Bewertung: 6

Review: #14.12 Harder, Better, Faster, Stronger

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Nachdem die letzten drei Folgen ein emotionales Pulverfass nach dem anderen präsentiert haben, lässt es diese Folge eher ruhig angehen. Zu ruhig, für meinen Geschmack. Jetzt, wo der Fokus nicht nur ausschließlich auf Jo, April oder Bailey, sondern wieder auf allen Ärzten liegt, scheint man sich die großen dramatischen Momente für später aufzuheben und präsentiert uns eine Art Pilotfolge für den chirurgischen Wettstreit, ausgerichtet und organisiert von April Kepner.

Gerade sie hatte mich zuletzt so unglaublich begeistert und berührt und wurde von Sarah Drew wohl noch sie so herausragend gespielt wie in #14.10 Personal Jesus. In dieser Folge werden uns die Nachwehen dieser Ereignisse präsentiert: April kommt betrunken zur Arbeit, schläft weiterhin mit Vik Roy und benimmt sich auch ansonsten nicht wie ihr fröhliches, sonstiges Ich. Dass die anderen Ärzte dies nicht erkennen oder sich gar besorgt zeigen (Webbers "I've created a monster!" ist allerdings witzig), ist für mich bereits schwierig, doch dass Arizona, Aprils beste Freundin, April überhaupt keine Aufmerksamkeit schenkt und deren Probleme als nichtig abschmettert, ist einfach nur enttäuschend. Die Freundschaft der beiden Frauen hatte immer wieder ihre Aufs und Abs, doch schlussendlich waren die beiden immer füreinander da. Generell ist es auch enttäuschend, dass hier nicht noch stärker auf April eingegangen wird, scheint das für mich immer noch der Handlungsstrang mit dem meisten Potenzial zu sein.

Man kann Arizonas Desinteresse aber auch nachvollziehen, schließlich hat Karin Taylors Tod sie ebenfalls in ein Loch gezogen und dass die USA eine so hohe Rate an Kindbetttoden hat, ist tatsächlich schockierend. Dieses Projekt finde ich bereits jetzt spannend, auch und gerade weil Carina involviert ist. Das Intermezzo mit Owen scheint endgültig vorbei zu sein und wird von Casey treffend als "akward" bezeichnet, womit die Wiedervereinigung dieses Paares einfach nur überfällig war. Arizona und Carina haben wirklich zuckersüßen Szenen miteinander diese Folge, die mich ein wenig über Arizonas sonstiges enttäuschendes Verhalten hinwegtrösten.

Der Contest ist sowieso das große Thema dieser Folge und treibt mehrere neue herausragende chirurgische Ideen voran. Baileys Idee geht dabei ziemlich unter, doch ich mag die Dynamik, die sie mit Levi hat, obwohl seine Ähnlichkeiten zu George immer offensichtlicher werden und es allmählich an der Zeit wäre, ihm einen eigenen Charakter zu verleihen. Bailey scheint es nach den traumatischen Ereignissen der letzten Folge wieder sehr viel besser zu gehen und es tut gut zu sehen, wie sie in dem Contest aufblüht, sie sich gleichzeitig aber immer noch schont.

Ein weiteres, interessantes Team bilden die Averys, die einer alten Freundin von Catherine, um es ohne das nötige medizinische Wissen auszudrücken, eine bessere Vagina verschaffen und damit die Vaginenkonstruktion für transsexuelle Frauen verbessern. Da Catherine Jackson hier quasi zu dieser Teambildung zwingt und ihm immer wieder aufs Neue ein schlechtes Gewissen verpasst, bin ich hier nicht ganz überzeugt, gerade weil Jacksons ursprüngliche Idee ziemlich genial war. Catherine ist zwar stets für einen lustigen Spruch zu haben, doch ihre Bevormundung Jackson gegenüber bleibt ein Problem. Dafür sind die Anfängerin Dahlia und ihre Schwärmerei Jackson gegenüber sowie die gemeinsamen Szenen mit Meredith ziemlich witzig gewesen.

Meredith gefällt mir sowieso ziemlich gut in dieser Folge: Auf der einen Seite führt sie ihre Tradition fort, sich von Kollegen, alten Patienten und Redenswendungen inspirieren zu lassen und entwickelt so ihr Mini-Leber-Projekt (eine ziemlich coole Idee, wie ich finde), auf der anderen Seite steht sie Webber bei, als dessen alkoholkranker Freund im Sterben liegt und ist für Jo eine großartige Freundin. Die Freundschaft dieser beiden Frauen wird auf immer schönere Art und Weise dargestellt – wie selbstverständlich reden die beiden über verstorbenen Ehemänner, tauschen sich über ihre Traumas aus; Meredith kümmert sich rührend um Jo und schreibt, ohne viel Aufhebens darum zu machen, Jos Namen neben ihren auf ihren Antrag. Dass Meredith jedoch, wahrscheinlich unbeabsichtigt, auf diesem gelogen hat und dieses Patent nicht bekommen hat, wird ihr wohl bald einige Probleme bereiten. Ob sie sich aus dieser Misere wieder befreien kann? Immerhin hat dieses Patent Owen seine eigene Teilnahme am Contest gekostet.

Ebenfalls zwei Ärzte, die wohl nicht am Contest teilnehmen können, da ihr Antrag abgelehnt wurde, sind Amelia und Alex. Dabei hätte man es sich doch sehr für sie und ihre so zuckersüße Patientin Kimmie gewünscht, die mir einen Dauerohrwurm von "Maybe this time" bereitet hat. Kimmies Leben ist gefährdet, ihr Tumor bedroht ihr Sprachzentrum und könnte ihr bei einer Operation die Möglichkeit zu sprechen kosten. Hier hat mir Kimmies Großmutter großartig gefallen, die Alex und Amelia zusammenstaucht und ihnen klar zu verstehen gibt, dass sie gefälligst um Kimmie kämpfen sollten. Doch unglücklicherweise wird die Idee der beide nicht angenommen, was mich ziemlich schockiert hat. Ich hoffe inständig, dass Alex und Amelia irgendwas einfällt oder die beiden irgendwie doch noch in den Contest gelangen, denn das kann es doch nicht einfach gewesen sein.

Worauf ich aber bei dieser Storyline verzichten kann? Andrew und Sam. Das Kasperletheater zwischen den beiden ist nicht mal im Ansatz irgendwie mit Chemie aufgeladen, noch scheint auf irgendwas hinauszuführen. Ich dachte, die beiden wären sich einig, dass sie nicht gut füreinander sind? Hier verliere ich immer mehr mein Interesse.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss auf und deswegen habe ich mir Maggie und Richard für das Ende meiner Review aufgehoben. Die Vater-Tochter-Beziehung der beiden hat sich unglaublich weiterentwickelt und in Folgen wie dieser spürt man, wie viel die beiden einander bedeuten und wie innig das Verhältnis zwischen ihnen geworden ist. Wie selbstverständlich machen die beiden gemeinsam einen Salsa-Tanzkurs, da Webber Catherine zu ihrem Geburtstag überraschen will (und obwohl mich diese in dieser Folge eher genervt hat, war das eine unglaublich süße Szene) und wie selbstverständlich vertraut sich Maggie Richard gegenüber bezüglich ihrer Trauer um ihre Mutter an. Dass Richards Projekt schlussendlich von Maggie sogar inspiriert wird und er ihren Kindheitswunsch, mit einem Zauberstab alles wieder gut zu machen, quasi erfüllt, ist hierbei nur das i-Tüpfelchen!

Generell wird Maggie in den letzten Folgen von ihrer besten Seite dargestellt. Auch ihr Projekt, Herzschrittmacher ohne benötigte Batterien zu entwerfen, gefällt mir unglaublich und ich finde es super, dass sie weiterhin datet, wobei ich nicht daran gedachtet hätte, Clive wiederzusehen. Der hat ungefähr das Charisma eines kalten Toastbrots und wird nicht ohne Grund wohl als Anti-Jackson dargestellt. Abgesehen davon, habe ich aber wahrlich nichts an Maggies Storyline zu meckern.

Fazit

Mit dieser Folge wird der Fokus wieder auf alle Figuren gerichtet, was nicht immer zu den wünschenswerten Resultaten führt. Gerade Arizona und Catherine waren mir ziemlich unsympathisch, während das Potenzial für April und Maggie noch lange nicht ausgeschöpft zu sein scheint. Als Einführungsfolge für den chirurgischen Wettstreit funktioniert die Folge allerdings ganz gut und ich bin zuversichtlich, dass die nächsten Folgen wieder mit mehr Höhepunkten auffahren werden.

Lux H. - myFanbase


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