Review der ersten Staffel – You know you love me!

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"Gossip Girl here, your one and only source into the scandalous lives of Manhattan's elite."

Mit diesen Einleitungsworten startet Woche um Woche die beliebte Teen-Serie "Gossip Girl", basierend auf den Büchern von Cecily von Ziegesar, von "O.C., California"-Schöpfer Josh Schwartz und seiner Kollegin Stephanie Savage. Nun ist es an der Zeit, einen Blick auf die vergangene erste, 18-teilige Staffel zu werfen, die schockierte, andere wiederum zu Tränen rührte oder doch eher weniger zufrieden stellen konnte...

Der Cast

Es ist ja immer so eine Sache, eine Serie glaubhaft zu gestalten, ihr einen eigenen Ton zu verpassen, ohne dabei zu aufdringlich zu wirken, aber doch nahe an die Buchserie heran zu kommen. Man kann es sehen wie man möchte, aber schon in dieser Hinsicht konnte die Serie meiner Meinung nach sofort Punkte einfahren. Die Bücher sind so verschroben, oberflächlich, flach und derart krass, dass es nach einer gewissen Zeit etwas unangenehm wird. Die Serie dagegen trägt nicht zu dick auf, geizt aber auch nicht mit skandalösen Storyplots. Überwiegend kommen aber die sympathischen Figuren hinzu, ohne die die Serie in eine ähnliche Richtung wie in den Bücher, einschwenken würde, die hier das Ganze noch abrunden und mit ihren Ängsten, Schwächen und Stärken überzeugen können.

Ein Glück, dass unter Stephanie Savages genauem Auge wirklich nur die Besten gecastet wurden. Mit Leighton Meester wurde eine ganz und gar grandiose Schauspielerin gecastet, die es einerseits draufhat, die schnippische und verzogene Blair sehr gut darzustellen, dabei aber noch zur Genüge in unglaublich emotionalen Szenen – wie zum Beispiel mit der fabelhaften Margaret Colin – zu überzeugen weiß. Wie sie bereits in einem Interview sagte, ist es Ed Westwick alias Chuck Bass, mit dem sie am liebsten arbeitet, was bis nach Hause, übertragen über die Bildschirme, noch sehr deutlich spürbar ist. Im Zusammenspiel ist Westwick genial, aber auch sonst stellt er seinen Charakter ebenfalls glaubwürdig dar - wohl mit allen Facetten, die man einem Schauspieler nur abverlangen kann. Alle Achtung, von diesen beiden wird man wohl auch noch nach dem Ende der Serie so einiges hören.

Blake Lively ist ja so eine Sache. Hat nicht mehr als einen Gesichtsausdruck drauf (die ewige Frage: Handelt es sich hier um einen Roboter oder nicht?), soll – wen es wie auch immer überraschen mag – eine totale Diva am Set sein, die ähnlich wie Shannen Doherty in "Beverly Hills, 90210" oder Kim Cattrall in "Sex and the City" gerne mal den Chef raushängen lässt und ja nicht ohne ihren Co-Star und Partner Penn Badgley die Dreharbeiten starten möchte. Dieses heikle Thema einmal außen vorgelassen, könnte man durchaus sagen, dass die Rolle der im Buch sehr nachdenklichen Serena gut gecastet wurde, wobei einfach erwähnt werden muss, dass Lively im Zusammenspiel mit anderen Schauspielern sowieso viel besser rüberkommt und sich besser einfügt, alleine aber etwas auf der Strecke bleibt. *doppelhust* Den bereits angesprochenen Penn Badgley kann man größtenteils nur loben. Zwar erwartet man auf den ersten Moment, sofern man das Buch gelesen hat, einen fast schon perversen Serena-van-der-Woodsen-Stalker, der jede Minute seines Lebens eine Glimmstange im Mund hängen hat, doch man gewöhnt sich schnell an den "neuen" Dan und charismatischen Schauspieler.

Chace Crawford ist ganz okay, aufgrund seiner lahmen und fast schon bemitleidenswerten Storylines in dieser Staffel lässt sicht dennoch nicht wirklich viel über ihn sagen. Taylor Momsen ist 14 Jahre alt gewesen, als sie begonnen hat, die Serie zu drehen, und obwohl man ihr leichte Unsicherheiten anmerkt, macht sie ihre Aufgabe sehr gut, besonders am Ende der Staffel, als sie die Blair 2.0 gibt und am Ende kräftig auf die Schnauze fällt, aber später mehr dazu... Jessica Szohr ist so eigentlich recht süß, auch in den Interviews (ich sag’ nur Subway *hust*) ist sie unglaublich gelassen, "normal" und sympathisch. Ihre Rolle in der Serie, die anfangs für ein paar Nebenauftritte ausgelegt war, wird im Laufe der Staffel aber nicht wirklich komplexer und es ist bei einer recht guten Schauspielern einfach schade, dass sie nicht zeigen kann, was sie noch alles drauf hätte. Matthew Settle ("Brothers & Sisters") überzeugt jede Sekunde als sorgender und liebender Vater von Dan und Jenny und Kelly Rutherford als Kirsten Cohen, äh... ich meine natürlich Serenas Mutter Lily van der Woodsen macht es ihrem Schauspielkollegen Gallagher, äh... Settle gleich.

Good morning, Upper East Siders...

Nachdem immerhin schon einmal das Casting größtenteils geglückt ist, stellte sich natürlich die Frage, wie die Serie bezüglich der geheimnisvollen Bloggerin umgesetzt wird. Anstatt, dass wir wie im Buch, Einträge im Blog von Gossip Girl über die neuesten Geschehnisse erfahren, lässt Kristen Bell ("Veronica Mars", "Heroes") alias das unbekannte Gossip Girl in der Serie immer wieder schnippische Kommentare über die neuesten Ereignisse fallen, die immer wieder sehr bitter, wahr und doch witzig sind. So in etwa ist es also dasselbe wie im Buch, nur dass die Kommentare immerhin witzig sind... Der Vorspann ist ebenfalls super gelungen, in dem das Publikum an Handlungen erinnert wird, obwohl das selbst natürlich nicht ausreicht, um sofort wieder in die Show einzusteigen, sofern man mal eine Episode nicht gesehen hat, da die Serie ähnlich wie Josh Schwartz' Vorgängerserie "O.C., California" sehr handlungslastig ist und sich so viele Dinge bereits nach einer Folge schon wieder geändert haben könnten.

Herzensangelegenheiten

Es ist unglaublich, was alles in eine vierzigminütige Folge passt - vor allem die Storyline um Blair und Chuck kann punkten. Die beiden sind und werden das absolute Traumpaar der Serie bleiben. Von den Autoren war es ein wirklich genialer Schachzug, gerade die Intrigenspinner, die nach außen hin so gefühlskalt erscheinenden Charaktere der Serie, zusammen zu bringen. Das war nach sechs Episoden auch das Überraschendste, was die Show bis dato zu bieten hatte, die Ausführung in den darauf folgenden Episoden ließen aber etwas zu wünschen übrig (mal von der #1.07 Die Wahrheit kommt ans Licht abgesehen, die restlichen Folgen finde ich nicht überaus nennenswert, da in diesen mehr zum Thema Dan und Serena passiert). Mal taucht Chuck überhaupt nicht auf oder lässt sich nur kurz blicken, bis die Storyline erst wieder in #1.13 Der schmale Grat so richtig gut wird. Chuck lüftet das Geheimnis, dass er und Blair miteinander geschlafen haben und Blair wird zum Gespött der Schule. Am Ende sagt Herr Bass Blair noch, dass er sie angehimmelt hatte, als sie unschuldig war, während er mittlerweile nichts mehr in ihr sieht. Ein großartiger Moment, der mit einem genialen Song unterlegt ist - die Serie hat dabei einen richtig bittersüßen Moment geschaffen.

Besonders nervig ist in dieser Storyline das Beziehungsdreieck mit Nate, Chuck und Blair. Entscheiden kann sie sich nicht. Wenn der eine mal uninteressant wird, muss halt der andere ran... Am Ende der Staffel bin ich einfach froh gewesen, dass "Nate und Blair" so langsam abgehakt wurde und endlich Platz für Chuck und Blair war. Wem hat es am Ende von Season One aber nicht die Sprache vor Entsetzen und vor Enttäuschung wegen der Autoren verschlagen hat, als Chuck und Blair doch nicht gemeinsam als Paar fortgefahren, sondern schnell mal mit einem Typen und einer anderen Frau davon sind? Dass uns die Autoren das einfach so noch am Ende der Staffel hinklatschen, um wohl einen geeigneten Cliffhanger (Hallo?! Von so was darf doch gar nicht die Rede sein!) zu haben, ist zu furchtbar gewesen. Man hätte uns immerhin für eine Folge ihr trautes Glück lassen können. In #2.01 Summer Kind of Wonderful wäre sicherlich noch Zeit gewesen, das gewonnene Glück der beiden wieder zu zerstören...

Die Prinzessin und der Bettelknabe

Dann gäbe es noch Lily und Rufus, die schon lange vor Beginn der Serie etwas miteinander hatten und nach Jahren, als ihre Tochter und sein Sohn zueinander finden, ebenfalls wieder aufeinandertreffen. Dass Lily am Ende der Staffel die Hochzeit mit Bart, Chucks Vater, wirklich durchzieht, hätte ich nie für möglich gehalten, nachdem Lily ihre letzte Nacht unverheiratet mit Rufus verbracht hat. Besonders bitter ist es natürlich, dass Lily die Scharade trotzdem durchzieht, um gut dazustehen (oder so...). Außerdem sei zu erwähnen, dass Lily und Rufus noch in dieser Staffel eine weitere Chance hatten, aber aufgrund der Bitte ihrer Tochter hat Lily damals wieder den Kontakt zu Bart, den sie nach einem Streit nicht wieder gesehen hat, aufgenommen, anstatt zu Rufus zu gehen (Es soll sogar Lily/Bart-Fanclubs geben - dass ich nicht lache...). Im Nachhinein betrachtet, ist das ein wenig lästig, aber darauf muss sich ja jeder selbst eine Meinung bilden.

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