen. Per Funk sind sie mit ihrem Vorgesetzten Stanford Wedeck (Courtney B. Vance) und ihrer Kollegin Janis Hawk (Christine Woods) verbunden. Marks Ehefrau, die Chirurgin Olivia Benford (Sonya Walger), ist währenddessen in einer Operation und fragt sich, wo ihr Kollege, Dr. Bryce Varley (Zachary Knighton) steckt. Der befindet sich gerade am Strand und möchte Selbstmord begehen, während Marks Freund Aaron Stark (Brian F. O'Byrne) in Schwindel erregender Höhe an Stromleitungen arbeitet. Die junge Babysitterin der Benfords, Nicole (Peyton List), vergnügt sich mit ihrem Freund statt auf deren Tochter Charlie (Lennon Wynn) aufzupassen, als das Bewusstseit der gesamten Welt für 2 Minuten und 17 Sekunden kurz aussetzt.

Foto: Copyright: 2009 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved. No Archive. No Resale./Craig Sjodin
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Das FBI entwickelt ein Computernetzwerk, welches sie "Mosaic Collective" nennen. Darüber können die Menschen weltweit ihre Zukunftsflashes beschreiben und miteinander verknüpfen. Man erhofft sich so mehr Details über den 29. April zu erfahren und die Hintermänner zu entlarven. Privat ist Benford darum bemüht seine Familie zusammen zu halten, da er in seiner eigenen Vision nicht nur gesehen hat, wie er wegen des Blackouts ermittelt, sondern auch dass er zum Alkohol gegriffen hat, obwohl er an einem Alkoholproblem leidet. Seine Frau Olivia entwickelt derweil Schuldgefühle, weil sie sich mit einem anderen Mann gesehen hat. Anfangs kennt sie diesen noch nicht, doch dann läuft er ihr im Krankenhaus über den Weg: Lloyd Simcoe (Jack Davenport) ist besorgt um seinen autistischen Sohn Dylan, dessen Mutter beim Blackout ums Leben kam. Selbst fühlt er sich dafür verantwortlich, da er zusammen mit seinem Kollegen Simon Campos (Dominic Monaghan) gerade an einem Experiment gearbeitet hatte, welches aus seiner Sicht den Blackout verursacht hat.

Die wichtigste Frage, die sich die gesamte Menschheit nach diesem unerwarteten Ereignis stellt: Wird alles so geschehen, wie sie es in ihren Flashes gesehen haben oder können sie ihre eigene Zukunft noch beeinflussen?

Clip: Happened Before (Ausschnitt aus #1.03 137 Sekunden)
Clip: Ich wähle die Hoffnung (Ausschnitt aus #1.07 Geister)
Clip: Nichts bedauern (Ausschnitt aus #1.17 Der Garten der sich gabelnden Pfade)

Rezension

Foto: Copyright: 2009 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved. No Archive. No Resale./Ron Tom
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Es begann vielversprechend und gleichzeitig auch so vorhersehbar. Als neues "Lost" wurde "FlashForward" im Herbst 2009 von ABC angekündigt und ähnlich guten Anklang fand die Serie anfangs auch beim Publikum. Doch das große Aufsehen, das im Vorfeld um die Serie gemacht wurde, schürte hohe Erwartungen, die nicht leicht zu befriedigen waren. Schon kurz nach Beginn der Serie schien den Autoren die Ideen auszugehen und vieles wirkte gekünstelt oder unlogisch, dabei bargen gerade die Hauptcharaktere noch soviel Potential. Gepaart mit dem Qualitätsabfall zur Staffelhälfte schalteten auch immer weniger Zuschauer ein und so blieb es von vielen leider unbemerkt, dass die Serie nochmal an Fahrt aufnahm, als sie aus der langen Winterpause zurückkehrte.

Dabei war die Idee an sich eigentlich ganz gut: Die ganze Welt hat zeitgleich einen Blackout und sieht sechs Monate in die Zukunft. Jeder einzelne geht anders mit diesen Zukunftsvisionen um. Die einen haben Angst, dass sie eintreffen, andere freuen sich drauf, wieder andere glauben nicht daran oder versuchen einen anderen Weg zu beschreiten, um zu zeigen, dass nichts an der Sache dran ist. Das Konzept birgt also von Beginn an sehr viel Potential, doch leider wurden meiner Ansicht nach anfangs zu viele Baustellen aufgemacht. Dem Zuschauer fiel es schwer allen Handlungssträngen zu folgen und die ganze Verschwörung zu durchblicken, die hinter dem Blackout zu stehen schien. Es wurden zu viele Dinge auf einmal angesprochen und zu wenige Antworten gegeben. Klingt ein bisschen nach "Lost", war im Fall von "FlashForward" aber nicht spannend, sondern nur verwirrend.

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Die Besetzung war vielversprechend. Man bekam bekannte Gesichter wie Joseph Fiennes, Sonya Walger und Dominic Monaghan (beide bekannt aus "Lost"), Courtney B. Vance ("Criminal Intent") und John Cho ("Harold & Kumar") zu Gesicht, darunter wurden eher frische Gesichter wie Zachary Knight, Peyton List, Jack Davenport und Christine Woods gemischt. Doch irgendwie haben die Autoren vergessen, dass man die Charaktere weiterentwickeln muss, dass sie eine gewisse Tiefe braucht, damit sich der Zuschauer mit ihnen identifizieren kann. Am meisten hat wohl Mark Benford enttäuscht, der durchweg oberflächlich blieb und deswegen dem Zuschauer wohl nie sympathisch wurde. Da er eindeutig die wichtigste Rolle in der Serie spielt, spricht dieses abneigende Gefühl ihm gegenüber natürlich Bände und erklärt vielleicht, warum die Serie kein Erfolg wurde.

Das ursprüngliche Konzept zur Serie basiert übrigens auf dem Roman "Flash" von Robert J. Sawyer. Inwiefern sich Roman und Serie ähneln, erfahrt ihr in unserem Vergleich. Man sieht auf jeden Fall an dem Buch sehr schön, was es für einen Unterschied macht, ob einem die nahe Zukunft oder erst jene in 21 Jahren gezeigt wird. Für's schnelllebige Fernsehen war die nahe Zukunft sicherlich eine passender Wahl, aber vielleicht hätte man ein bisschen näher am Roman bleiben sollen, was die wissenschaftliche Komponente angeht. In der Serie wurden jetzt wissenschaftliche Erklärungen mit Verschwörungstheorien und Mythen kombiniert. Ein bisschen viel des Guten.

Specials

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© ABC Studios

Die Box an sich hat eine schöne Aufmachung, die Discs jedoch wirken etwas eintönig. Das Menü interessant geschaltet, mit Video und Ton unterlegt, teilweise jedoch sehr schwer lesbar. Gerade wenn Tageslicht auf den Bildschirm fällt oder der Raum sehr hell ist, versinken die Menüeinträge im Dunklen.

Das Bonusmaterial ist gebündelt auf der letzten Disc in der Box und komplett auf englisch mit deutschen Untertiteln. Es werden interessante Einblicke hinter die Kulissen gewährt und gezeigt wie die Serie an sich entstanden ist. Die zusätzlichen Szenen sind ein nettes Extra, doch man hätte sich hier vielleicht eher ein paar Einblicke gewünscht, wie man die Serie hätte alternativ und abgeschlossen enden lassen oder ein paar Erklärungen über all das, was schlussendlich offen geblieben ist. Die obligatorischen Pannen vom Dreh dürfen natürlich auch nicht fehlen und runden das ganze Paket ab.

Foto: Yûko Takeuchi, FlashForward - Copyright: 2010 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved./Ron Tom
Yûko Takeuchi, FlashForward
© 2010 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved./Ron Tom

Sehr interessant dürften für den Zuschauer wohl die beiden Extras "Känguruh?" und "Yuko spielt Keiko" sein. In dem ersten Beitrag erfährt man, was es mit dem Känguru auf sich hat, was sowohl im Pilot als auch in der späteren Halloween-Episode zu sehen ist. Die Schauspieler selbst wussten lange nicht, weshalb ein Känguru durch Los Angeles hüpft. In dem anderen Beitrag wird Yûko Takeuchi vorgestellt, die in Japan bereits ein bekannter Filmstar, in Amerika und Europa aber noch nahezu unbekannt ist. Die Japanerin spricht kaum Englisch, weshalb der Dreh mit ihr für alle Beteiligten besonders interessant war.

Alles in allem entschädigen diese tollen Extras wenigstens ein bisschen dafür, dass die Serie an sich so abrupt endete. Viele Fragen können jedoch leider nicht beantwortet werden.

Die Extras in der Übersicht:

  • Inszenierung einer Katastrophe: Effekte für einen globalen Blackout
  • Making Of FlashForward
  • Am Set von FlashForward
  • Yuko spielt Keiko
  • Mosaik-Kollektiv: Interviews
  • Kängeruh?
  • Pannen vom Dreh
  • Zusätzliche Szenen
  • Audiokommentar


Featurette: Joseph Fiennes (Ausschnitt aus dem Extra "Making Of FlashForward")

Technische Details

FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 935 Min (22 Episoden)
Bildformat: 1,78:1, 16:9
Sprache (Tonformat): Deutsch, Englisch, Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Türkisch, Arabisch

Fazit

Schade, dass die Macher von "FlashForward" das große Potential nicht nutzen konnten, was die Idee von Robert J. Sawyer bot. Gegen Ende je näher sich die Serie dem Tag X näherte, der in den Zukunftsflashes zu sehen war, desto mehr nahm sie an Fahrt auf, doch das war wohl schon zu spät. Schade, dass die Verantwortlichen von ABC den Serienmachern so spät Bescheid gesagt haben, dass "FlashForward" auf dem Sender keine Zukunft hat, so blieb im Finale nämlich alles offen und der Zuschauer noch unbefriedigter als zuvor. Für Fans der Serie ist diese Box definitiv ein Muss, die Extras lassen einen ein bisschen verzeihen, dass die Serie so offen endete.

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Catherine Bühnsack - myFanbase

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