Bewertung: 8

Review: #13.24 Ring of Fire

Das war also das Finale von Staffel 13. Während #13.24 Ring of Fire immer noch mit den gleichen Probleme zu kämpfen hat, die sich schon durch die ganze Staffel ziehen, bin ich trotzdem zufrieden gewesen. Einerseits weil der Katastrophen-Plot wie immer sehr gut umgesetzt wurde und andererseits, weil ich finde, dass die Schwerpunksetzungen der einzelnen Handlungsstränge (ob man sie nun gutheißt oder nicht) passend gewählt wurden. So werden einige Geschichten bewusst für die nächste Staffel aufgespart, während andere einen befriedigenden Abschluss finden.

"When things go scary you are brave."

Zunächst mal das allerwichtigste: Stephanie lebt! Nach der letzten Folge haben wohl so einige (ich eingeschlossen) befürchtet, dass die Autoren den einfachen Weg wählen und Jerrika Hintons Ausstieg mit dem Serientod ihres Charakters beenden. Explosion und das war's. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr es mich freut, dass das nun doch nicht der Fall gewesen ist. Denn so kann Steph nicht nur weiterleben, sondern sie hat gleichzeitig eine hervorragende abschließende Storyline bekommen, in der Hinton noch einmal so richtig glänzen kann.

Alles in allem war Stephanies Auftreten in dieser Folge nichts anderes als heldenhaft. Kaum ist sie aufgewacht, tut sie alles, um sich und vor allem Erin in Sicherheit zu bringen. Springt durchs Feuer, bastelt eine behelfsmäßige Sicherung für Erins Beinwunde zusammen, schützt sie mit einer nassen Decke, während sie in die Flammen muss, kämpft sich Stockwerk für Stockwerk nach oben, trotz großer Brandverletzungen, taucht nochmal zurück in die Rauchschwaden, um ihre Karte zu holen und bleibt abschließend so lange an Erins Seite, bis die außer Gefahr ist. Während all dieser Zeit sieht man Steph, die am Rande der Panik ist und sich mit Mühe zusammenreißt. An vielen Stellen dachte ich mir, was für eine großartige schauspielerische Leistung Jerrika Hinton da vollbringt. Dieser Schock über ihre Situation und die Verzweiflung, als es ganz so scheint, als könnten sie doch nicht dem Feuer entfliehen, das war wirklich mittreißend. Ebenso wie Stephanie mehrmals beinahe durchdreht und sich wegen Erin noch einmal zusammenreißt. Das war bemerkenswert authentisch dargestellt und dass Steph (abgesehen von einer verängstigten Erin) alleine war, hat die Leistung nur noch größer gemacht. Vor allem kam noch hinzu, dass man als Zuschauer nicht wusste, ob Stephanie diesen Tag überstehen wird. Schließlich hätte es genauso gut sein können, dass sie Erin aufs Dach bringt und dort dann stirbt. Ich habe die ganze Zeit eigentlich nur darauf gewartet, bis das Adrenalin nachlässt und sie zusammenbricht. Aber nein, Steph bleibt standhaft und kämpft sich durch. Und das obwohl die Brandwunden an ihren Armen spätestens während Erins ärztlicher Versorgung sicher höllisch wehgetan haben.

Abgesehen von Hintons unglaublicher Performance hat es mich auch sehr gefreut zu sehen, wie die Ärzte des Krankenhauses hinter Steph standen. Angefangen bei Jackson und Ben, die ihr Möglichstes tun, um sie zu finden. Über Bailey, die erkennt, dass Stephanie trotz ihrer Verletzungen bei Erin bleiben muss. Bis hin zu Richard, der ihr zur Seite steht. Er ist es auch, bei dem sie kündigt. Weil Stephanie einfach genug vom Krankenhaus hat. Nachdem man während der Folge wieder geschickt auf ihre Krankheitsgeschichte angespielt hat, macht das nur Sinn. Nach ihrer Kindheit, Kyles Tod und jetzt dieser Katastrophe ist das Krankenhaus nicht mehr der richtige Ort für sie. Zumindest für einige Zeit. Und so bekommt Stephanie trotz all der Strapazen ein überraschend optimistisches und schönes Ende. Sie möchte reisen, die Welt entdecken, ihr Leben leben. Gerade wenn man bedenkt, wie gerne Cahraktere bei "Grey's Anatomy" ein schreckliches Schicksal ereilt, ist es toll, dass hier ein anderer Weg gewählt wurde. Stephanie darf heldenhaft aus der Serie austreten und hat ein hoffentlich glückliches Leben vor sich.

"Remember the dream where they come back to us?"

Es ist tatsächlich Meredith, die Nathan von Megan erzählt. Diese ganze Szene wurde wunderbar aufgebaut und von beiden Schauspielern so emotional und toll gespielt. Meredith, die sich um Nathan sorgt. Die stark ist und ihm sofort die Wahrheit sagt, egal was das für ihre Beziehung bedeuten mag. Denn wie ja auch betont wurde: Sie weiß, wie er sich fühlt. Sie haben einen ähnlichen Verlust durchgemacht und Meredith würde alles dafür geben, die gleiche Nachricht wie Nathan zu bekommen. Dass ihr geliebter Mensch lebt. Deswegen freut sie sich aufrichtig für ihn, was das Ganze irgendwie nur noch schlimmer gemacht hat. Klar ist das theoretisch eine super Neuigkeit, nur leider bombt die ganze Megan-Sache jetzt erst einmal Meredith und Nathan, was mir nach dem ganzen Hin und Her überhaupt nicht zusagt. Denn wieder steht Meredith alleine da, was herzzerbrechend ist.

Parallel sind Amelia und Owen mitten drin im Megan-Geschehen. Okay, von Owens Seite her wohl eher immer noch im Schockzustand als wirklich da (was, ich kann mich nur wiederholen, einfach grandios dargestellt wurde). Bei dieser kleinen Nebenhandlung passiert eigentlich nicht viel und sie bildet somit das ruhige Gegengewicht zu den Geschehnissen im Krankenhaus. Immerhin bekommen wir einige Szenen von Owen und Amelia, die einem Hoffnung für ihre Beziehung machen. Der Cliffhanger am Schluss war dann doch ein bisschen fies, schließlich warten wir ja wohl schon lange genug auf Megan. Aber diese Storyline wurde jetzt so lange groß aufgebaut (und mit groß meine ich enttäuschend offensichtlich), dass es Sinn macht, sie erst in der nächsten Staffel offiziell zu beginnen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als mit Owen und Amelia abzuwarten, was von der sonnigen und lebensfrohen Megan noch da ist.

"Dr. Minnick, I don't believe that there is a place for you in my hospital anymore."

Eliza Minnick hat es während der ganzen Staffel nicht geschafft, mich so wirklich in ihren Bann zu ziehen. Es ist jetzt nicht so, als könnte ich sie nicht leiden, denn sie hatte ihre Momente. Trotzdem ist mir dieser Charakter einfach nicht so richtig sympathisch geworden. Von dem her ist es mir also eigentlich gleichgültig, dass sie jetzt gehen muss. Nichtsdestotrotz finde ich, dass man ihren Abschied ruhig auch etwas eleganter hätte schreiben können. Denn so steht sie jetzt wieder als der knallharte Ordnungsfreak da, von dem sie im Laufe der Staffel abgekommen ist. Es passt irgendwie nicht wirklich zu ihr, sämtliche Schuld an der ganzen Situation Webber aufzudrücken (der sie ja noch vor Catherine verteidigen wollte), noch dazu, da es dadurch fast so klang, als wäre Stephanie an ihrer Situation selber schuld, weil sie ja nicht in der Therapie war.

Aber egal, ob gerechtfertigt oder nicht, Eliza scheint ihre Chance am Grey + Sloan Memorial vertan zu haben. Dafür sehen wir jetzt wieder wie Richard und Bailey wie der Phönix aus der Asche die Führung übernehmen. Plötzlich ist das alte Assistenzarztprogramm nämlich doch wieder gut. Das war dann schon ein etwas großer Meinungsschwenk von Bailey. Schließlich war die ja (zurecht) eine der treibenden Kräfte für die Veränderung eben jenes Programmes. Trotzdem haben sie recht, was den menschlichen Aspekt der Ausbildung angeht. Denn in dieser Folge waren es die menschlichen Entscheidungen, die emotionalen und nicht an Regelwerke gebundenen, die den Unterschied gemacht haben. Wie Jackson, der sich nicht in Sicherheit gebracht, sondern nach Steph gesucht hat und damit einer Patientin helfen konnte. Oder Ben, der noch einmal ins Krankenhaus gegangen ist. Oder Bailey, die Meredith und Co. am Anfang trotz Sperre reinließ und Edwards ihre Rettung beenden ließ. Denkende, fühlende, menschliche Ärzte. Daher bin ich sehr zufrieden, wie dieser Handlungsstrang aufgelöst wurde, auch wenn sie Eliza etwas zu sehr zum Sündenbock gemacht haben und ich nur hoffen kann, dass sie für die Assistenzärzte doch noch einige ausbildungstechnische Veränderungen treffen, auch ohne Minnick.

Randnotizen:

  • Da bekannt wurde, dass Shonda Rhimes einen "Grey's Anatomy" Spin-Off plant, in dem es um Feuerwehrleute geht, habe ich nur darauf gewartet, ob die in dieser Folge schon auftauchen. Und siehe da, unter den (logischerweise anwesenden) Feuerwehrleuten befindet sich eine Feuerwehrfrau in höherer Position. Zufall, oder ist das schon mal einer der Charaktere?
  • Und wieder einmal darf Ben die Lage retten. Trotz Angst vor Feuer. Jetzt muss er diesen Einsatz nur noch im OP zeigen und alles ist super.
  • Überraschenderweise wurde Alex' Ausflug zu Paul Stadler nur in einem kurzen Satz erwähnt. Ich bin eigentlich fest davon ausgegangen, dass er Jo das Ganze gesteht, nur damit die Beziehung der beiden passend zum Finale noch einen kleinen Cliffhanger-Push bekommt. Aber Fehlanzeige.
  • Wieso, WIESO drückt man uns mit Jackson, April und Maggie jetzt das nächste Liebesdreieck auf? Haben wir (und vor allem auch Maggie) mit Meredith/Nathan/Maggie nicht genug gelitten? Noch dazu ist es nicht nur Maggie gegenüber unfair. Haben die Serienmacher den kleinen Ausflug von Japril tatsächlich vergessen oder sollte das nur nochmal klarmachen, dass April und Jackson noch Gefühle füreinander haben? Das ist jetzt wirklich sowas von unnötig. Kann sich Maggie denn nicht endlich mal in Ruhe und Frieden verlieben??
  • Jetzt habe ich so viel geschrieben, dass ich gar keinen Platz mehr für einen Blick in die Zukunft habe, also hier ganz kurz, was ich erwarte: Schwerpunkt von Staffel 14: Verlorengeglaubte kommen zurück. Einerseits Megan als zentralen Punkt (mit Omelia und Merthan), und Paul Stadler nebenbei, um Jolex wieder ins Rollen zu bringen.


Fazit

Das war ein gelungenes Staffelfinale für eine etwas durchwachsene und zeitweise schwächelnde Staffel. Wie auch in den bisherigen Folgen merkt man der Serie ihre derzeitigen Probleme an. Einige wichtige Charaktere und Storylines werden komplett ignoriert, man scheint nichts aus dem Maggie/Nathan/Meredith-Debakel gelernt zu haben und die Megan-Geschichte wird wohl genau so offensichtlich ablaufen wie befürchtet. Dennoch hatte die Folge ihre Glanzmomente. Allem voran Stephanie, die im Zentrum des Geschehens stand, obwohl man sie davor eher schwach eingebunden hatte. Hier konnte sie jedoch noch einmal so richtig glänzen und Jerrika Hinton bekam so einen würdigen Abschied. Ebenso gab es einige grandios gespielte, emotionale Szenen und die Geschichte rund um das Assistenzarztprogramm wurde weitgehend zufriedenstellend abgeschlossen. Während diese Folge in früheren Staffeln wohl eher zum Mittelfeld gezählt hätte, gehört sie doch mit zu den besten von Staffel 13.

Denise D. - myFanbase


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