Es gibt Orte, die gibt es gar nicht – Fiktive Städte in Fernsehserien

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Viele Fernsehserien werden nicht nur maßgeblich von den Charakteren und den Storys geprägt, sondern auch von den Orten, an denen die Handlung spielt. Eine Serie wie "Sex and the City" ist gleichzeitig auch eine Liebeserklärung an die Weltmetropole New York und viele Serien – von "O.C., California" über "CSI: Miami" bis "Boston Legal" – lassen schon im Titel keinen Zweifel daran, welche Orte als Schauplatz dienen. Eine ganze Reihe von Serien spielt jedoch an Orten, die sich in keinem Weltatlas und auf keinem Globus finden lassen. Immer wieder kreieren einfallsreiche Serienmacher neue, unvergleichliche Orte, die mal geheimnisvoll, gelegentlich malerisch und nicht selten ziemlich abgedreht sind. In diesen Städten ist (fast) alles möglich.

Klein, aber gigantisch

In der Regel handelt es sich bei diesen fiktiven Orten um Kleinstädte, die natürlich einfacher nachzustellen sind, als eine von Millionen Menschen und ihren Fahrzeugen belebte Metropole. Zudem wirkt eine fiktive Kleinstadt irgendwo in den USA glaubwürdiger, als eine ausgedachte Weltstadt, die angeblich ebenso groß ist wie Los Angeles, New York oder Miami. Nichtsdestotrotz kennt die Fantasie der Autoren oftmals keine Grenzen, was die Merkmale ihres ausgedachten Städtchens angeht. Die Kleinstadt Sunnydale, in der "Buffy" über sieben Staffeln gegen das Böse kämpfte, bekam gleich mal einen eigenen Flughafen, einen Schiffshafen und eine Universität. Was für die Handlung gebraucht wurde, erschien prompt auf dem Stadtplan.

Auch ein anderes, sehr bekanntes Fernsehstädtchen lässt sich in seinen Möglichkeiten nicht begrenzen. Die Rede ist von Springfield, der Heimat der gelben Zeichentrickfamilie "Simpson", die uns in vielen Jahren TV-Präsenz ans Herz gewachsen ist. Die Kleinstadt Springfield besitzt im Laufe der Zeit unter anderem ein Kernkraftwerk, ein Footballstadion, einen Flughafen, ein Casino, diverse Einkaufszentren und jede Menge Fabriken.

Die Kleinstadt "Eureka", das Zentrum der gleichnamigen Serie, hat zwar keinen öffentlichen Flughafen und besitzt als allgemeinen Treffpunkt nur eine Gaststätte, das Café Diem, doch dafür brechen hier schon mal Raketentürme aus dem Boden, Häuser können sprechen und Einwohner werden geklont. Eureka, die Stadt der Genies, ist das Musterbeispiel eines fiktiven Städtchens, in dem beinahe alles möglich ist.

Wo die Geheimnisse zu Hause sind

In Eureka sind Geheimnisse an der Tagesordnung. Die Einwohner müssen eine Geheimhaltungserklärung unterschreiben, die es ihnen strikt verbietet, Außenstehenden von Eureka zu erzählen. Im Zentrum der Stadt steht das Unternehmen "Global Dynamics", für das ein Großteil der Bürger von Eureka arbeitet. Hier entstehen die neuesten Erfindungen und Techniken auf zahlreichen Gebieten, von Physik über Chemie bis Biologie. Das wirkt sich natürlich auch auf das alltägliche Leben in der Stadt aus, denn High Tech, von der die meisten Menschen noch gar nicht wissen, dass sie bereits existiert, kommt in Eureka regelmäßig zum Einsatz. Nichtsdestotrotz wissen auch in Eureka viele Bürger nicht genau, was sich in den geheimen Sektionen von "Global Dynamics" so alles abspielt. Eureka ist eine geheime Stadt – zum Teil auch für die Bürger selbst.

Zu den berühmtesten fiktiven Orten, in denen sich dunkle Geheimnisse abspielen, gehört die Kleinstadt Twin Peaks, die wir von 1990 bis 1991 in der gleichnamigen Serie kennen lernen durften. In dieser Stadt voller skurriler Menschen und merkwürdiger Ereignisse muss der FBI-Agent Dale Cooper, gespielt von Kyle MacLachlan, den Mord an einem jungen Mädchen aufklären. Hier werden die Abgründe des für Außenstehende so idyllisch anmutenden Kleinstadtlebens gnadenlos aufgezeigt.

Auch für das jüngere Publikum lassen sich Serienmacher zuweilen eine Stadt der Geheimnisse und Kuriositäten einfallen. Von 1991 bis 1992 entstand die Serie "Eerie, Indiana" über den 13-Jährigen Marshall Teller (Omri Katz), der mit seiner Familie in eben jenes scheinbar beschauliche Eerie, Indiana zieht, wo er bald gemeinsam mit seinem neuen Freund Simon (Justin Shenkarow) unheimlichen Vorgängen auf die Spur kommt. Eine Schulschwester, die Kinder hypnotisiert, um ihnen den Humor zu stehlen, Hunde, die sich gegen ihre Herrchen auflehnen, und Gemälde, die zum Leben erwachen, sind nur einige der Überraschungen, die Eerie, Indiana zu bieten hat.

Viel Skurrilität bietet auch die fiktive Kleinstadt Rome, Wisconsin, das Zentrum der Serie "Picket Fences – Tatort Gartenzaun" (1992 bis 1996). In Rome bekommen es die Polizisten um Sheriff Jimmy Brock (Tom Skerritt) nicht nur mit Verkehrssündern und Nachbarschaftsstreitigkeiten zu tun, sondern auch mit perversen Mitbürgern, die in anderer Leute Häuser einbrechen, um dort zu baden, mit Serienkillern, die Hände sammeln, und mit Menschen, die in ihrer eigenen Tiefkühltruhe erfrieren. Die Serie lief in Deutschland auch unter dem Titel "Rome – Stadt im Zwielicht".

Das bereits erwähnte Sunnydale aus "Buffy – Im Bann der Dämonen" präsentierte sich unbescheiden als Amerikas Hauptstadt des Bösen, wo Vampire die Nacht beherrschten, Dämonen ihr Unwesen trieben und die Sterblichkeitsrate rekordverdächtig hoch war, was die Leute aber nicht unbedingt dazu animierte, wegzuziehen. So eine günstige Immobilie am Höllenschlund hatte eben auch ihren Reiz. Am Ende der Serie wurde Sunnydale zwar dem Erdboden gleich gemacht, doch in der Erinnerung der Fans bleibt diese besonders böse Stadt sicher noch lange bestehen.

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