Bewertung: 8

Review: #3.12 Tue Böses, ernte Gutes

Foto: Alyson Hannigan, Neil Patrick Harris & Jason Segel, How I Met Your Mother - Copyright: 2008 CBS Broadcasting Inc. All Rights Reserved.; Cliff Lipson/CBS
Alyson Hannigan, Neil Patrick Harris & Jason Segel, How I Met Your Mother
© 2008 CBS Broadcasting Inc. All Rights Reserved.; Cliff Lipson/CBS

Wir haben ja mittlerweile wirklich viele Feiertage bei How I Met Your Mother miterlebt, der irische St.Patrick’s Day war bisher noch nicht dabei. Und wie es meistens mit Feiertagsfolgen ist, so war auch diese sehr unterhaltsam.

"Okay, it's official, do bad things, good things happen."

Die ersten Minuten der St. Patrick’s Day-Feierei versprachen schon viel Unterhaltung. So bot Barneys grüner Anzug nicht nur die perfekte Zielscheibe für lustige Seitenhiebe, die Autoren setzten dies auch geschickt um. Mein Favorit war natürlich die Anspielung auf Peter Pan, an den ich angesichts von Barneys Aufzug auch sofort gedacht hatte. Auch andere Kleinigkeiten wie Marshalls Telefongespräch mit Teds "Hintern", der aus Versehen mit dem Handy Marshalls Nummer gewählt hatte, waren zum Schreien komisch. Denn wer kennt dieses Phänomen schließlich nicht?

Diese netten Anfangsgags waren allerdings nur der Auftakt zu einer sehr spaßigen Storyline. Nachdem Ted sich von Barney hat überzeugen lassen, den St. Patrick’s Day doch zu feiern, erleben die zwei an diesem Abend ein sehr interessantes Phänomen, bei dem ihnen das Universum bei schlechten Taten Belohnungen zuzustecken scheint. Genau wie Ted genoss man diesen Verlauf zunächst, ohne ein wirklich schlechtes Gewissen oder Gefühl dabei zu haben. Mein persönliches Highlight waren dabei die Bestellungen auf den falschen Namen – denn ich muss zugeben, dass ich schon unglaublich oft darüber nachgedacht habe, so etwas einmal auszuprobieren... Als Ted dann an die verheiratete Frau geriet, musste ich allerdings kurz schlucken, da das eigentlich so gar nicht zu ihm passt. Barney beruhigte ihn allerdings mit einer sehr fragwürdigen These über die New Yorker Frauen, die man so schon sehr lustig fand, einen mit etwas New York-Kenntnis aber sicherlich noch mehr überzeugen konnte.

Das Universum scheint es also wirklich gut mit den beiden zu meinen, da sogar die Tatsache, dass derjenige, unter dessen Name Ted die ganze Zeit Champagner bestellt hat, es herausfindet, letzten Endes zu Teds Vorteil ausgeht. All das erzählt er Marshall am nächsten Tag ganz stolz, doch dieser findet das alles nur mittelmäßig lustig und hält Ted erst einmal eine Moralpredigt. Als man die Nacht noch einmal im Schnelldurchlauf und ohne Teds verschönerte Verzerrung mitanschauen muss, wird sowohl dem Zuschauer als auch Ted klar, dass er sich unter aller Sau verhalten hat. So ein Verhalten mag für jemanden wie Barney normal sein und auch seine Mitmenschen unterhalten, weil das ja irgendwie „typisch Barney“ ist, doch wie Marshall richtig bemerkt, muss ein zweiter Barney ja nun wirklich nicht sein.

Mir gefiel diese Abschlussszene zwischen Ted und Marshall unglaublich gut, da sie gezeigt hat, wie tief ihre Freundschaft wirklich ist. Manchmal gehört es eben auch zu einer Freundschaft, den anderen an sich selbst zu erinnern, und sei es mit einer heftigen Standpauke. Marshall ist wirklich ein ganz besonderer Charakter und den Machern gelingt es immer unglaublich geschickt, ihn so vielseitig darzustellen. Denn einerseits ist er dieser vernünftige Erwachsene, der verheiratet ist und in kritischen Momenten seinem besten Freund Anstand in Erinnerung ruft, andererseits ist er selbst häufig noch ein Kind und glaubt an die bizarrsten Dinge.

"Thanks a lot, robin." "How is racist Ghost bear than crooked? Someone tell me how that's better."

Dieser Glauben an bizarre Dinge und das Kindsein braucht Marshall in dieser Folge allerdings auch ganz dringend. Denn manche Dinge kann man einfach nur mit einer Portion Kindlichkeit und ganz, ganz viel Humor ertragen. So etwas wie eine Wohnung, deren Boden schief ist, zum Beispiel. Es ist erstaunlich, auf was für Ideen die Macher von HIMYM manchmal kommen und wie sie es schaffen, aus solchen verrückten Ideen dann so herrlich komische Handlungsstränge zu zaubern.

Marshall, Lily und Robin wollen also die neue Wohnung genießen, als Marshall und Robin der schiefe Boden auffällt. Würde man mir einfach nur erzählen, dass in einer Comedy-Serie thematisiert wird, dass der Boden einer Wohnung schief ist, würde ich skeptisch versuchen, den Witz am Ganzen zu erkennen. Doch der schiefe Boden war nicht das eigentlich Witzige an der Sache. Stattdessen war Marshalls Reaktion unglaublich komisch, vor allem natürlich, dass er seiner Frau lieber erzählt, in der Wohnung würde es spuken, als die Wahrheit zuzugeben. Ein bisschen wird hier schon auch die Naivität der Amerikaner auf den Arm genommen, denn Lily glaubt ihm das auch noch.

Das absolute Highlight an dieser ganzen Sequenz war aber für mich eindeutig Robin. Jeglicher Kommentar ("we have to look at it from a different angle"), jeglicher Gesichtsausdruck, jegliche Reaktion ihrerseits auf dieses Dilemma waren ganz großes Kino. Komplett vorbei war es bei mir, als sie Lily beschrieb, wie sie den Geist wahrgenommen hatte. Auch wenn Robin momentan wohl kein anständiger Handlungsstrang vergönnt ist, ihre Rolle als Entertainerin ist einfach nur Gold wert!
Auch die Ausrede mit dem Geist kann letzten Endes nicht verhindern, dass auch Lily bemerkt, was es mit dem Appartement auf sich hat, doch bevor sie sich zu sehr aufregen kann, rettet mal wieder Robin die Situation und macht mit einem netten Skateboard-Spiel das Beste daraus. Mehr kann man leider auch nicht machen, denn natürlich läuft dieses Problem darauf hinaus, dass Marshall und Lily das Reparieren des Bodens bezahlen müssen. Das führt allerdings auch dazu, dass die beiden noch eine Weile mit Ted zusammenwohnen müssen, was nicht nur ihn, sondern natürlich auch den Zuschauer freut.

"So on march 17 2008, I went to a big St. Patrick's day party. And it's a good thing I did. Because funny story, Your mother was there."

Abgesehen von den Haupthandlungen erfahren wir in dieser Folge außerdem endlich mal wieder ein bisschen mehr über das Kennenlernen von Ted und der Mutter. Natürlich nicht ganz so viel, wie man am Anfang der Folge gedacht hätte, doch während es vielleicht einerseits zu schön um wahr zu sein gewesen wäre, die Mutter endlich mal kennen zu lernen, wäre es andererseits auch enttäuschend gewesen, das Ganze einfach mit einem „und dann tanzte ich sie an und wir verliebten uns“ abzuhandeln. Insofern erfahren wir nur, dass diese Party ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Mutter war, denn der gelbe Regenschirm, den Ted mitnimmt, gehört doch tatsächlich ihr.
Mit dieser Szene schließt die Folge sehr schön und mit einer sehr friedlichen Erkenntnis von Teds Seite ab. Zu Zeiten dieser Party benahm er sich einfach nur daneben und es wäre gar kein guter Zeitpunkt gewesen, damals die Mutter schon kennen zu lernen. Insofern erwarten ihn und uns wahrscheinlich noch einige hoffentlich unterhaltsame Monate und Jahre, bis es endlich soweit ist.

Fazit

Eine schöne Folge, die auch über die konkrete Handlung hinaus sehr interessante Aspekte behandelt und den Fokus darauf lenkt, dass schlechte Taten tatsächlich oft mit etwas Gutem belohnt werden, allerdings nicht erstrebenswert sind (und auf Dauer hoffentlich auch nicht gut gehen.)
Viel zu Lachen, nette Freundschaftsszenen und ein bisschen was zum Nachdenken – eine mehr als runde Folge.

Klara G. - myFanbase


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