Bewertung: 6

Review: #13.11 Heldentat

Da ist nun also die Episode, die an #13.09 You Haven't Done Nothin' aus dem letzten Jahr anknüpft und die zweite Staffelhälfte daher etwas zufriedenstellender einläutet, als es die Stand-Alone-Episode der letzten Woche getan hat. Die größte Frage, die man sich stellte, war natürlich die nach der Entscheidung von Alex. Geht er ins Gefängnis? Hat er sich freiwillig gestellt?

"Wait, I've been looking for you all day!" - "I've been right here. Sleeping." - "All day?" - "All day."

Mit #13.10 You Can Look (But You'd Better Not Touch) von letzter Woche noch frisch im Gedächtnis habe ich für meinen Geschmack genug vom Gefängnis gesehen und ich kann mir nicht recht vorstellen, dass Alex tatsächlich verurteilt wird. Es wäre rein logisch natürlich angemessen, ihn eine Strafe verrichten zu lassen, doch aus erzählerischer Sicht ist dies für mich nicht mit den restlichen Handlungen der Serie kombinierbar. Das eine räumliche Trennung zwischen den Charakteren nicht funktioniert und dass doch alle ans Grey + Sloan Memorial zurückkehren, hat man uns schon einige Male gezeigt. Sei es als Callie ihren Job kündigte und am Mercy West anfing, als Alex einen Job bei Dr. Oliver Lebackes annahm oder als Cristina nach der abgeschlossenen Assistenzarztausbildung nach Minnesota ging. Jedes Mal fand man ein Schlupfloch, um die gesamte Handlung zurück an unser Lieblingskrankenhaus zu verlagern und ich vermutet, dass es dieses Mal nicht anders kommen wird.

Einen eindeutigen Hinweis auf Alex' Zukunft haben wir allerdings noch nicht bekommen, was ich der Episode negativ anrechne. Wir haben Wochen auf die Rückkehr von "Grey's Anatomy" aus der Winterpause gewartet, nur um dann mit einer Episode überrascht zu werden, die nicht eine der zuletzt gestellten Fragen beantwortet. Und dass man uns in Sachen Alex auch in dieser Folge eine wirkliche Antwort schuldig bleibt, ist durchaus unbefriedigend. Man kann nicht einmal behaupten, dass Alex in der gesamten Episode über präsent war und dass man wenigstens das Gefühl hatte, dass man hier einen Schritt nach vorn macht, denn eigentlich hat man nur zwei drei Mal eine winzige Szene mit Meredith eingestreut, um zu zeigen, dass die Autoren Alex nicht vergessen haben.

In der letzten Minute der Episode taucht Alex dann endlich auf und dass zur Überraschung aller nicht in einer Gefängniszelle sondern in Merediths Bett. Was hat das zu bedeuten? Warum hat er sich nicht bei Meredith gemeldet? Die Ansage, dass er den gesamten Tag verschlafen hat, wirkt ernüchternd. Es kommt mir so vor, als würden die Autoren Zeit schinden wollen, da sie selbst noch nicht entschieden haben, wie sie sich aus dieser Misere hinaus manövrieren wollen. Ja, man versprach noch vor Beginn der Staffel, in diesem Jahr einen großen Fokus auf die alten Charaktere zu legen und dies ist nun Alex' Geschichte. Doch wo soll sie hinführen? Die Charakterarbeit der letzten Jahre hat man mit einem Schlag zerstört und bis zum Herbstfinale dann wieder Buße getan. Jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt, um für Alex ein neues Kapitel aufzuschlagen, doch damit lässt man sich scheinbar noch ein wenig Zeit. Ich hoffe sehr, dass es in der nächsten Episode mit größeren Schritten voran geht und dass man endlich eine klare Stellungnahme bezüglich Alex trifft.

"Does anyone ever get taught around here?"

Ganz anders als bei Alex sieht es in dieser Woche bei Webber aus. Hier ist es den Autoren sehr gut gelungen, an die letzten Geschehnisse anzuknüpfen und man zeigt Webber und seine Freunde in voller Action. In allen Aspekten der Folge weist man uns auf die Freundschaften zwischen den Ärzten hin, die sich in den letzten Jahren gebildet haben und so tut es wirklich gut zu sehen, wie engagiert Maggie, Arizona, Jackson, April und sogar Nathan Webber unterstützen. Sie sind wie eine eingeschworene Familie, die es nicht zulässt, dass einem Mitglied von ihr geschadet wird. Ihre kleinen Seitenhiebe gegen Eliza waren daher durchaus amüsant.

Dennoch muss ich sagen, dass mir die Geschichte an sich etwas zu kindisch aufgezogen wird. Das Webber den Stift stielt, dass Nathan früher anfängt, dass alle feixen und Baileys Meeting sabotieren,... Für wen klingt das noch wie Kindergarten? Man kann Webber und seinen Standpunkt zwar in allen Punkten verstehen, doch die Art und Weise wie nun damit umgegangen wird, erinnert mich stark an den Fehltritt vom Beginn der Staffel, als man das kindische Liebesdreieck zwischen Meredith, Nathan und Maggie für eine gute Idee hielt. Zusätzlich unterstreicht man mit dem Handeln der Ärzte auch noch Elizas Sicht auf die Missstände im Krankenhaus, denn die Ärzte vernachlässigen nun umso mehr die Ausbildung der Assistenzärzte. Das wurde im Verlauf der Handlung immer deutlicher und gipfelte damit, dass Jackson Ben gänzlich von der OP abzog. Ich habe das Gefühl, dass man hier in die falsche Richtung steuert. Denn obwohl ich es Webber gegenüber unfair finde und besonders Baileys Art und Weise, ihn nicht einmal von Angesicht zu Angesicht über seine Degradierung aufzuklären, nicht verstehen kann, stand ich am Ende der Episode dann doch auf Baileys und Elizas Seite. Webber scheint an sich nichts dagegen zu haben, die Ausbildung im Krankenhaus auf dem aktuellen Stand zu halten und seine Rebellion dient nicht der Wiedereinstellung als Leiter des Ausbildungsprogrammes sondern allein der Rache an Baileys Vertrauensbruch. Dadurch hebt man auch dieses ernste Thema auf eine kindische Ebene.

"I don't need you to make me feel better. I don't need your sympathy. Stuff like this happens and I am built for it. I am fine."

Neben dem großen Fokus auf Webber schaffte man es trotzdem noch, ein wenig Screentime für Jo einzubauen. Nachdem sie am Ende der letzten Folge erfuhr, dass Alex sich gestellt hat, dachte ich, dass sie eins uns ein zusammen zählt und weiß, dass er den Deal nur angenommen hat, um sie zu schützen. Und was macht sie in dieser Folge mit diesem Wissen? Nichts. Man sieht Jo zwar deutlich an, dass es ihr schlecht geht und dass sie unkonzentriert ist, doch dass sie Alex nicht beistehen will und gemeinsam mit Meredith nach ihm sucht, kann ich nicht nachvollziehen. Nach der Fahrstuhl-Szene hätte ich gedacht, dass Jo Alex noch immer liebt, doch davon war nicht viel zu sehen. Sie nimmt die Situation einfach wie sie ist und somit beweisen die Autoren erneut, dass sie bei Jo wahnsinnig einfallslos sind. Aufgrund der Schwangerschaft von Camilla Luddingtons nehme ich an, dass wir hier auch in nächster Zeit nichts Großes von Jo zu erwarten haben, da die Schauspielerin sich mit ihrem wachsenden Babybauch bestimmt bald eine Auszeit nehmen wird.

Randnotizen

  • Dass sich Amelia zu Stephanie zurückgezogen hat, hätte ich so nicht erwartet. Durch ihre stetige gemeinsame Arbeit im Krankenhaus haben die beiden zwar beruflich viel Kontakt zu einander, doch auf eine echte Freundschaft hat noch nicht viel hingedeutet. Ich fände es allerdings schön, wenn man hier über das Lehrer-Schüler-Verhältnis hinaus geht und die beiden auch in der Freizeit zusammen zeigt.
  • Was stand in dem Brief, den Amelia an Owen geschrieben hat? Auch hier macht man nur einen winzigen Schritt nach vorn und zögert eine Auflösung hinaus. Dass dies mit Caterina Scorsones Schwangerschaft zu tun hat, ist natürlich verständlich, aber dem Handlungsverlauf stellt man damit ein Bein.
  • Die Rückkehr von Leah ist für mich noch immer vollkommen überflüssig. Sie ist als Nebencharakter durchaus zu vernachlässigen und ich sehe nicht, wie sie die Serie in Zukunft noch bereichern könnte.
  • Arizona hat im Verlauf der Serie Freundschaften geschlossen, mit denen ich so nie gerechnet hätte. Ihre Verbundenheit zu Alex, Webber als ihr Wing-Man und auch Andrew als ihr Mitbewohner machen Arizona zu einem wichtigen Herzstück der Serie.


Fazit

Die Episode konnte durchaus unterhalten, aber wahrlich begeistern konnte sie nicht. Dass man die Auflösung rund um Alex so lange hinauszögert und in Webbers Geschichte so viele trotzige Aspekte an den Tag legt, haben der Folge nicht gerade gut getan.

Marie Florschütz - myFanbase


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