The Millers - Review des Piloten

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Ein wenig bekannt kommt einem die Situation schon vor. Älteres Ehepaar, das sich andauernd in den Haaren liegt und zankt, treibt seine Kinder in den Wahnsinn. Ähnliches, mit ein wenig anderen Vorzeichen, gab es auch schon bei der Serie "Alle lieben Raymond", an die mich die Ausgangssituation und vor allem auch der Charakter der Carol Miller sehr erinnert, der hier doch Raymonds nerviger und aufdringlicher Mutter in einigen Dingen sehr gleicht.

Die Prämisse der Serie ist also nicht unbedingt innovativ, aber dennoch macht der Pilot unglaublich Spaß. Dies liegt zum einen am grandiosen Zusammenspiel von Will Arnett und Margo Martindale, die als Mutter-Sohn-Gespann herrlich miteinander funktionieren. Zum anderen hat einen großen Anteil am Witz der ersten Episode aber auch Beau Bridges, der den liebevoll vergesslichen Tom Miller mit gnadenloser Hingabe spielt.

Nathan Miller bleibt in der ersten Folge noch etwas blass. Außer dass er eine Scheidung hinter sich hat, erfahren wir nur wenig über den Nachrichtenreporter. Ich bin mir sicher, dass Will Arnett im Laufe der Serie sicherlich noch Gelegenheit bekommen wird, zu glänzen. Hier in der Pilotepisode nimmt er sich jedoch bewusst etwas zurück, um den beiden älteren Hauptdarstellern die Bühne zu überlassen. Und das ist auch gut so, denn so wirkt die Episode weit weniger überladen und gestattet es dem Zuschauer, sich erst einmal mit der Ausgangssituation zurecht zu finden.

Tom Miller beendet also nach 43 Jahren die Ehe mit seiner Frau, da er es satt hat, eine funktionierende und harmonische Beziehung vorzugaukeln, wo schon lange keine mehr existiert. Nur kurz wird hier thematisiert, dass es in der Ehe schon länger gekriselt hat und man nur der Kinder wegen zusammen geblieben ist. Ein mutiger Schritt, den Tom da geht, vor allem nachdem klar wird, dass er in all den Jahren seine Selbstständigkeit weitgehend verloren hat und für die einfachsten Alltagsdinge auf seine Frau angewiesen ist. Ob hier der Hintergrund eine beginnende Demenzerkrankung steckt oder einfach nur die klischeehaft-überzogene Tatsache, dass Männer sich in der Ehe irgendwann darauf verlassen, dass die Frau ihnen schon sagt, wie sie leben müssen, das lässt sich hier noch nicht sagen.

Es ist jedoch herrlich witzig mitanzusehen, wie Tom mit den Tücken des modernen Haushalts kämpft und an so etwas wie einer Mikrowelle, einer Kaffeemaschine oder auch einer Fernbedienung scheitert.

Seine Frau Carol hat es da wesentlich leichter, denn auf den ersten Blick ist sie eine selbstbewusste Frau, die weiß wie sie im Leben zurecht kommt. Erst unter Einfluss von Schlafmitteln gesteht sie Nathan, dass sie Angst vor dem Alleinesein hat und nicht so recht weiß, wie ihr Leben jetzt weitergehen soll. Dass in den kommenden Episoden Carol Nathan gehörig auf die Nerven gehen und das ein oder andere Mal in Verlegenheit bringen wird, das steht sicherlich außer Frage. Vielleicht schaffen es die Autoren jedoch auch, die angedeutete Tochter–Sohn–Beziehung etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und uns mit etwas Tiefgang an der richtigen Stelle zu überraschen.

Wie Nathan bleibt auch Debbie (Jayma Mays) und ihr Mann Adam (Nelson Franklin) in der ersten Episode noch etwas blass, aber auch das lässt sich sicherlich verschmerzen. Ein klein wenig Konfliktpotential wurde hier ja schon gesät, indem man durchscheinen hat lassen, dass die junge Familie momentan damit hadert, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und daher auf Hilfe von Nathan angewiesen ist. Ich bin gespannt, was sich hieraus noch ergeben wird.

Fazit

Die Witze in der ersten Folge von "The Millers" zünden sicherlich nicht an jeder Stelle und manchmal ist der Humor platt und ausgelutscht, doch das Ensemble macht im Moment noch die kleineren Schwachstellen wett, so dass man durchaus in den ersten zwanzig Minuten gut unterhalten wird. Sicherlich nicht die beste Comedy, die momentan über die Bildschirme flimmert, aber dank großartiger Schauspieler durchaus sehenswert.

Melanie Wolff - myFanbase

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