Bewertung: 8

Review: Die halbnackte Kanone (3.03)

Eine weitere Folge der dritten Staffel, die mich mit viel Witz und einer guten Portion Drama vollkommen überzeugen konnte! Verschiedene Beziehungen werden ausgebaut, wiederbelebt oder intensiviert. Und alles im ordentlichen Tempo und mit einer riesigen Schippe Humor, genau wie es sich für Greek gehört!

But Why Can't You Guys Just Date In Your Room?

Es ist wohl schwierig eine geheime Beziehung zu führen, das merken Grant und Calvin zusehends. Die beiden versuchen trotzdem, so etwas wie ein normales erstes Date zu haben, was natürlich nicht ohne Hindernisse ablaufen kann. Gut finde ich, dass Calvin dieses Mal ein wenig Tempo aus der Beziehung nimmt, um so Druck zu vermeiden. Dass Grant gern etwas zügiger voranschreiten würde, bleibt dabei jedoch nicht geheim, auch wenn es komisch ist, da er derjenige ist, der sich noch nicht geoutet hat, und wohl für das größte Problem in der Beziehung der beiden verantwortlich ist. Trotzdem ist es süß, die beiden bei ihrem ersten Date mit schüchternem Händchenhalten zu sehen, das sie dank Ashleighs Einfall fernab vom College verbringen und sich daher in Sicherheit vor Entdeckung wähnen.

Ebenso geht es wohl auch Evan, der im Restaurant seine Geldsorgen lindern möchte. Die Szene, in der sich alle erwischt fühlen, ist einfach zu komisch. Das darauffolgende Gespräch zwischen Calvin und Evan ist dann jedoch etwas ernster und zeigt, dass Evan sich inzwischen wieder mehr um seine Freundschaft zu Calvin bemüht. So lässt er neue Schlösser in die Zimmertüren einbauen, sodass Calvin und Grant auch mal ein paar ungestörte Momente haben können, ohne entdeckt werden zu können. Eine schöne Geste. Nun sind sowohl Calvin als auch Evan in das Geheimnis des anderen eingeweiht und vertrauen sich dabei, wie es Freunde eben tun. Sehr schön!

Nun steht natürlich langsam die Frage im Raum, wie lange Calvin und Grant noch Versteck spielen. Zwar verstehe ich die Bedenken der beiden, doch einfacher macht es eine Beziehung nicht, sich nur heimlich zu treffen. Ich hoffe für die zwei, dass es kein ernsthaftes Problem wird und dass, wenn es schließlich herauskommt, keiner ein Problem damit hat. Evans Reaktion zumindest zeigt, dass es für ihn, den Präsidenten der Verbindung, kein Problem ist, und das ist schon mal ein gutes Omen.

Bite Me, Bitches!

Endlich ist Casey wieder in ihrem Element! Nachdem sie sich etwas aus dem Verbindungsgeschehen zurückgezogen hatte, ist sie nun wieder zurück, wenn auch nur kurz. Gut finde ich, dass man es schafft, sie wieder Teil haben zu lassen, jedoch nicht vergisst, welche Entwicklung sie über den Sommer durchgemacht hat. Und so findet sie einen Weg, den Spaß der Studenten mit einem guten Anlass zu verbinden und so sowohl der ZBZ-Schwester Casey als auch der erwachsen gewordenen Casey gerecht zu werden. Zudem hat man für diese Folge in Katherine einen guten Frannie-Ersatz gefunden, der Casey die Stirn bietet, sie aber im Gegensatz zu Frannie eher motiviert, über sich nachzudenken.

Schön ist auch, dass durch diese Story Evan wieder in Caseys Leben tritt und die beiden, langsam aber sicher, wieder normal miteinander umgehen. Seine Unterstützung für Caseys Idee hätte ich Evan eigentlich nicht zugetraut, doch auch er scheint Interesse daran zu haben, das Verhältnis wieder zu verbessern. Ein Zeichen dafür, dass es die Autoren auch mit der Charakterentwicklung Evans ernst meinen, und das ist ja immer ein gutes Zeichen. Was mich hier etwas stört, ist der romantische Anklang, den die Szenen hatten, denn um ehrlich zu sein, finde ich Casey und Evan als Paar nicht besonders günstig und war ziemlich froh, dass sich dieses Pairing Anfang der ersten Staffel schnell erledigt hatte. Ein bisschen mehr Casey im Land der Verbindungs-Bitches kann ich aber wieder vertragen!

Why Haven't You Just Quit? - Because I'm Not Giving Up!

Schon Ende der letzten Folge gefiel mir, dass Ashleigh Casey verziehen hat, und in dieser Folge wird deutlich, dass das kein Lippenbekenntnis war. Dass Ashleigh noch auf Rebecca sauer ist, ist da schon eher begründet. Auch wenn Rebecca sich wirklich ins Zeug legt und ich es ihr abnehme, dass es ihr leid tut. Seit Frannie weg ist, ist Rebecca zu einem von vielen Mitgliedern von ZBZ geworden. Bleibt zu hoffen, dass sie nicht in der Masse verschwindet und sich etwas findet, mit dem sie Ashleigh besänftigen kann. Dass Rebecca nicht zum ersten Mal so etwas verzapft, ist ein wenig bitter, eigentlich sollte man doch aus Fehlern lernen. Besonders, da sie bei Evan zunächst nicht wusste, dass er vergeben war, bei Fisher jedoch schon.

Auch Fisher tut es leid, doch Ashleigh bleibt auch in dieser Folge hart. Zumindest ihm gegenüber, aber wenn sie sich unbeobachtet fühlt, sieht man ihr an, dass es ihr nicht so leicht fällt, ihren Prinzipien treu zu bleiben. Eine endgültige Entscheidung ist zum Glück noch nicht getroffen, Ashleighs Gewissenskonflikt ist jedoch interessant ausgespielt und wird hoffentlich bald zu einer Entscheidung führen. Ich kann sie auf der einen Seite verstehen, dass es sie verletzt hat und sie Fisher nicht mehr vertrauen kann, doch so recht mag es mir nicht in den Kopf gehen, dass man die Beziehung der beiden dadurch dauerhaft zerstört, zumal ich noch einiges an Potenzial zwischen den beiden sehe. Auch möchte ich jetzt endlich Ashleigh mal in einer Beziehung sehen, nachdem sie immer nur Ratgeber für Casey und Calvin war.

Spitters hunt Jackills!

Auch um Vertrauen ging es in dieser Woche bei Jordan und Rusty, jedoch auf eine etwas verspieltere Weise. Das "Gotcha"-Spiel war eine klasse Idee, die sich ja bereits durch die beiden ersten Folgen der dritten Staffel zog und einiges Schmunzeln verursachte. In dieser Folge wird dem die Krone aufgesetzt, indem gerade die beiden die letzten Spieler sind und einer nun den letzten Schuss machen muss. Zunächst kann Rusty einfach nicht glauben, dass Jordan "Jackill" ist, doch nachdem er es herausgefunden hat und sich gerade darüber beschwert, dass er dachte, Jordan zu kennen, entsteht eine gelungene Matrix-Persiflage: "We need Guns, lots of Guns!" Plastik-Waffen um genau zu sein! Und die kommen ins Zimmer gerollt, eben wie in Matrix. Und dann verstrickt sich Cappie noch in Zweideutigkeiten - grandios: "So you'll need do her before she does you! With your weapon I mean... that shoots... DARTS!"

Daraufhin möchte weder Rusty Jordan, noch sie ihm so recht vertrauen, und die beiden sind sichtlich genervt davon, besonders, da ihre Bodyguards in Form von Rebecca und Cappie nun nicht mehr von ihrer Seite weichen. Schließlich einigen die beiden sich darauf, ihr eigentliches Unterfangen anzustreben. Und das lautet völlig unverblümt: Sex zu haben. Nachdem sie in der letzten Folge von Jordans Vater davon abgehalten wurden, soll dem nun nichts mehr im Wege stehen - auch nicht Gotcha! Da fliegen schon mal Klamotten durch die Küche, und der Zuschauer freut sich, wie herrlich unkompliziert mit diesem Thema umgegangen wird. Dass Jordan nach dem gemeinsamen Techtelmechtel dann doch den Saugnapf an Rustys Kopf versenkt und damit das Spiel für ZBZ entscheidet, spielt dann tatsächlich nur noch eine Nebenrolle. Rustys Kommentar auf Cappies Nachfrage, ob er noch "leben" würde, beantwortete er dann auch entsprechend mit "No, I'm dead and I'm lovin' it!"

Nach dem ganzen Hin und Her am Ende der zweiten Staffel und Jordans mir immer noch schleierhafter Entscheidung, zunächst mit Andy zusammenzukommen, sind die beiden ein recht angenehmes Paar, dem man gern zusieht, wenn sie durch kleinere Höhen und Tiefen gehen. Dabei gelingt es "Greek", auch durch Kleinigkeiten geeignetes Konfliktpotenzial zu schaffen, ohne tief in die dramaturgische Trickkiste zu greifen. So wird das Rad zwar nicht neu erfunden, jedoch wird es für den Zuschauer angenehmer, dem Spektakel zuzusehen.

Fazit

Eine klasse Folge, die zeigt, dass "Greek" zu Recht eine meiner absoluten Lieblingsserien ist. Von ernsthaftem Mitfühlen bis zu mehrmaligem vom Stuhl kippen vor Lachen ist hier einfach alles vertreten! Einzig die sich anbahnende erneute Romanze zwischen Casey und Evan stört mich, deshalb nur acht von neun Punkten. Dass Dale, wie einige andere Charaktere zuvor auch, diesmal nicht dabei war, macht Platz für die anderen Storys und gibt seiner eine verdiente Verschnaufpause.

Christian Bönisch - myFanbase


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