Bewertung: 9
Ahern, Cecelia

Ich hab dich im Gefühl

Warum in aller Welt weiß ich so etwas? Aber ich kann nichts dagegen machen, es ist fast, als funktioniere meine Zunge per Autopilot, völlig losgelöst vom Gehirn.

Foto: Copyright: S. Fischer Verlag GmbH
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Inhalt

Joyce überlebt nur knapp einen Sturz, bei dem sie ihr ungeborenes Kind verliert. Sie weiß nun, dass sie ihr Leben vollständig umkrempeln will. Sie trennt sich von ihrem Mann Conor und zieht wieder bei ihrem Vater ein. Doch plötzlich kann sie sich an Momente erinnern, die sie noch gar nicht erlebt hat, spricht auf einmal fliessend italienisch, lateinisch und griechisch, kennt die historischen Hintergründe von Gebäuden und hat nach fast 20 Jahren als Vegetarierin wieder Lust auf Fleisch.

Justin ist vor kurzem nach London gezogen, um seine 18-jährige Tochter mehr zu sehen und ist nun Gastdozent in Dublin. Er ist sehr einsam und ist seit der Scheidung von seiner Frau Jennifer nie mehr eine Beziehung eingegangen. Das Schicksal führt Joyce und Justin mehrmals zusammen und sie kommen sich vom ersten Moment an vertraut vor, doch weder sie noch er haben die leiseste Ahnung, woher sie sich kennen könnten ...

Kritik

Nach vier gelungenen Romanen werden die Erwartungen an Cecelia Ahern nicht geringer, doch sie vermag mit einer gefühlvollen Geschichte, einer Art Achterbahn der Gefühle, alle Erwartungen der Leser zu erfüllen.

Auch dieses Mal ist die Geschichte anders als ihre Vorgänger. Sie schreibt einen Roman voller Gefühle, der einem unter die Haut geht, entweicht aber mit Komik, Detailbeschreibungen, Dramatik und einem fliessenden Stil dem Kitsch. Vor allem die Szenen mit Joyces Vater zaubern einem ein Lächeln aufs Gesicht. Ab und zu verleiten sie aber auch dazu, einige Zeilen zu überspringen, um der "Hauptgeschichte" folgen zu können. Auch Justins Bruder Al und dessen Frau Doris verleihen dem Roman eine Prise Pfeffer, die neben den witzigen Erlebnissen, die Joyce mit ihrem neu "erworbenen" Wissen hat, eigentlich gar nicht mehr nötig wäre.

Der Schluss ist typisch für Ahern. Sie beginnt ihr Werk mit einem Schicksalsschlag, beendet das Ganze aber nicht mit Hochzeit und Kind à la Hollywood, sondern mit einer, nach dem langen Hin und Her, beginnenden Liebesgeschichte.

Einziger Kritikpunkt: Ahern lässt das Interessanteste der Geschichte weg, die Bluttransfusion wird für meine Verhältnisse zu wenig tiefgründig behandelt.

Fazit

Ein sehr unterhaltsames Buch, das Aherns Stil treu bleibt und sich von einem Extrem ins andere entwickelt. Nicht nur für alle eingefleischten Ahern-Fans ein Muss. Meiner Meinung nach der beste Ahern-Roman seit "P.S. Ich liebe dich", allerdings nicht so realitätsnah wie ihr Erstlingswerk.

Fabienne Mühlethaler - myFanbase
11.10.2009

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