Bewertung: 5

Review: #5.05 Bauchgefühl

Foto: Wentworth Miller, Prison Break - Copyright: 2017 FOX Broadcasting Co.
Wentworth Miller, Prison Break
© 2017 FOX Broadcasting Co.

Michael ist aus dem Gefängnis ausgebrochen, aber das Verlassen des Landes wird nun die nächste, große Herausforderung, vor allem, weil es mehrere Varianten und keine Einigkeit gibt, wie man in dieser Episode begutachten konnte.

"Das war Teil einer Abmachung."

Zunächst war Lincoln aber erst mal überaus interessiert, warum Michael überhaupt noch lebt. Damit spricht er natürlich direkt auch den Wunsch der Zuschauer aus, die dann doch langsam mal Antworten haben wollten. Immerhin befinden wir uns bereits in der Staffelmitte. In der Antwort wird aber klar, warum die Autoren das eine Weile vor sich hergeschoben haben. Wirklich befriedigend ist die Erklärung nämlich nicht. Kellerman war nicht befugt, alle freizusprechen. Mit diesem Wissen wurde Michael erpresst. Er musste seinen Tod vortäuschen, um für den Erpresser Poseidon fortan Leute aus dem Gefängnis zu befreien. Alles klar!?. Immerhin stimmen Michaels Informationen über Poseidon mit denen von Kellerman überein. Der Rest ist allerdings ziemlich wild. Das Vortäuschen des Todes ist schon ziemlich krass. Das muss man erst mal organisieren. Und was ist eigentlich mit dem Hirntumor? Darüber ist kein Wort gefallen. Hat der sich in Luft aufgelöst? Wunderheilung? Außerdem ist es schon eine etwas seltsame Methode, an bestimmte Menschen heran zu kommen, indem Michael einen Ausbruch mit ihnen initiiert. Das ist zeitaufwändig und überaus riskant. Und wie viele Tattoos hat er sich dafür inzwischen machen und wegmachen lassen? Was für eine blöde Idee. Als wenn man mit genügend Einfluss nicht auch Leute finden könnte, um sie anders rauszubekommen (zufälliger Gefängniswechsel mit Überfall auf den Tross, Entlassung wegen Verfahrensfehler etc.). Und offenbar hat Poseidon sehr viel Einfluss. Kurzum, mich befriedigt die Erklärung überhaupt nicht. Sie ist arg konstruiert. Man muss sie so akzeptieren und man konnte eigentlich auch nichts anderes erwarten, als das überraschende Revival angekündigt wurde. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Es musste so kommen, weil eine sinnvolle Erklärung unmöglich war.

Was für mich noch vollkommen ungeklärt ist, ist die Frage, warum es jetzt überhaupt von Bedeutung wurde, dass Michael noch lebt. Welche Rolle spielt T-Bags Entlassung dabei? Warum soll Lincoln sterben? Wieso ist Sara in Gefahr? Nur weil sie nicht wissen dürfen, dass Michael noch lebt? Er hat ja nicht so direkt Anstalten gemacht, sich gegen Poseidon zu wehren. Den Ausbruch hat er trotzdem geplant. Mir fehlt also noch vollkommen der Auslöser für die gesamte Geschichte, was ein weiterer, negativer Punkt ist.

"Mein Plan wird funktionieren"

Der Rest der Geschichte um Michael und Lincoln war eigentlich nur ein kleiner Streit um die richtige Strategie. Zum Flughafen oder mit dem Zug zur Grenze? Erfolgversprechend waren eigentlich beide Varianten nicht. Beim Flughafen wäre es aber zu einer schnellen Rettung gekommen, wenn es doch wieder mit allen Umständen zu den wenigen Prozenten Wahrscheinlichkeit auf Erfolg gereicht hätte. Michael setzt sich mit seiner Theorie aber erst mal durch, weil seine Pläne immer irgendwie klappten und die Gefängniskumpel natürlich lieber Michael vertrauen. Was dann folgt, ist ein bisschen Action, ein bisschen Spannung, aber auch nicht viel mehr. Ein bisschen amüsant war noch die Queen-Einlage. Der Tod von Sid hat mich gar nicht berührt, weil bei diesem Charakter nicht deutlich war, welche Rolle er spielte, außer dass Michael ihn brauchte und ihm vielleicht auch Freiheit versprochen hatte. Michael ist also wohl immer noch bemüht, jeden zu retten, der es verdient hat.

Nachdem Michaels Plan also doch nicht funktioniert hatte, versuchten sie noch mal zurück zum Flughafen zu kommen, wo C-Note mit Sheba und Familie in einem Flugzeug warten, welches der ISIL noch nicht im Griff hat. Im letzten Moment müssen sie doch verschwinden. Hier wurde es also wieder übermäßig spannend gemacht. Ich hatte nicht erwartet, dass Michael und Lincoln es schaffen. Vielmehr war die Frage, ob C-Note und Sheba rauskommen. Danach sieht es jetzt erst mal aus. Werden sie aber in der Nähe bleiben und Lincoln und Michael helfen oder geht es eher über den Ozean und sie werden bei Sara involviert?

Triffst du dich öfter mit Mördern?

Sara bekommt von T-Bag derweil direkt mitgeteilt, dass Jacob möglicherweise Poseidon ist. Sie stellt ihn zur Rede und er hat eine Ausrede parat, die irgendwie absurd klingt, aber irgendwie auch nicht vollkommen abwegig ist. Man weiß nur zu wenig über Jacob, um das genauer zu hinterfragen. Ist er ein Mensch, der solch einen gefährlichen Alleingang wagen würde? Ich hatte ihn eher als bodenständig eingeschätzt und sehe seine Ausrede deswegen auch wirklich als Ausrede an. Den Verdacht, dass er irgendwie mit drin steckt, konnte er jedenfalls nicht entkräften, auch wenn seine Begründungen insgesamt stichhaltig sind. Was mich etwas glauben lässt, dass doch unschuldig ist, ist die Tatsache, dass er mit den Anschuldigungen ziemlich spontan konfrontiert wurde und somit auch spontan reagieren musste. Es war sicherlich nicht angedacht, dass T-Bag sie beobachtet. Auf der anderen Seite ist es schon wieder seltsam, dass sich die beiden Bösewichte so einfach haben schnappen lassen, damit Sara sie identifizieren kann. Das ist entweder von den Serienmachern schlecht konstruiert oder aber von Poseidon sehr gut inszeniert, damit Sara wieder Vertrauen in Jacob hat. Ich bin diesbezüglich jedenfalls sehr neugierig.

Fazit

Die Episode an sich ist im Prinzip wieder in Ordnung. "Prison Break" macht als Serie mit etwas Action, Spannung und Verschwörung das, was es kann. Da diese Episode aber auch einige ganz grundlegende Fragen für diese Staffel klären wollte und damit - wie zu erwarten war - scheiterte, ist eine Punktbewertung hier äußerst schwierig. Sieben Punkte für die Episode, drei Punkte für die Erklärung für Michaels "Über"leben. Da letzteres quasi grundlegend für die Serie ist, geht es hier jetzt einfach in gleichen Teilen in die Gesamtbewertung ein.

Emil Groth – myFanbase


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