Cape Town - Veranstaltungen
Pre-Screening beim 34. Filmfest München

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Beim 34. Filmfest München hatte myFanbase die Chance, an einem Pre-Screening der neuen deutschen Serie "Cape Town" teilzunehmen. Nachdem die ersten beiden Folgen vorgeführt wurden, hatte die Presse noch die Möglichkeit, einige Fragen an die anwesenden Mitglieder von Cast und Crew zu stellen.

Worum es in der Serie geht, erfahrt ihr in der "Cape Town"-Serienkolumne!

Das Q&A mit Cast und Crew

Foto: "Cape Town"-Screening am 29. Juni 2016 in München - Copyright: Joerg Koch/Getty Images for NBC
"Cape Town"-Screening am 29. Juni 2016 in München
© Joerg Koch/Getty Images for NBC

Vor Ort waren die Produzentin Annette Reeker, der Regisseur Peter Ladkani, die beiden Hauptdarsteller Trond Espen Seim (Mat Joubert) und Boris Kodjoe (Sanctus Snook), sowie die Nebendarstellerinnen Isolda Dychauk (Irena Krol) und Anna Baranowska (Galia Gorischenko) anwesend.

"[Man hat uns immer gesagt:] 'Kommt wieder, wenn ihr weiter seid!' - Wir wären jetzt da!"

Foto: Katharina Behrends & Annette Reeker, "Cape Town"-Screening am 29. Juni 2016 in München - Copyright: Joerg Koch/Getty Images for NBC
Katharina Behrends & Annette Reeker, "Cape Town"-Screening am 29. Juni 2016 in München
© Joerg Koch/Getty Images for NBC

Mit am beeindrucktesten an "Cape Town" ist die Entstehungsgeschichte und der mutige Weg, den die Produzentin Annette Reeker mit der Serie gegangen ist.

Man kann "Cape Town" wohl als Herzensprojekt von Annette Reeker bezeichnen. Die Münchner Produzentin, die schon Formate wie "Switch" nach Deutschland gebracht hat, hatte Interesse an dem Buch "Der traurige Polizist" von Deon Meyer, auf dem die Serie basiert. Obwohl die Story in der Filmbranche hart umkämpft war, da der Schriftsteller einer der bekanntesten Krimi-Autoren Südafrikas ist, hat es Reeker geschafft, die Rechte an der Hauptfigur Mat Joubert zu bekommen. Nun musste sie erst einmal die Geschichte, die aus den neunziger Jahren stammt, modernisieren und für ein aktuelles TV-Publikum anpassen. Das klingt eigentlich nicht allzu kompliziert, doch Annette Reeker hatte große Probleme, mit ihrer Idee überhaupt Fuß zu fassen.

Für die heimische Filmbranche war ihr Konzept, eine Serie mit internationalem Cast in Südafrika und noch dazu auf Englisch zu drehen, einfach viel zu exotisch. Und die internationalen Märkte haben Produktionen aus Deutschland erst recht nicht auf ihrem Schirm. Deswegen hat Annette Reeker einen mutigen Entschluss gefasst: Wenn sie niemand unterstützen möchte, dann organisiert sie die Serie eben alleine.

Foto: Katharina Behrends, Peter Ladkani & Annette Reeker, "Cape Town"-Screening am 29. Juni 2016 in München - Copyright: Joerg Koch/Getty Images for NBC
Katharina Behrends, Peter Ladkani & Annette Reeker, "Cape Town"-Screening am 29. Juni 2016 in München
© Joerg Koch/Getty Images for NBC

Also hat Reeker ihre Beziehungen spielen lassen und hat in Peter Ladkani einen deutschen Regisseur gefunden. Auch die Schauspieler haben die beiden selbst zusammengesucht, genau wie das Produktionsteam und alles andere. In Südafrika haben sie dann in nur 58 Tagen die sechs Episoden der ersten Staffel von "Cape Town" gedreht. Trotzdem hatten sie einen überaus hohen Produktionsetat: eine Million Euro pro Folge (kurzer Vergleich: ein Tatort kostet in etwa 1,3 Millionen). Der Regisseur Ladkani erklärt, dass es einen ziemlich großen Cast gab, der meistens an jedem Tag an mehreren Orten gedreht hat und deswegen alleine für den Transport einiges an Geld nötig war. Nur woher kommt das ganze Geld eigentlich, so ganz ohne Produktionsstudio oder -sender? Annette Reeker meint, dass sie einen Großteil des Geldes von verschiedenen Investoren bekommen habe, andere Teile stammen von Steuerrückzahlungen aus Südafrika oder auch von Rückstellungen ihrer Firma.

Es war also ziemlich hoch gepokert, eine komplette Staffel einer neuen Serie einfach mal so zu drehen, ohne vorher zu wissen, ob sie dann überhaupt von einem Sender ausgestrahlt wird. Auf die Frage, warum nicht erst einmal ein Pilot gedreht wurde, wie es normalerweise der Fall ist, antwortet Annette Reeker, dass die Serie eine horizontale Geschichte erzähle, also dass alle sechs Episoden zusammenhängen. Deswegen hätte es keinen Sinn gemacht, erst einmal eine erste Folge fertig zu machen und dann abzuwarten. Überhaupt scheint sie sehr überzeugt, dass "Cape Town" Erfolg haben wird. Die zweite Staffel sei schon fertig geschrieben und auch über eine mögliche dritte Staffel habe man sich schon Gedanken gemacht.

Foto: "Cape Town"-Screening am 29. Juni 2016 in München - Copyright: Joerg Koch/Getty Images for NBC
"Cape Town"-Screening am 29. Juni 2016 in München
© Joerg Koch/Getty Images for NBC

Tatsächlich scheint Annette Reekers Plan aufgegangen zu sein: Der Pay-TV Sender 13th Street, der zu NBCUniversal gehört, hat "Cape Town" aufgenommen und strahlt die Folgen im Dreierpack am 4. und 5. Juli aus. Die Geschäftsführerin von NBC Universal International Channels Deutschland, Katharina Behrends, freut sich über die Aufnahme der Serie ins Programm, besonders eben auch wegen des Mutes der Produzentin und der erneuten Zusammenarbeit mit Regisseur Peter Ladkani, der 2011 mit seinem Kurzfilm "Happy Valentine" für die Shocking Shorts Awards von 13th Street bei den 29. Filmfest München nominiert war.

Falls ihr euch auch gerade fragt, wie ihr "Cape Town" denn anschauen könnt, wenn ihr 13th Street nicht empfangt: Offiziell wurde zwar noch nichts bestätigt, aber auf Nachfrage aus dem Publikum, ob die Serie denn auch auf Amazon Prime oder Netflix zu sehen wäre, konnte man an den Grimassen von Cast und Crew ablesen, dass dazu wohl bald eine Presseerklärung folgen wird.

Fragen an das Team

Foto: "Cape Town"-Screening am 29. Juni 2016 in München - Copyright: Joerg Koch/Getty Images for NBC
"Cape Town"-Screening am 29. Juni 2016 in München
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Beim Q&A, das auf die beiden Episoden folgte, beantwortete ein richtig gutaufgelegter Cast in einer Mischung aus Deutsch und Englisch die Fragen aus dem Publikum. Auf Peter Ladkanis Kommentar, dass der Cast sehr international sei und sie eigentlich nur einen einzigen Deutschen (Axel Milberg) mit an Bord hätten, hat zum Amüsement aller Boris Kodjoe in perfektem Deutsch eingeworfen, dass auch er Deutscher wäre (Freiburger um genau zu sein). Der Schauspieler, der ziemlich bald von Deutschland nach Amerika auswanderte und dort ziemlich erfolgreich ist, freut sich sehr, jetzt endlich in einer deutschen Produktion mitwirken zu können.

Ganz nebenbei hat der Regisseur Peter Ladkani noch einige Geschichten vom Set erzählt. Zum Beispiel, dass einer der Schauspieler für eine Szene ins Meer musste und dachte, dort einen Hai gesehen zu haben. Als die Einheimischen gemeint haben, dass es dort keine Haie gäbe, haben sie sich keine weiteren Gedanken mehr darüber gemacht. Zumindest solange, bis der Schauspieler wieder an Land war und Fischer ein paar Minuten darauf einen drei Meter langen Tigerhai aus dem Wasser gezogen haben. Ladkani meinte darauf lachend, dass er von nun an niemanden mehr so einfach in die Fluten schicken würde.

Fazit

Ein echt sympathisches Filmteam und der gewagte Plan einer Münchner Produzentin, mit einer deutschen Serie international Erfolg zu haben. Jetzt bleibt abzuwarten, ob "Cape Town" den Sprung auf den internationalen Markt tatsächlich schaffen wird. Zu wünschen wäre es ihnen auf jeden Fall, denn bis jetzt scheint die Serie mit den bekannten Crime-Größen aus Amerika durchaus mithalten zu können.

Der offizielle Sendetermin ist der 4. und 5. Juli 2016, ab 21 Uhr auf 13th Street.

Lest hier die Review zu den ersten beiden Folgen von "Cape Town"!

Denise D. - myFanbase

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