Bewertung: 9

Review: #14.23 Cold as Ice

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Ich mag Parallelen, sehr sogar und insbesondere in dieser 14. Staffel, die es so gut wie keine andere versteht, die Nostalgie wieder aufleben zu lassen. Sei es die 300. Folge, die dies explizit gemacht hat, die verschiedenen rückkehrenden Figuren wie Teddy oder nun Nicole Herman oder Handlungsstränge, die bewusst auf frühere anspielen. Mit Arizonas Jobangebot bekommen wir eine große Parallele zu dem Ausstieg von Sandra Oh geliefert, da damals Cristina auch durch ein Angebot ihres Mentors Burke Seattle verließ. Mit Aprils Trauma werden wir an Merediths Überlebenskampf erinnert, was nicht nur die gleiche Art des Traumas, sondern auch durch Merediths eigenes Vergleichen sowie der Verwendung des alten Soundtracks ausgelöst wird. Das funktioniert beides ziemlich gut und verursacht starke Emotionen – bei mir ziehen Parallelen einfach immer.

Diese Folge fokussiert sich dabei natürlich in erster Linie auf April, die mit Matthew gemeinsam einen Autounfall hatte und bei der Suche nach Hilfe in einen Fluss gefallen ist, weswegen sie, gefunden von Owen nun, kurz vor dem Erfrierungstod stand. Es sind verdammt berührende, hochemotionale Szenen, die wir zu sehen bekommen, da die anderen Ärzte ihr Bestes geben, psychisch wie physisch, um April das Leben zu retten. Nachdem April in dieser 14. Staffel durch ihre persönliche Hölle ging und sich einsam damit glaubte, ist es nun unglaublich berührend zu sehen, was für herzzerreißende Reaktionen wir von ihren Kollegen zu sehen bekommen. Es sind Baileys und Webbers Ängste, einen weiteren ihrer Schützlinge zu verlieren. Alex' Erzählung, die zeigt, wie sehr er April bewundert und an ihre doch nicht immer einfache Freundschaft erinnert. Merediths Weinen, das insbesondere auffällt, da April und sie in den letzten Staffeln nicht mehr so eng befreundet waren. Arizonas Heulanfälle, die sie immer und immer wieder einholen. Dabei sind es natürlich Jacksons Reaktion und sein Schmerz, die natürlich am meisten emotionale Kinnhaken verpassen. Schützend wirft er sich über sie, als er glaubt, sie sei nicht mehr zu retten, keine Sekunde weicht er von ihrem Krankenbett und die Szene, in der er an ihrem Krankenbett sitzend für April betet, berühren so unglaublich stark. Ein Großteil meiner Tränen geht definitiv auf Jesse Williams' Kosten.

Doch April überlebt! In Anbetracht der Tatsache, dass Sarah Drews Ausstieg unmittelbar bevorsteht, ist dies doch eine wirkliche Überraschung und ich hoffe sehr, dass sich das alles nicht als eine Finte herausstellen wird und Aprils Zustand sich in der nächsten Folge wieder verschlechtert. Wie es bis jetzt allerdings dargestellt wird, glaube ich dies eher weniger – schließlich wirkte das ganze doch eher wie ein Happy End. Es ist auch wahnsinnig interessant, dass April, die gutgläubige Christin, nicht sofort an den Himmel gedacht hat und auch keine richtige Zwischenwelterfahrung, wie Meredith einst, gemacht hat, sondern sich stark an die medizinischen Fakten hält und überhaupt nicht eine Sekunde daran gezweifelt hat, nicht zu überleben. Durch Jacksons Besuch mit Harriet in der Kapelle werden somit Aprils und Jacksons Einstellungen erstmals gegenübergestellt.

Aprils Dank für ihre Rettung gilt insbesondere Owen und Maggie, was wieder zwei besonders berührende Szenen hervorbringt. Owens zuvor verzweifelte Suche nach April, sein Wunsch, dass die Ärzte um ihn herum betten und Aprils schlussendliche "You always bring me back." demonstrieren, wie eng das Band zwischen dem Mentor und seiner ehemaligen Schülerin ist und wie viel April Owen generell zu verdanken hat. Maggie hingegen ist der entscheidende Motor in Aprils Rettung, diejenige, die den Behandlungsplan entwirft und nie die Hoffnung aufgibt. Auch ihre Sorge um Jackson berührt wirklich sehr und zeigt, wie stark das Band der beiden doch geworden ist.

Dass die geheime Beziehung, die April vor kurzem erwähnt hat, Matthew ist, konnte man sich bereits nach #14.19 Beautiful Dreamer denken. Jetzt ist es offiziell und Arizonas Erzählung über Aprils und Matthews langsame Wiederannäherung und die Rückkehr ihrer alten Gefühle rührt unglaublich an. Dazu noch die gemeinsamen Szenen zum Ende der Folge, die demonstrieren, wie nahe die beiden sich gekommen sind und wie groß ihre Liebe zueinander geworden ist. Ich frage mich dennoch nun, wie Sarah Drews Ausstieg aus der Serie erklärt werden soll – was ist mit Harriet, was ist mit ihrem Leben in Seattle? Eines steht jedoch nach dieser Folge fest: Ich werde April unglaublich sehr vermissen.

Auch Arizonas Happy End scheint nun zum Greifen nahe. Mit Nicole Hermans Rückkehr bringt man die benötigte Auflockerung in diese Episode: Ihre Sprüche, ihr Zynismus und ihre Anzüglichkeiten haben mir wirklich sehr gefehlt und gerade im Zusammenspiel mit Amelia und Arizona war sie großartig. Ich habe keine Sekunde daran geglaubt, dass der Tumor zurück ist, dennoch weist auch diese Storyline tolle Momente im Bezug auf Amelia auf: Ihre Selbstzweifel, Andrews Beistehen (womit er nun Stephanie deutlich ersetzt), Nicoles Erfahrung über Amelias Tumor Bescheid zu wissen und darüber hinaus mit Tom Koracick geschlafen zu haben. Wenn in den nächsten paar Folgen durchsickern würde, dass Tom und Nicole ein Paar wären, zwei der besten und witzigsten Nebenfiguren der letzten Jahre, würde ich mich wirklich freuen.

Aber natürlich geht es hier vor allem um Arizonas und Nicoles Freundschaft, die nicht ohne Grund schon zu einer der besten Beziehungen gekürt wurde. Arizona muss sich mit ihrem Abschied aus Seattle arrangieren und bereits die Szenen mit Webber und Bailey zeigen, wie sehr ihr dieser doch zu schaffen macht. Arizonas Frustration über Nicole, die sich seit ihrer Erblindung nicht mehr gemeldet hat und nun einfach wieder hereinschneit, ist damit verständlich. Doch Nicoles Argument, dass die Erkenntnis, dass sie Arizona unterrichten konnte, sie gerettet habe und dass sie nicht wusste, wie sie Arizona für diese Lebensrettung gebührend danken sollte, leuchtet ein – gerade bei arroganten Frau wie ihr, der es schwer fällt, Gefühle zuzugeben, ist das verständlich. Und nun zu Arizonas Happy End: Denn begeistert von Arizonas Rettungswagenprojekt, bietet Nicole Arizona an, mit ihr eine Fetalchirurgieklinik zu eröffnen und nach Arizonas Bitten wird diese in New York sein. Auch wenn dies ein etwas kitschiges Ende anmutet, so ist das doch ein sehr befriedigendes Ende, das Arizona sich definitiv verdient hat. Auch hier wird mir bewusst, wie sehr ich doch Arizona ins Herz geschlossen habe und vermissen werde.

Kurze Eindrücke

  • Amelias Storyline wird ebenfalls weitergeführt – Betty kehrt zurück. Zwar durchschaut Amelia Bettys Lügen, dennoch nimmt sie sie wieder bei sich auf. Für mich ist das immer noch eine ziemlich potenzialvolle und spannende Storyline, die Amelias Entwicklung vorantreiben kann.
  • Es ist interessant, wie Owen und Amelia Blicke austauschen, als Arizona von Aprils und Matthews Beziehung berichtet. Bedeutet das, was ich denke?
  • Die Szenen mit Meredith und Dereks Haube sowie dem Klebezettel hauen wieder mal so richtig emotional rein. Für Meredith würde mich einfach mal wieder eine emotionalere Storyline in Staffel 15 freuen.
  • Dass Alex und Jo eine Hochzeit feiern werden, die nicht zu ihnen zu passen scheint, erinnert doch stark an Izzies damalige Hochzeitsvorbereitungen für Meredith und Derek.
  • Schön, dass Ben wieder einmal vorbeischaut und Bailey beistehen kann. Auch finde ich Baileys Sorge um Ben sehr berührend, da mit sehr einfachen Mitteln dargestellt. Wie lange aber bleibt Jason George in den Credits der Folge aufgeführt? So ganz verstehe ich das nicht.
  • Generell fällt das doch stark verlangsamte Serientempo auf. Große Entwicklungen und Veränderungen, abgesehen von Aprils und Arizonas Abschiede, scheinen sich nicht wirklich anzubahnen. Das ist doch sehr interessant – werden wir etwa ein ruhigeres und runderes Staffelfinale zu sehen bekommen?


Fazit

Das ist eine dieser Folgen, die bezeichnend für "Grey's Anatomy - Die jungen Ärzte" sind: Eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der unglaublich viele Tränen fließen, aber auch gelacht wird und am Ende ein Gefühl von Hoffnung und Zufriedenheit bleibt. Oder in anderen Worten: Der Abschied von Jessica Capshaw und Sarah Drew hat nun endgültig begonnen.

Lux H. - myFanbase


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Diskussion zu dieser Episode

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