Die Lösung des medizinischen Rätsels - Dr. House und die Diagnosen

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Für Dr. Gregory House sind Patienten und ihre Symptome nichts weiter als medizinische Puzzle, die es zu lösen gilt. Dabei ist vollkommen uninteressant, wer der Patient ist oder welche Wehwehchen sich in seiner Anamnese finden lassen, denn nach House' Meinung lügt jeder Mensch. Krankheiten und ihre Symptome sind das einzige was zählt.

Foto: Hugh Laurie, Dr. House - Copyright: 2008 Fox Broadcasting Co.; Timothy White/FOX
Hugh Laurie, Dr. House
© 2008 Fox Broadcasting Co.; Timothy White/FOX

Auch wenn House brilliant ist, so gleicht seine Diagnosefindung mit Hilfe seiner Kollegen oftmals eher einem Rätselraten. Durch das Ausschlussprinzip werden die üblichen Verdächtigen eliminiert, Diagnosen gestellt und wieder verworfen, Laborbefunde ignoriert und Behandlungen eingeleitet, die die wahrscheinlichste Ursache eliminieren könnten.

In Episode #1.01 Schmerzensgrenzen beispielsweise präsentiert das Team House den Fall einer Grundschullehrerin, die plötzlich vor der Klasse mit einem Krampfanfall zusammenbricht. Zunächst vermuten House und sein Team einen Hirntumor, der jedoch ebenso ausgeschlossen werden kann wie eine Entzündung der Gefäße im Gehirn. Erst nach einigem Kombinationsgeschick, sowie dem Einbruch in die Wohnung des Opfers, stellt sich heraus, dass sie einen Bandwurm im Gehirn hat, der ihre Symptome verursacht.

"It's Never Lupus"

Oft handelt es sich bei den Diagnosen am Ende um durchaus banale Erkrankungen wie Hepatitis C, Masern oder allergischen Reaktionen auf bestimmte Stoffe, die sich jedoch mit ungewöhnlichen Symptomen präsentieren.

Foto: Hugh Laurie, Dr. House - Copyright: 2010 Fox Broadcasting Co.; Justin Stephens/FOX
Hugh Laurie, Dr. House
© 2010 Fox Broadcasting Co.; Justin Stephens/FOX

In Episode #2.16 Sicher genug? bricht eine junge Patientin nach überstandener Herztransplantation mit einer allergischen Reaktion zusammen. Es wird alles mögliche vermutet. Am Ende deutet alles auf einen Zeckenbiss hin, doch bis die Zecke zwischen den Zehen der Frau gefunden wird, dauert es fast die gesamten 45 Minuten der Episode.

Eine mögliche Erkrankung, die bis zu Beginn der vierten Staffel immer wieder auftaucht, ist Lupus erythematodes, auch Schmetterlingsflechte genannt. Hierbei handelt es sich um eine seltene Autoimmunerkrankung, die jedoch so gut wie in jeder Episode als mögliche Diagnose im Raum steht, irgendwann jedoch verworfen werden muss. Die Autoren machten sich einen Spaß daraus, auf der DVD der zweiten Staffel sogar ein Special mit dem Titel "Vielleicht ist es Lupus?" unterzubringen und ein T-Shirt mit der Aufschrift "It's Not Lupus" in den Verkauf zu bringen. In Episode #4.01 Allein schlägt sogar eine Reinigungsangestellte, die House als Sparringspartner dient, die Diagnose "Lupus" vor, woraufhin House genervt antwortet, dass es nie Lupus ist. Erst in #4.08 Blut und Spiele ist es tatsächlich einmal die Schmetterlingsflechte, die die Symptome eines Patienten erklärt. David Shore erhielt von der Lupus Stiftung in Los Angeles sogar den Loop Award dafür, dass er die Erkrankung ins Licht der Öffentlichkeit rückte.

Erst in der achten Staffel kehrt die Erkrankung in das Blickfeld der Ärzte zurück, wird dann jedoch stets sofort wieder verworfen, da es eine schier absurde Diagnose darstelle. Als Ersatz-Falschdiagnose dient zwischen Staffel vier und acht meist die Sarkoidose, eine Erkrankung des Bindegewebes, die in fast jede Episode in Betracht gezogen, aber stets verworfen wird. Nur in #5.22 Grenzen verschwimmen liegt das Team am Ende mit dieser Diagnose goldrichtig.

Wie akkurat sind die geschilderten Fälle?

Foto: Hugh Laurie, Dr. House - Copyright: 2004 FOX BROADCASTING COMPANY; Nigel Parry/FOX
Hugh Laurie, Dr. House
© 2004 FOX BROADCASTING COMPANY; Nigel Parry/FOX

Auch wenn sich die Erkrankungen meist eher mit seltenen Symptomen präsentieren und sich hinter anderen Dingen verstecken, so bewerten Kritiker die medizinischen Fälle an sich überwiegend positiv. Einige Lehrstühle, wie die der Philipps-Universität Marburg, nahmen die Serie bzw. einige Fälle darin sogar in den Lehrplan auf, da die meisten Erkrankungen sorgfältig recherchiert waren und selbst für langjährige Mediziner interessante neue Dinge zu Tage brachten.

Vor allem die Tatsache, dass zwischen banalen Dingen auch seltene Krankheiten einen Raum bekamen, um diskutiert zu werden, wurde positiv gewertet, da so das Bewusstsein für die wenig erforschten und teilweise nicht heilbaren Erkrankungen geschärft werden konnte.

Nur selten gab es Episoden, in denen das Team am Ende die Segel streichen musste, weil sie nicht schnell genug auf die richtige Diagnose gekommen waren. So muss Forman in #6.04 Tyrannen beispielsweise den afrikanischen Despoten Dibala sterben lassen, da er nicht erkannte, dass er Pilzinfektion litt und stattdessen eine Behandlung gegen Sklerodermie einleitete. Dass dahinter jedoch etwas ganz anderes steckt, das wird an dieser Stelle nicht verraten.

Wer jetzt neugierig geworden ist, noch einmal nachzulesen, welche endgültigen Diagnosen in "Dr. House" gestellt wurden oder wer beim Ansehen einer Episode nicht bis zum Ende warten will, um zu erfahren, was hinter den Symptomen des Patienten steht, findet in unserem Episodenguide alle Informationen. Für jede Episode findet ihr in der rechten Spalte, direkt unter den Links eine Auflistung der Diagnose, die am Ende vom Team als die richtige identifiziert wird. ("Enddiagnose")

Melanie Wolff - myFanbase

Hier gehts zum Episodenguide von "Dr. House" mit allen wissenswerten Diagnosen

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