Bewertung
Kleinert, Wolfgang (Hrsg.)

Fiese Bilder

Meisterwerke des schwarzen Humors.

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Inhalt

Ob Tod, Krankheiten, Krieg oder Terrorismus, kein Motiv ist den 45 Cartoonisten, die dieses Buch mitgestaltet haben, zu heikel. Auf über 160 Seiten finden sich freche, zynische, kompromisslose Zeichnungen, Aquarelle und Comicstrips zu brisanten Themen, kurz fiese Bilder.

Kritik

Wem die Karikaturen in den Tageszeitungen viel zu brav sind, dem sei gesagt: es gibt Alternativen. Eine davon ist "Fiese Bilder", eine Sammlung schwarzhumoriger Werke verschiedener, überwiegend deutscher Cartoonisten. Als Oberthema des Buches könnte man den Tod benennen, der in all seinen Facetten karikiert wird, einschließlich Mord, Krankheiten, Unfälle, Selbstmord, Terrorismus, Krieg und das Älterwerden. Die Bilder verdienen das Prädikat "fies" durchaus und brechen viele Tabus, gleiten aber nie ins Perverse oder Blutrünstige ab. Man empfindet diese Meisterwerke des schwarzen Humors zweifellos als bissig und tollkühn, aber nie als geschmacklos.

Bei 45 verschiedenen Cartoonisten sind natürlich auch die Zeichenstile sehr unterschiedlich. Es finden sich sowohl betont einfache Strichzeichnungen, wie auch aufwendige, farben – und detailfrohe Bilder, die sich durchaus gut an einer Zimmerwand machen würden – wenn man sich denn traut, zu seinem schwarzen Humor zu stehen. Neben Einzelzeichnungen sind auch kurze Comicstrips vorhanden. Die meisten Bilder haben Text, meist in Form von Sprechblasen, doch einige kommen auch ohne Worte aus. Es ist somit für jeden Geschmack etwas dabei.

Dass nicht jeder Gag gleichermaßen zündet, hat natürlich auch mit subjektiver Wahrnehmung zu tun. Extreme Schwankungen gibt es dennoch nicht, die Qualität ist insgesamt ausgewogen. Übertrieben intellektuell kommt "Fiese Bilder" auch nicht daher, die Karikaturen setzen kein fundiertes Wissen über Politik oder Gesellschaft voraus. Es tauchen nur selten reale Personen in den Bildern auf, dafür aber unter anderem Ärzte, Priester, Soldaten, Terroristen, Lehrer, Kinder sowie einige Tiere, beispielsweise selbstmordgefährdete Lemminge, berufstätige Elefanten und mörderische Maulwürfe.

Wer nach dem Genuss des Bildbandes einen neuen Lieblingscartoonisten entdeckt hat, von dem er vielleicht gerne noch mehr sehen würde, findet am Ende des Buches dankbarerweise ein Autorenverzeichnis, in dem alle beteiligten Künstler vorgestellt werden.

Fazit

Wer es gerne mal schwarzhumorig mag, macht mit dieser Bildersammlung nicht viel verkehrt. Einen kleinen Vorgeschmack gibt es auf der Webseite zu "Fiese Bilder".

Maret Hosemann - myFanbase
01.03.2010

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