Bewertung: 5

Review: #5.10 Trio

Foto: Matthew Morrison & Jayma Mays, Glee - Copyright: 2014 Fox Broadcasting Co.; Adam Rose/FOX
Matthew Morrison & Jayma Mays, Glee
© 2014 Fox Broadcasting Co.; Adam Rose/FOX

Wir sind erst in der zehnten Episode der Staffel, aber man hat schon das Gefühl, dass hier ein Finale vorbereitet wird. Da man am Ende der vierten Staffel erst bei den Regionals angekommen war, ist es jetzt eben mitten in der Staffel so weit. Das Schuljahr neigt sich dem Ende und die Nationals stehen bevor. Entsprechend steht auch der "alte" Cast absolut im Mittelpunkt der Episode.

"I‘m not ready to say goodbye to you guys."

Tina Cohen-Chang ist etwas panisch, weil sich das Schuljahr dem Ende neigt und sie aus der Erfahrung, wie viel Kontakt sie noch zu Rachel Berry, Kurt Hummel und Co. haben, weiß, dass sich auch ihre Freundschaft zu Blaine Anderson und Sam Evans stark verändern, ja vielleicht sogar auflösen wird. Entsprechend will sie die letzten Tage und Wochen nutzen, damit sie sich keinesfalls vergessen werden. Tina formuliert äußerst wahre Worte und die Gefahr besteht natürlich. Ihre krasse Emotionalität, bei jeder Kleinigkeit gleich in Tränen auszubrechen, nervt als Zuschauer durchaus. Die Jungs bekommen das aber ganz gut in den Griff, insbesondere Sam weiß Tina herrlich abzulenken. Doch damit ist das Thema nicht durch, denn aus der Ablenkung entsteht tatsächlich ein kleines tête á tête zwischen Sam und Tina, dass man aus der Situation heraus so akzeptieren kann. Blaine wird dafür aber mit Becky Jackson allein gelassen, dessen Auftauchen ihm zwar nicht passt, welches aber eine schöne Message mit sich trägt. Auch Becky möchte dazu gehören und feiern. Ich finde es immer wieder toll, wie man dieses dazu gehören wollen in die Serie integriert.

Blaine ist jedenfalls zurecht beleidigt, weil der gemeinsame Abend zerstört wurde. Leider entschuldigt er sich später aber für seine Reaktion, was in Ordnung ist, weil er seine Freunde nicht wegstoßen möchte, aber ich hätte mir eher gewünscht, dass Tina und Sam noch mehr auf ihn zugehen. Jedenfalls einigen sie sich darauf, es besser zu machen als all die Jahrgänge vor ihnen und natürlich werden auch sie das nicht schaffen. Aber das ist eine ganz normale Szene, die auch im echten Leben jedes Jahr passiert und sich zuletzt doch nur ein paar kleine Gruppen wirklich regelmäßig sehen. Aber so ist es eben, wenn ein neuer, bedeutender Lebensabschnitt beginnt. Wenn es da keine Gemeinsamkeit gibt, ist ein Aufrechterhalten des Kontaktes eben kaum möglich. Dass man Artie Abrams bei all dem vergessen hat (bzw. er nicht in den Titel der Episode gepasst hätte), macht man am Ende ein klein wenig wieder gut und liefert noch einen schönen Abschlusssong. Insgesamt wird man diesen Teil der Episode aber nicht wirklich lange in Erinnerung behalten. Dafür waren die beiden Songs zuvor auch nicht eindrucksvoll genug.

"I think, this is the beginning of a beautiful friendship."

In New York geht der Kindergartenstreit (ja, ich würde da Elliotts "This is so High School" noch steigern) zwischen Rachel und Santana Lopez in die nächste Runde. Rachel zieht bei Elliott ein, weil es zufälligerweise auch gerade passt. Santana will Rachel richtig eins auswischen und ist auch weiter auf Stänkern eingestellt, der Rachel mit ihrem Auszug bzw. Rückzug auch nicht entkommen kann. Irgendwie nervt es schon, dass es ihnen nicht möglich scheint, wie erwachsene miteinander zu reden, obwohl Elliott es ihnen eigentlich gut vormacht. Es gibt nur einen kurzen Moment am Ende, wo die Streithühner mal ernsthaft über ihren Ärger reden, doch da werden sie leider unterbrochen und dann war es das auch schon. Insofern ist man kaum einen Schritt weiter, außer dass beide eventuell einsehen, dass sie jeweils selbst Schuld haben. So kindergartenhaft nervend die Storyline ist, so wunderbar überzeugend sind dafür die Songs. Die Rocknummer ist schon toll, "Gloria" ist als Song in Ordnung, Mimik und Gestik sind in dieser "Kampfnummer" dafür einfach herrlich.Als richtige, erwachsene Konsequenz werden Rachel und Santana aus der Band geworfen und Kurt, Elliott und Dani machen ihr eigenes Ding. Das finde ich richtig gut. Der Auftritt stellt dann auch deutlich heraus, dass dieses Trio Spaß und Freude am Singen haben möchte und dieses Zickendrama deshalb ausgrenzte. Richtig so.

"If you are ready to start trying, you need to stop trying."

Eine große Entwicklung gibt es noch an der McKinley High. Emma Pillsbury und Will Schuester versuchen intensiv ein Kind zu kriegen und sind einfach nicht erfolgreich. Sue findet auf ihre derbe und für den Zuschauer belustigende Weise ebenso wie Coach Shannon Beiste auf emotionalere Wiese absolut richtige Worte. Man kann so etwas nicht erzwingen, denn irgendwie ist es auch eine Kopfsache. Will nimmt sich das zu Herzen, was in einem ganz wunderbaren Szenenzusammenschnitt mit einem tollen, mir bis dato unbekannten Song umgesetzt wird. Das passt alles zusammen und die Harmonie kommt gut zur Geltung. Leider funktioniert hier die Zeitebene natürlich nicht richtig, denn mit mindestens einer Enttäuschung, nachdem man zu Beginn der Episode schon auf Termin sein Glück versuchte und nichts erreichte, müssten im allerbesten Falle mindestens zweieinhalb Monate vergangen sein. Das passt natürlich nicht zusammen, ist aber auch eine typische Schwäche der Serie. Statt so eine Geschichte über mehrere Episoden zu erzählen, packt man es einfach in eine einzige rein. Das kann natürlich nicht klappen. Allerdings finde ich es für Will und Emma natürlich absolut schön, dass sie nun ein Kind erwarten.

Fazit

Diese Episode ist alles andere als ein Highlight der Serie. Die grundlegende Entwicklung passt, die Umsetzung ist aber nicht immer angemessen bzw. etwas plump, weil die Charaktere zu wenig Entwicklung durchmachen. Bei den Songs gibt es auch eine breite Spanne von toll bis langweilig, sodass eben am Ende nur Mittelmaß herauskommen kann.

Emil Groth – myFanbase


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