Bewertung: 4

Review: #5.07 Weindunkles Meer

Foto: Wentworth Miller, Prison Break - Copyright: 2017 FOX Broadcasting Co.; Ed Araquel / FOX
Wentworth Miller, Prison Break
© 2017 FOX Broadcasting Co.; Ed Araquel / FOX

Michael schwebt in Lebensgefahr und eigentlich ist es aussichtslos, doch die Grundprämisse der Serie ist es, dass man erst in solchen Momenten kreativ wird. Da geht also noch was.

"Vielleicht gibt es noch eine Möglichkeit"

Michael ist quasi an dem Ort in der Welt, der am weitesten von jeglicher ärztlicher Versorgung entfernt ist. Zum Glück gibt es ein Boot, sodass man die Michael noch bleibenden zwölf Stunden auf dem Wasser Richtung Griechenland verbringen kann. In selbigen zwölf Stunden ist es auch möglich, dass Sara mal eben aus den USA nach Griechenland reist und Michael versorgt, sogar mit Blut. Das war wirklich perfektes Timing. Nur spannend war es nicht, denn ehrlich gesagt ist es einfach langweilig, dass man die aussichtslosesten Situationen mit teils absurden Einfällen überwindet. Hier ging es ja gerade noch so, weil nur die Zeitkomponente hart an der Grenze des Glaubhaften war. Es geht eh immer alles gut aus, das Wie ist immer mindestens ein bisschen an den Haaren herbei gezogen und so geht so eine Szene dann eben vorbei. Dabei frage ich mich allerdings selbst, wieso mir das bei "24 - Twenty Four" nicht so übel aufstößt, obwohl dort das Grundschema sehr ähnlich ist. Vielleicht sind die Organisationsstrukturen dort glaubhafter. Hier ist ja doch alles immer irgendwie improvisiert und von zu vielen Variablen abhängig, die zufällig alle stimmen müssen. Um es kurz zu machen, inzwischen interessiert mich das Wie schon gar nicht mehr, ich warte nur darauf, was danach kommt. Hier erweist sich die Kürze der Staffel dann immerhin als günstig, weil man sich nicht zu lange mit den einzelnen Problemen aufhält. In einer früheren Staffel hätten wir wahrscheinlich mindestens zwei Episoden auf dem Boot verbracht. Gleiches gilt auch für den zweiten Teil der Episode, in denen Sucre kurz beweisen durfte, dass er in Erdkunde nicht aufgepasst hat, dafür aber das Wort Analogie kennt. Die Probleme auf dem Boot, bei denen Sucre vom Kapitän als Nichtsnutz beschimpft wird, dafür dann aber den Helden spielen darf, ließen mich ziemlich kalt. Die überdramatische Inszenierung hat sich für mich nach ein paar Episoden schon wieder so abgenutzt, dass es mich einfach nicht mehr reizt. Es gab hier nichts, was mich interessierte.

"Und wenn ich dir verbiete zu fahren?"

Sara überlegt natürlich nicht lange, als sie um Hilfe gebeten wird, um Michael vor dem Tode zu bewahren. Sie lässt alles stehen und liegen und macht sich auf nach Griechenland. Immerhin ist sie so aufrichtig und klärt das noch mit ihrem Mann Jacob, der nicht so begeistert ist und sogar überlegt, sie gar nicht fliegen zu lassen. Man kann die Eifersucht bzw. die Sorge durchaus verstehen. Michael ist ja nicht ein Ex, den Sara irgendwann mal als nicht zu ihr passend abserviert hat. Er ist der Mann ihrer Träume und Jacob quasi nur die zweite Wahl. Auf der anderen Seite ist auch klar, dass ein Verbot überhaupt nichts bringt. Ich fand es allerdings zu diesem Zeitpunkt schon etwas naiv, sich einfach auf die andere Seite der Welt zu bringen und den Sohn dabei vollkommen außer acht zu lassen. Selbst wenn sie Jacob wieder vertraut, so ist er doch immer noch in Gefahr. Immerhin wurden sie vor kurzem erst angegriffen. Wer auch immer das in die Wege geleitet hat, könnte neue Wege suchen. Ich finde, dass Sara viel zu viel erlebt hat, um hier ihren Sohn einfach zurück zu lassen. Außerdem hätte es für den Falle des baldigen Todes von Michael auch toll gewesen, wenn Vater und Sohn sich ein Mal in ihrem Leben hätten sehen können. Nun gut, es war hier viel möglich, aber eigentlich war es erst mal kein Thema.

"Er wollte mich aus dem Weg haben, damit er dich haben kann."

Das Zusammentreffen von Michael und Sara in Griechenland hat dann immerhin eine emotionale Note gehabt und war entsprechend schön anzusehen. Das war das kleine Highlight in dieser Episode. Ihr Gespräch hat dann auch das noch offene Geheimnis endgültig gelüftet. Jacob ist tatsächlich Poseidon, oh Wunder. Da kann man also auch noch einen kleinen Kampf um Sara veranstalten, der eigentlich gar keiner ist. Jacob wollte Michael also dann loswerden, damit er Sara für sich alleine haben kann, klar. Sie dachte eh, dass er tot ist. Durch die Erpressung konnte Michael sowieso nichts anderes tun. Und aus dem Weg hätte er Michael auch einfacher räumen können. Aber egal. Sara muss sich dann doch um ihren Sohn kümmern und macht es dann eigentlich nur noch schlimmer. Da sie Jacob damit konfrontiert, dass sie weiß, wer er wirklich ist, braucht der nun natürlich ein Druckmittel. Tolle Idee, Sara. Damit ist dann also geklärt, was uns die letzten beiden Episoden in den USA beschäftigen wird. Übrigens, um wieder ein Beispiel zu bringen, was mir an der Serie immer wieder aufstößt. Wenn ich ein Kind mitten in der Nacht irgendwo abhole, frage ich es doch nicht, ob es Spaß gemacht habe, bei anderen zu übernachten, denn dazu ist es de facto doch gar nicht gekommen. Wer schreibt solche Dialoge?

"Du gehörst jetzt auch zur Familie."

Ach ja, es gibt auch noch neue Charaktere in dieser Staffel, die ich vollkommen vergessen habe, ins Herz zu schließen. Oder hatte man dazu gar keine Gelegenheit? Egal. Ich hatte jedenfalls nie das Bedürfnis nach neuen Leuten und so war es eigentlich ganz gut, dass sich der Koreaner Ja am Anfang der Episode im Nirwana niederlässt um seine Freiheit zu genießen. Der letzte Begleiter bekommt dann noch den Ritterschlag, weil er Michael ein treuer Begleiter war. Ich kann mir nicht mal den Namen des neuen Familienmitgliedes merken. Whip, wie ich nachgeschlagen habe, ist irgendwie die ganze Zeit dabei, aber eine entscheidende Rolle hat er irgendwie noch nicht gespielt. Vielleicht kommt das noch.

Fazit

Auch diese Episode hat eigentlich nicht viel zu bieten. Die neuen Erkenntnisse lagen auf der Hand, die Inszenierung ist wieder Schema F und nach sieben Episoden schon wieder ausgelutscht. Auf der Habenseite stehen somit nur die zügige Erzählweise und das Aufeinandertreffen von Sara und Michael. Damit ist es etwas besser als letzte Episode.

Emil Groth – myFanbase


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