Bewertung: 8

Review: ??? (6.09)

Na also, es geht doch. Nach ein paar weniger gelungenen Episoden trumpft "Psych" pünktlich zum Herbstfinale wieder auf und bietet genau das, weswegen man die Serie einfach lieben muss: Spannung, Spaß und ein klein wenig Romantik.

Slumber party, nudie times, drinky-drinky.

Endlich wird wieder einmal die Beziehung von Shawn und Juliet in den Mittelpunkt gestellt. Nachdem Serienmacher Steve Franks zu Beginn der sechsten Staffel klar gemacht hat, dass man die beiden nicht in das Zentrum der Serie stellen wird, mussten die Fans sich mit kleinen Gesten zwischen den beiden und einem flüchtigen Blick hier und da genügen. Das soll sich jetzt ändern, denn die beiden Turteltäubchen begeben sich auf ein romantisches Wochenende in ein Wellnesshotel.

Juliet macht schon früh klar, dass sie "gewisse Erwartungen" an das gemeinsame Wochenende hat und bringt Shawn damit arg in Bedrängnis. Er weiß mit diesen Erwartung einfach nicht umzugehen und obwohl er sich wirklich Mühe gibt, für Juliet das zu sein, was sie sucht, fällt es ihm ungeheuer schwer, erwachsen zu sein. Shawn ist innerlich Kind geblieben und lebt dies normalerweise an der Seite seines besten Freundes hemmungslos aus. Bei Juliet ist er nun gezwungen, ernster zu sein. Jedenfalls glaubt er das, weil sie andauernd darauf herumhackt, dass er sich wie ein Erwachsener benehmen sollte.

Dabei wird am Ende klar, dass Juliet ihn so akzeptiert, wie er ist. Klar sind ihr seine hin und wieder ausufernden Auftritte ein wenig peinlich, doch sie arrangiert sich damit und freut sich insgeheim vielleicht auch wenig daran, dass Shawn so viel Spaß am Leben hat. Und dass Shawn sich am Ende sogar dafür entschuldigt, dass er so ist, wie er ist und ihr gegenüber beteuert, dass er sich ihr zuliebe gerne ändern würde, macht nicht nur ihr klar, dass Shawn sich längst fest gebunden hat.

Und auch Gus muss erkennen, dass sein bester Freund dabei ist, sein Herz zu verlieren und anscheinend sogar darüber nachgedacht hat, Juliet ernsthaft einen Heiratsantrag zu machen und einen Ring mitgenommen hat. Ich glaube nicht ganz, dass Shawn dies nur wegen den "gewissen Erwartungen" getan hat, die Juliet ständig erwähnte, sondern ein Stückchen auch deswegen, weil er längst selbst weiß, dass die Beziehung zwischen ihm längst kein einfache Liebelei mehr ist. Hach, da geht einem als Shipper das Herz auf.


First one to pull some digits off one of these hotties wins. Losers bring barbecue to my house on Sunday.

Während Juliet und Shawn an ihrer Beziehung arbeiten, stellen ihre Freunde fest, dass sie ohne die beiden eigentlich gar nicht wissen, wie sie ihre Freizeit verbringen sollen. Am schlimmsten trifft es Gus, der ohne Shawn überhaupt nicht weiß, was er machen soll. Sein trauriger Blick, als Shawn mit Juliet aufbricht, ist wirklich herzzerreißend. Bislang haben wir Gus nie wirklich solo gesehen, sondern immer nur in Verbindung mit Shawn oder irgendeinem Fall. Was treibt Gus eigentlich, wenn er und Shawn nicht zusammen sind? Die Antwort ist: nichts. Er definiert sich durch Shawn und jetzt, wo er erkennt, dass Shawn es mit Juliet tatsächlich ernst meint und ihre Freundschaft an einem Wendepunkt steht.

Lassiter hingegen vermisst seine Freundin, die noch immer im Knast sitzt. Es ist nett, dass diese Storyline nicht einfach unter den Tisch fallen gelassen wird, sondern dass Lassiter sein Herz damals tatsächlich verloren hat und ist noch immer gewillt, darauf zu warten, dass sie ihre Strafe abgesessen hat. Natürlich macht ihn das in der Zwischenzeit ungeheuer einsam, was er sich zunächst nicht eingestehen möchte.

Über den dritten im Bunde, Henry, weiß man außerhalb seiner kurzen Interaktionen mit seinem Sohn und seiner Arbeit im Polizeipräsidium eigentlich nichts. Als er Lassiter und Gus sieht, macht er sich zunächst lustig darüber, dass die beiden so offensichtlich einsam sind und keine Ahnung haben, was sie treiben sollen, doch schon bald gibt er zu, dass es ihm nicht viel anders ergeht. Und so kommt es, wie es kommen muss, die drei einsamen Herzen verbinden sich und beschließen, gemeinsam etwas dagegen zu unternehmen.

Es ist kaum zu glauben, aber die Nebengeschichte um die drei einsamen Herzen, die von einer Katastrophe in die nächste schlittern, ist weit komischer als alles um Juliet und Shawn. Normalerweise hat James Roday eine Episode voll im Griff und die anderen Charaktere dürfen eigentlich nur in Interaktion mit ihm brillieren. Doch dieses Mal ist es anders. Jeder der drei bekommt genügend Screentime um zu glänzen und so verzeiht man den Autoren auch den ein oder anderen Griff in die Klischeekiste.

Fazit

Das Herbstfinale ist vielleicht nicht die witzigste Psych-Episode, die es je gegeben hat, die Autoren haben jedoch durchweg den richtigen Ton getroffen und jedem Darsteller genug Zeit gegeben, um zu glänzen. Warum denn nicht gleich so?

Melanie Wolff - myFanbase


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Diskussion zu dieser Episode

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