Bewertung: 7

Review: #4.12 Diana Lubey

Foto: Dylan Walsh, Nip/Tuck - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Dylan Walsh, Nip/Tuck
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Mit dem Weggang von Julia McNamara ergreifen die Autoren in #4.12 Diana Lubey die Möglichkeit, die Beziehung zwischen Sean und Christian zu vertiefen und entwickeln auch so die beiden Charaktere weiter. Michelle hingegen muss erkennen, dass James immer an ihr Ziel zu kommen scheint.

Verletzte Gefühle und Lügen

Vor einigen Jahren habe ich mir den Film "Couchgeflüster" mit Meryl Streep angesehen, in dem sie eine Psychologin spielte, aber gleichzeitig auch selbst in psychologischer Behandlung war. Damals fand ich es sehr amüsant, gerade weil solche Personen dazu da sind, sich die Probleme von anderen anzuhören. Doch auch sie sind eben nur Menschen, die eigene Probleme haben. Und vielleicht wäre es auch für Faith Wolper gar nicht schlecht gewesen, sich selbst einer Person über einen längeren Zeitraum anzuvertrauen, um ihre Sexsucht in den Griff zu bekommen. Dabei bin ich mir nicht mal sicher, ob diese Bezeichnung überhaupt gerechtfertigt ist. Schließlich denkt diese Frau nach jedem sexuellen Verkehr mit einem Mann, sie sei sein Eigentum und lässt sich in Form eines Tattoos wahrlich einen Stempel aufdrücken. Ihr letztes Objekt der Begierde war Christian, jedoch wusste dieser bis zu dieser Folge noch gar nichts von dem Tattoo.

Und vielleicht wüsste er bis jetzt immer noch nichts davon, hätte Sean sie nicht aufgesucht, um besser mit seinem Gefühlschaos nach der Trennung von Julia zurechtzukommen. Sehr interessant zu verfolgen war, wie schnell Faith die Sprache auf sich bezüglich Christian gebracht hat. Allerdings war dies auch zu erwarten, sobald der Name Michelle fiel und die Tatsache, dass sie die Freundin von Christian ist. Erschreckend dabei war nicht unbedingt, dass Faith über die Therapiestunden mit ihm gesprochen hat, sondern vielmehr, dass Sean ihr es auch noch glaubt, dass sein Freund ein sexuelles Interesse an ihm hat. Wie ich schon in meiner Review zu #4.01 Cindy Plumb geschrieben habe, bin ich seit dem Serienstart nie davon ausgegangen, dass Christian homosexuell ist. Dementsprechend fand ich es auch gut, dass er das auch Sean klar machen konnte. Wobei man nach einer mehr als 20-jährigen Freundschaft von Sean eigentlich erwarten könne, dass er seinem Freund mehr Glauben schenkt. Hier zeigte sich in meinen Augen aber auch sehr deutlich, wie taktisch Faith vorgegangen ist. Dabei frage ich mich aber auch, ob ihr nicht klar gewesen ist, dass Christian etwas davon erfahren würde oder ob sie es schlichtweg drauf angelegt hat, um ihn wiederzusehen. Das werden wir wohl nicht mehr erfahren, was ich eigentlich ein bisschen schade finde.

Nichtsdestotrotz hat man es dadurch auch geschafft, dass sich die Freundschaft von Christian und Sean noch mehr festigen kann und man Letzterem klar machen konnte, dass es seinem besten Freund einfach nur schwer fällt, über seine Gedanken und Gefühle zu sprechen. Dieser Umstand ist der Vergangenheit von Christian zuzuschreiben. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass die beiden nach dieser Sache noch enger miteinander befreundet sein werden und sich nicht mehr so leicht verunsichern lassen.

Hochzeitspläne vs. Vergangenheit

Seit Christian und Michelle das erste Mal aufeinander getroffen sind, konnte man davon ausgehen, dass sich zwischen den beiden etwas entwickeln wird, wodurch mein Interesse noch mehr wuchs. Jedoch sind Serien auch dafür bekannt Verliebten den einen oder anderen Stein in den Weg zu schmeißen und davon gab es bei Christian und Michelle so einige. Angefangen mit Burt, dem alten aber reichen Ehemann von Michelle, der die Praxis gekauft hat und dem Tod deutlich näher gewesen ist, als dem Leben. Und dann gab und gibt es noch immer Michelles Vergangenheit mit James. Diese Steine könnte man fast schon als Felsbrocken bezeichnen, hingegen hat Christian 'nur' mit etlichen Frauen geschlafen. Dennoch sind dies alles Dinge, die die Liebe und Beziehung der beiden um einiges erschwert haben.

Umso erfreulicher ist es eigentlich, dass Christian um ihre Hand angehalten hat, nachdem Burt gestorben ist. Ich finde es übrigens sehr gut, dass man diese Storyline nicht unter den Tisch fallen ließ. Jedoch steht sowohl bei Christian als auch Michelle die Vergangenheit im Weg und ich frage mich, für wen diese schlimmer ist. Ich denke Michelles Vergangenheit ist traumatischer, eben weil sie durch die Anwesenheit von James immer wieder daran erinnert wird und diese Frau sich auch nicht zu fein dafür ist, ihren 'Schützling' immer wieder darauf hinzuweisen und dabei ebenso ihr Wissen darüber preis zu geben, dass sie von dem Mord an Burt weiß. Wahrscheinlich ist auch das der Grund, warum sie so ungehalten auf den geplanten Eingriff von Sean und Christian reagiert hat.

Ich bin mal gespannt, ob James ihr Wissen nochmals gegen Michelle oder gar Christian anwendet, denn diesen scheint sie ja schon um den Finger gewickelt zu haben. Gut vorstellbar wäre es, dass von James noch eine weitere Gefahr ausgeht, die nicht nur das Leben von Michelle gefährden könnte. Sollte dies tatsächlich geschehen, kann man sich zumindest sehr sicher sein, dass Sean den beiden zur Hilfe kommen wird. Dahingehend gefiel mir auch seine Aussage gegenüber Michelle, dass sie Christian vertrauen soll und sie nach der Hochzeit zur Familie gehören wird, und eine Familie hält normalerweise immer zusammen.

Liebe über den Tod hinaus

Der überraschende Ausstieg von Joely Richardson sorgte dafür, dass Julia sich von Sean trennt und erst einmal nach New York zieht. Trotz dieser Trennung habe ich den Eindruck, als sei zwischen den beiden noch nicht alles vorbei. Nicht zuletzt deswegen, weil Julia ihrem Mann gestanden hat, ihn zu lieben. Die beiden verbindet eben auch unglaublich viel. Genau das macht Sean auch so schwer zu schaffen. Dennoch weiß ich nicht genau, was ich von seinem Verhalten beim Fall der Woche halten soll. Auf der einen Seite finde ich sein Einfühlungsvermögen gegenüber Diana Lubey sehr bemerkenswert und es zeigt auch, dass er nicht nur seinen Job in Form von aufschnippeln, richten und zusammenflicken besteht. Aber natürlich kam die trauernde (vermeintliche) Frau bei seiner aktuellen Gefühlslage wie gerufen. Wie auch er selbst hat Diana die Liebe ihres Lebens verloren und somit sah Sean in ihr jemand, von dem er sich verstanden fühlte. Wie wir ja in der letzten Folge erfahren habe, liebt er Julia trotz allem noch und wollte unter keinen Umständen, dass sie ihn verlässt. Zwar ist Julia nicht gestorben, doch in Sean ist etwas gestorben und es ist genau dieser gestorbene Teil in ihm gewesen, der dafür gesorgt hat, dass Diana die Asche von ihrem verstorbenen Liebhaber doch bekommen hat.

Da es sich bei dem verstorbenen Victor um den Geliebten von Diana handelt, verwunderte mich Seans Verhalten noch etwas mehr. Ich denke, wenn er nicht verlassen worden wäre, hätte er viel weniger Verständnis für Dianas Lage gehabt, weil er selbst genau weiß, wie es ist, betrogen zu werden. Aber ich will das Ganze auch nicht zerreden, denn offenbar hat es ihm dabei geholfen mit seiner aktuellen Liebessituation klar zu kommen. Warten wir mal ab, ob sein Verhalten in der nächsten Folge in die alte uns bekannte Richtung schlägt.

Fazit

Nachdem Sean verlassen wurde, legt man sehr vielmehr Wert auf die Freundschaft zu Christian und kreiert dadurch einige schöne Szenen zwischen den beiden, die ihre platonische Beziehung noch mehr festigt und in nächster Zeit auf eine harte Probe gestellt wird. Michelle hingegen muss sich immer noch mit James auseinandersetzen und könnte für eine spannende Weiterentwicklung ihrer Storyline sorgen.

Daniela S. - myFanbase


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