Bewertung: 7

Review: #1.13 Leichte Mädchen

Foto: Morena Baccarin, Firefly - Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
Morena Baccarin, Firefly
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Es ist eine interessante Episode, auch wenn sie sich in allererster Linie wie eine typische "Fall der Woche"-Episode präsentiert. Doch man nutzt die Situation um Nandi, den Zwist zwischen ihren Huren und einem wütenden Möchtegerncowboy geschickt, um die immer noch nicht vorhandene Beziehung zwischen Mal und Inara zu intensivieren.

"I ain't her.

Mal zögert nicht lange, als Inara ihn um Hilfe bittet, einer alten Freundin in ihrem Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit zur Seite zu stehen, und muss auch seine Crew nicht lange bitten, in den Kampf mit einzutreten. Auch wenn Inara stets betont, dass sie eine reine Geschäftsbeziehung mit Mal pflegt, so wird doch dieses Mal schon im Eröffnungsgespräch der beiden klar, dass zwischen den beiden eine gewisse Verbindung herrscht, die sich jedoch keiner von beiden eingestehen will. Dabei ist diese mittlerweile nicht nur für sehr aufmerksame Augen deutlich sichtbar.

Mal findet in der Prostituierten Nandi eine Gesprächspartnerin, die sofort erkennt, dass zwischen Mal und Inara unausgesprochene Gefühle stehen. Zunächst glaubt sie, dass diese Gefühle nur von Mal ausgehen, der auch gar nicht leugnet, dass er in Inara mehr als nur einen Teil seiner Crew sieht. Doch wirklich öffnen kann er sich auch Nandi nicht. Stattdessen flüchtet er sich in eine kurze Affäre mit ihr und schiebt die Situation mit Inara für einen Moment beiseite.

Nathan Fillion und Melinda Clarke haben wirklich eine unglaubliche Chemie in ihren Szenen und es bedarf bei beiden nicht vieler Worte, um zu erkennen, dass die beiden Charaktere auf der gleichen Wellenlänge funkten, ähnliche Sorgen haben und für einen Moment lang nur die Wärme des anderen suchen, um nicht alleine zu sein. Als Mal und Nandi miteinander ins Bett steigen, hat man nicht das Gefühl, dass sie sich hier purer Leidenschaft hingeben, sondern dass sie in diesem Moment einfach nur Nähe suchen.

Die Reaktion von Inara am nächsten Morgen, als sie Mal aus dem Zimmer ihrer Freundin kommen sieht, spricht Bände. Mal versucht sofort sich zu verteidigen, doch Inara tut das Ganze ab, als wäre es für sie die normalste Sache der Welt. Noch immer kann sie es nicht über sich bringen, sich selbst ihre wahren Gefühle für Mal einzugestehen und zieht es vor, einem klärenden Gespräch aus dem Weg zu gehen. Vielmehr gibt sie Mal ihren Segen und macht sich dann noch über ihn lustig. Nur kurze Zeit später, als sie alleine in ihrem Zimmer ist, lässt sie ihrem Schmerz freien Lauf und beginnt, bitterlich zu weinen.

"There's something I should have done a long while ago. And I'm sorry, for both of us, that it took me this long. I'm leaving."

Es ist fast schon schmerzhaft zu sehen, wie diese beiden Charaktere sich nacheinander verzehren, ihre eigenen Probleme jedoch nicht beiseite schieben können, um sich ganz ihren Gefühlen hinzugeben. Sie quälen sich gegenseitig und verschlimmern die ganze Sache untereinander nur noch, indem sie einem klärenden Gespräch immer wieder aus dem Weg gehen. Selbst als Nandi sie beide auf ihre Gefühle anspricht, sind sie nicht in der Lage, einmal die Wahrheit zu sagen.

Nicht einmal Nandis Tod schafft es, dass die beiden ihre Zurückhaltung überwinden können und sich endlich eingestehen, dass sie mehr als nur Geschäftspartner oder Freunde sind. Obwohl Mal zurück auf der Serenity ganz kurz davor ist, sich endlich ein Herz zu fassen. Er setzt sogar schon an, Inara endlich die Wahrheit zu sagen, doch sie erstickt jegliche Annäherung im Keim. Anstatt Mal endlich zu gestehen, dass sie ihn liebt, zieht Inara es am Ende vor, die Serenity zu verlassen. Für sie ist dies nach all dem was geschehen ist, die einzig richtige Entscheidung, doch ich als Zuschauer, der von der Chemie zwischen diesen beiden Charakteren fasziniert ist, verstehe noch immer nicht, warum sie sich so schwer tut, sich Mal zu öffnen. Inara ist und bleibt einer der mysteriösesten Charaktere der Serie und gerade das macht wohl im Moment noch ihre Faszination aus.

"I ain't so afraid of losing something that I ain't gonna try to have it. You and I would make one beautiful baby. And I wanna meet that child one day. Period."

Im Angesicht der Spannungen zwischen Inara und Mal treten die anderen Charaktere deutlich in den Hintergrund, obwohl auch hier unter der Oberfläche ein paar Gefühle brodeln, die sich langsam aber sicher den Weg nach oben bahnen. So wird Kaylee immer frustrierter wegen ihrer Situation mit Simon, der sich ihr immer wieder annähert, nur um im nächsten Moment wieder auf Distanz zu gehen. Dass diese Zögerlichkeit an ihren Nerven zerrt, ist verständlich, doch sie kann sich einfach nicht dazu überwinden, Simon direkt auf seine Gefühle für sie anzusprechen. Stattdessen sucht sie Trost bei Wash, der jedoch ihre Verunsicherung abtut und nicht wirklich auf sie eingeht. Das hilft Kaylee nur überhaupt nicht weiter und so schmachtet sie Simon weiterhin von der Ferne aus an und ist verunsichert, ob sie vielleicht einfach nicht begehrenswert genug ist für ihn.

Auch zwischen Wash und Zoe gibt es einiges, was ungeklärt ist. Zoe wünscht sich ein Baby, doch Wash glaubt, dass sie in die Welt, in der sie momentan leben, kein neues Leben bringen sollten. Es ist eine sehr verzwickte Sache, denn Wash hat auf der einen Seite sicherlich Recht – sie sind ständig auf der Flucht vor der Allianz und leben in den Tag hinein, ohne zu wissen, was die Zukunft für sie bereit hält. Andererseits gibt es wohl niemals die Sicherheit, dass das eigene Leben in geregelten Bahnen verläuft, sodass Zoe schon recht hat, wenn sie sagt, dass es nicht auf die Umstände ankommt, sondern nur auf sie, wie sie das Kind erziehen würden.

Weder bei Kaylee, noch bei Wash und Zoe bewegt sich am Ende irgendetwas, doch immerhin gestehen sich die drei selbst ihre Sorgen und Ängste ein. Das ist schon mal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, auch wenn gerade Kaylee noch lernen muss, sich ein Herz zu fassen und Simon mit seiner Zögerlichkeit zu konfrontieren.

Fazit

Trotz der Spannung versprechenden Ausgangslage ist am Ende nicht der Kampf von Nandi und ihren Mädchen gegen Bösewicht Rance Burgess das, was fasziniert, sondern das leise Spiel zwischen Inara und Mal, die es einfach nicht fertig bringen, über ihren Schatten zu springen und weiterhin lieber sich selbst und den anderen quälen, anstatt einander endlich ihre Gefühle zu gestehen. Dass Inara am Ende die einzige Lösung sieht, die Serenity und damit auch Mal zu verlassen, ist natürlich starker Tobak. Ob Mal dies akzeptiert oder ob er sich endlich ein Herz fasst und das Heft in die Hand nimmt, das ist zu diesem Zeitpunkt nicht absehbar.

Melanie Wolff - myFanbase


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