Bewertung: 5

Review: Todesnebel (4.17)

Foto: Colin Ferguson, Eureka - Copyright: 2012 Universal Pictures
Colin Ferguson, Eureka
© 2012 Universal Pictures

In dieser Episode stehen so ziemlich alle Paare im Fokus und bekommen dabei echte Entwicklungen geschrieben. So schwungvoll das auch klingen mag, über einige liebevolle und niedliche Momente kommt die Episode leider nicht hinaus.

I'm going to die on Titan without being there

Die Vorbereitungen für die Reise zum Titan laufen weiter auf Hochtouren und die Kandidaten sollen sich an die äußeren Gegebenheiten gewöhnen. Das hierbei aber ausschließlich Fargo und Holly zu sehen sind und diese dann schon wieder im Team agieren müssen, finde ich jetzt wirklich zu konstruiert. Es gibt doch noch so viele andere Bewerber. Man könnte da ruhig etwas Abwechslung reinbringen und trotzdem noch konsequent das Tête á tête der beiden fortführen. Insgesamt ist das in der Storyline aber nur ein unzureichendes Ärgernis, denn was Neil Grayston und Felicia Day in der Episode zaubern, ist wirklich richtig niedlich. Die unsicheren Blicke sind goldig und Hollys Sex-Lösung ein passender Einfall für das Duo. Fargo ist natürlich überrumpelt und sehr nervös. Dass seine Emotionen ihm der animalischen Lösung im Weg stehen, ist sehr sympathisch und unglaublich passend für den unsicheren Fargo. Trotzdem bleibt es natürlich recht vorhersehbar. Fargos Absage war so missverständlich, dass Holly sauer ist, ihr gemeinsamer Rettungseinsatz schweißt sie dann aber natürlich zusammen und dem Happy End steht jetzt nicht mehr viel im Wege. Insgesamt bleibt es trotzdem eine schöne Storyline mit hohem Niedlichkeitsfaktor, weil die Darsteller überzeugend die Unsicherheiten zum Ausdruck bringen und wunderbare Mimiken und Gestiken präsentieren, die es geschafft haben, dass Fargo und Holly sich zum Traumpaar mausern.

I like saying goodbye to you

Mein Lieblingspaar seit der dritten Staffel sind Zane und Jo. Hier stimmte die Chemie schon immer und gerade das viele Unglück, das Jo auszuhalten hatte, machte die Liebesgeschichte mit ihren Entwicklungen besonders. Jetzt ist es schon seit einiger Zeit Zane, der sehr konsequent versucht, Jo von sich und einer gemeinsamen Zukunft zu überzeugen. Die Chancen stehen eigentlich sehr gut, denn Jo lässt sich immer wieder von ihren Emotionen überwältigen. Doch die Skepsis bleibt groß und irgendwie steht Jos Stolz ihr mächtig im Weg. Zane hat mehr als ein Mal deutlich gemacht, dass er die Zeit mit ihr, die er gar nicht erleben durfte, wieder herbeiführen möchte. Seine Drohung, dass er seiner Wege gehen könnte und man sich nie wieder sieht, erfüllt ihren Zweck aber nur bedingt. Er lockt Jo aus der Reserve, bekommt aber nicht das, was er wirklich will. Gerade im Gespräch mit Fargo könnte man Zane nur umarmen. Mit seiner Coolness versucht er sich nicht so angreifbar zu machen, aber sein zurückgenommener Rat sagt alles aus. Er wünscht sich, dass Jo sich zu ihm bekennt und gesteht, dass sie ihn nicht gehen lassen will. Wie lange lässt Zane die Drohung im Raum, bis er sie umsetzt? Ist das der große Cliffhanger am Ende der Staffel? Es ist eigentlich noch zu lange hin. Diese Episode hat jedenfalls wieder einen großen Schritt gemacht.

Do you want?

Nach dem spontanen Heiratsantrag dreht sich in dieser Episode schon ziemlich viel um die Hochzeit. So richtig zugesagt hat mir dieser Schwerpunkt allerdings nicht. Das liegt auch an Jo, die ihr Happy End in der Liebe zwischen Grace und Henry sucht und sich als überengagierte Hochzeitsplanerin leider etwas disqualifiziert. Das größte Problem bleibt aber wohl, dass ich mit Henry und Grace schon länger abgeschlossen hatte. Das war geklärt. Warum man neben all den anderen Dingen jetzt noch mit der Hochzeit kommen muss, verstehe ich nicht. Es wäre nicht notwendig gewesen. In dieser Episode ist es zwar eine gute Gelegenheit, um noch mal deutlich Henrys Sorgen aufzuzeigen, weil er sich im Konkurrenzdruck zu seinem anderen Ich sieht, doch das kommt eher durch die Hochzeit und die Ringproblematik durch, als dass man vorher schon mal Anzeichen für diese Unsicherheit erkannt hätte. Der Konflikt war mir dann also einfach ein Liebesdrama zu viel. Ich war da wohl auch eher Jos Ansicht. Dieses Paar ist glücklich, hier passt alles. Hier ist ein Happy End, warum das also noch mal so ausreizen? Das Ende war dann nichtsdestotrotz traumhaft und auch der ein oder andere Kommentar zur ersten Hochzeit war ganz witzig. Trotzdem hätte ich diese Story nicht gebraucht.

Dream Team

Da könnte man sich doch lieber mehr Carter und Allison widmen. Diese mussten mit einem Supervisor umgehen, der sich alles angeschaut hat, um zu evaluieren, ob Carter und Allison ein Paar sein dürfen oder ob das mit ihren Jobs nicht vereinbar ist. Mal davon abgesehen, dass ich diese Idee schon dämlich finde, konnte mich der Gastdarsteller auch überhaupt nicht überzeugen. Witzig war hier nur der betont professionelle Umgang zu Beginn. Ansonsten blieb Dr. Hughes nicht nur für Carter ein Störfaktor. Doch es kommt ja noch schlimmer, denn Hughes verkündet dem bewiesenermaßen Dream Team, dass sie nicht zusammen arbeiten dürfen, wenn sie ein Paar bleiben wollen. Wie lächerlich ist das denn bitte? Seit vier Staffeln funktioniert das wunderbar. So sehr überschneiden sich die Arbeitsgebiete nicht (ist ja quasi nicht mal der gleiche Betrieb) und dass emotionale Bindung auch größere Leistungen hervor bringen kann, wird hier vollkommen ausgeklammert. Für mich ist diese Geschichte ein unnötiger Versuch, zwischen das Paar einen Keil zu treiben. Und wenn schon, dann wenigstens auf eine Art und Weise, die nicht so lachhaft ist wie dieses Gutachten. Über den vollkommen unpassenden Moment der Benachrichtigung will ich mich gar nicht erst auslassen.

Titan

Abschließend noch schnell ein paar Worte zur Umwandlung von Eureka zum Planeten Titan. Von der Grundidee ist das eigentlich gut gewesen und es war in der Storyline natürlich ein passender Augenblick. Allerdings erscheint der Part auch sehr konstruiert und in manchen Momenten auch nicht ganz ausgereift. Besonders im Beseitigen der Bedrohung, zuerst im Gewächshaus und dann später in der Stadt, wurde doch sehr oberflächlich gearbeitet. Wie schnell man die Luft doch reinigen konnte, wie schnell alles wieder gut war, weil man an einem Rad gedreht hat, zunächst aber alle zu ersticken drohen. Hier hat man sich keine richtigen Gedanken gemacht, wie die Bedrohung genau aussieht, wie schnell sie zu beheben ist, usw. Schade, dass auch das unausgegoren war, denn so kann diese Episode kein positives Fazit mehr erlangen.

Fazit

Nein, irgendwie ist die Luft etwas raus. Es fehlt das gewisse Etwas. Die Serie läuft so vor sich hin, ist nett anzuschauen, mal niedlich, mal witzig, aber es fehlt mir derzeit an großen Überraschungen und echten Highlights. Dafür gibt es immer wieder kleinere Ärgernisse.

Emil Groth - myFanbase


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