Preview: Trauma
Nach seiner Hitserie "Friday Night Lights" versucht Produzent Peter Berg ein weiteres Mal die Gunst der Zuschauer zu gewinnen und NBC Topquoten einzufahren. Am 28. September 2009 startete das neue Ärzte-Drama "Trauma".

Worum geht es?
Im Mittelpunkt der Serie stehen sieben Rettungssanitäter, die jeden Tag aufs Neue ihr Leben im wohl gefährlichsten Bereich der Medizinberufung riskieren, um die Leben anderer zu retten. Im Falle eines Unfalls sind die Teammitglieder der Trauma-Einheit des San Francisco City Hospital die ersten vor Ort. Tag für Tag versuchen Reuben "Rabbit" Palchuk (Cliff Curtis), Cameron Boone (Derek Luke), Nancy Carnahan (Anastasia Griffith), Marisa Benez (Aimee Garcia), Tyler Briggs (Kevin Rankin), Glenn Morris (Taylor Kinney) und Dr. Joe Saviano (Jamey Sheridan) unter extremsten Bedingungen Leben zu retten, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Die Hauptdarsteller
Cliff Curtis spielt Reuben "Rabbit" Palchuck
Der 1968 in Neuseeland geborene Maori Clifford Vivian Devon Curtis ist eines von neun Kindern. Bevor er sich der Schauspielerei zuwandte und seine Ausbildung sowohl in Neuseeland als auch in der Schweiz genoss, beschäftigte er sich unter anderem mit maorischer Kampfkunst. Seine erste erfolgreiche Rolle hatte er 1993 in "The Piano".
Aimee Garcia spielt Marisa Benez
1978 in Chicago als Tochter mexikanischer und puertoricanischer Eltern geboren, startete Aimee Garcia bereits im Alter von sieben Jahren eine erfolgreiche Tanzkarriere, die sie nicht davon abhielt später die Northwestern mit drei Abschlüssen zu verlassen. Sie hatte Gastauftritte in Serien wie "Bones" und "Supernatural". Ihre größte TV-Rolle war die der Veronica in "George Lopez".
Anastasia Griffith spielt Nancy Carnahan
Anastasia wurde als Tochter einer irischen Mutter und eines amerikanischen Vaters 1978 in Paris geboren und wuchs zusammen mit ihren sechs älteren Brüdern in London auf, wo sie vor ihrer in 2004 gestarteten Schauspielkarriere einen Geschichtsabschluss an der Bristol University erlangte. Ihre bisher größte Rolle ist die der Katie Connor in der FX-Serie "Damages".
Derek Luke spielt Cameron Boone
Luke wurde 1974 als Sohn einer Pianistin und eines Schauspielers in New Jersey geboren. Sein preisgekröntes Leinwanddebüt gab er 2002 in Denzel Washingtons "Antwone Fisher". Hiervon abgesehen weist Lukes Filmographie eher kleine Rollen in Musikvideos und die Rolle des Sean Combs in der 2009 erschienenen Filmbiographie "Notorious" auf.
Jamey Sheridan spielt Dr. Joseph Saviano
Der im Juli 1951 in Kalifornien in eine Schauspielfamilie geborene James Patrick Sheridan begann seine Karriere in den Achtzigern und schaffte es seither sich durch Theater-, Film- und Fernsehauftritte einen Namen zu machen. Von 2001 bis 2006 spielte er den Captain Deakins in "Criminal Intent". Sheridan leidet an der Bell-Lähmung.
Kevin Rankin spielt Tyler Briggs
Kevin Rankin wurde im April 1976 in Baton Rouge, Louisiana geboren, ist bei Houston, Texas aufgewachsen und wohnt inzwischen in Los Angeles. Neben seiner größeren Rolle in "Friday Night Lights", weist seine Filmographie zahlreiche Gastauftritte in Serien wie "Buffy", "Six Feet Under", "Bones", "Grey's Anatomy" und "Lost" auf.
Die Pilotfolge – Kritik
Ich war eigentlich noch nie ein großer Fan von Arztserien. Nach und nach schlich sich jedoch die ein oder andere Serie dieses Genres unter meine Favoriten. Sowohl "Scrubs" als auch "Dr. House" und nach einigen Staffeln auch "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" mauserten sich in meinen Augen zu unterhaltsamen Serien, die ich gerne verfolge. Dass es genau diese Serien zu meinen Favoriten schafften, hat jedoch einen beinahe offensichtlichen Grund: es handelt sich um außergewöhnliche Serien, die vom 0815-Schema abweichen und durch interessante Fälle, runde Charaktere und, im Falle von "Scrubs," einen einmaligen Humor überzeugen können.
Der neuen NBC-Serie "Trauma" stand ich daher eher skeptisch gegenüber, da ich es für sehr schwierig halte, eine ansprechende und überzeugende Arztserie zu entwickeln und es außerdem bereits viele - zum Teil kläglich gescheiterte - Vorgänger gibt, so dass eine Arztserie heutzutage eine innovative Idee und einen starken eigenen Charakter braucht, um überzeugen zu können. "Trauma" sollte laut Trailer und Previews genau dies bieten: eine neue innovative, kreative und fesselnde Serie. Das einzig Neue an der Serie ist jedoch leider nur die Tatsache, dass wir nicht die sonst üblichen Ärzte in der sonst üblichen Umgebung des Krankenhauses erleben, sondern ein Team von Sanitätern direkt am Unfallort.
Eben jenen Sanitätern gelingt es während der ganzen ersten Folge jedoch leider nicht, den Zuschauer zu überzeugen. Die einzelnen Charaktere bleiben flach und klischeehaft, haben trotz jahrelanger Zusammenarbeit scheinbar keine Beziehungen zueinander aufgebaut und auch der ach so dramatische Unfall in ihren eigenen Reihen kann mich als Zuschauer nicht im Geringsten bewegen. Nachdem man sich die ersten zehn Minuten der Serie darauf konzentriert, die zwischenmenschlichen Beziehungen zu verstehen, sich Namen zu merken und zu verstehen, was überhaupt los ist, wird dem Zuschauer auch schon der erste Zeitsprung von nicht etwa zwei, drei mickrigen Wochen, sondern von einem ganzen Jahr vorgesetzt! Erst eine halbe Stunde später stellt man dann auch noch fest, dass bereits einer der vermuteten "Hauptdarsteller" in dem Unfall ums Leben kam. Ob es nun eine wirklich gute Idee war, die Serie bereits mit einem solchen Unfall zu beginnen, bezweifle ich momentan noch stark. Als Zuschauer hat man keinerlei Bezug zu den Verunglückten/Verstorbenen, so dass dieser eigentlich recht schlimme Schicksalsschlag einen völlig kalt lässt. Ich denke, dass es strategisch ein wenig cleverer gewesen wäre, diesen Unfall im späteren Verlauf der Staffel einzubauen (wenn überhaupt), damit man die Pilotfolge und somit den ersten Eindruck der Serie nutzt, um Unfälle bzw. Handlungsstränge zu zeigen, die fesselnd sind, neugierig machen und den Zuschauer dazu bringen, mehr sehen zu wollen. Stattdessen werden die lahmen und klischeehaften Charaktere eingeführt und ein unbewegender Unfall nach dem nächsten gezeigt.
Weder der fremdgehende und emotional verwirrte Familienvater, noch der wilde, aber geniale Draufgänger oder die mit riesigem Emotionsballast belastete Blondine schaffen es in diesem Piloten auch nur im Ansatz zu überzeugen und ich kann nur hoffen, dass sich dies in den kommenden Episoden noch ändern wird.
Fazit
Klischeeerfüllende, lieblose Charaktere ohne Tiefe, unverständliche Beziehungen, unspektakuläre Fälle, ein viel zu früh eingesetzter Zeitsprung und von der angekündigten Action absolut keine Spur. Dieser Pilot hat es nicht einmal ansatzweise geschafft, mich zu fesseln oder zu überzeugen, und ich war am Ende der 40 Minuten sogar froh, dass es vorbei war. Ich werde die Hoffnung allerdings so schnell noch nicht aufgeben und bestimmt noch ein, zwei weitere Male einschalten, in der Hoffnung, dass es der Serie doch noch gelingt, Potenzial zu entwickeln.
Jenny B. - myFanbase
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