Bewertung: 5

Review: Großer Mann, was nun? (7.10)

Der Fokus dieser Episode liegt auf Erziehungsfragen. Der Patient der Woche schindet in einem Bootcamp einen Problemteenager, der sein eigener Sohn ist, House trainiert Little Miss Cuddy, damit sie es in eine Elite-Vorschule schafft, und Chase bekommt von einer Frau eine Lektion erteilt. Und was lernen wir Zuschauer dabei?

Mir persönlich wird immer schmerzlicher bewusst, wie stetig langweiliger die medizinischen Fälle werden. Inzwischen kommt es mir so vor, als gäbe es nur noch alle zwei bis drei Folgen einen Fall, der auch interessante Szenen bietet und Emotionen weckt. Die Vater-Sohn-Geschichte dieser Episode war Einheitsbrei mit Geschmacksrichtung fade. Ich habe längst schon wieder vergessen, wie jetzt eigentlich die Auflösung war und was House zu seinem allwöchentlichen Geistesblitz gebracht hat. Das Wort "Abnutzungserscheinungen" ist zwar nicht sehr schön, kommt mir aber immer häufiger in den Sinn. Wenn ich da an die erste oder die zweite Staffel zurückdenke, als ich praktisch an jeder Folge ungetrübten Spass hatte ... so wird es wohl nie wieder sein. Schade eigentlich.

Kommen wir zu etwas Positiverem. House in seiner Rolle als Stiefdaddy ist sehr unterhaltsam, auch wenn seine Erziehungsmethoden bestenfalls fragwürdig sind. Da House erkannt haben will, dass Cuddy Tochter Rachel nicht viel intelligenter als eine Scheibe Toast ist, beschließt er, sie zu trainieren, um sie fit für den Vorschul-Aufnahmetest zu machen. Als man in der Vorschule vermutet, dass Rachel unerlaubterweise vorbereitet wurde, zeigt Rachel ein Talent, dass in House zum ersten Mal in seinem Leben so etwas wie Vaterstolz weckt: das Lügen. Cuddy hat von all dem keine Ahnung und das ist auch besser so. Houses negative Einstellung zum Thema Wahrheit belastet die Beziehung ohnehin schon und wenn sie wüsste, dass er hinter ihrem Rücken mit Rachels Zukunft spielt und sie zum lügen erzieht ... nicht auszudenken. Insgesamt eine nette Nebengeschichte, in der Humor dominiert, die aber auch wieder veranschaulicht, dass House im Beziehungsleben eher gegen als mit Cuddy arbeitet. Genau wie im Krankenhausalltag tut er hinter ihrem Rücken Dinge, die sie nicht gutheißen würde. Wann kommt der große Knall?

Die Nebengeschichte um Chase ist im Grunde die ironische Miniaturvariante einer Romantikkomödie: ein Frauenheld klappert seine diversen Eroberungen ab, um die Frau zu finden, die ihm mit Streichen das Leben schwer macht. Dabei findet er heraus, dass Eroberung A nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, Eroberung B noch auf die Highschool geht und Eroberung C einen Freund hat. Als die Frau, die er sucht, erweist sich schließlich eine Dame, mit der er nicht geschlafen hat und die ihm nur mal den Kopf zurechtrücken wollte. Anders als es in einer Hollywood-Lovestory der Fall wäre, ist diese Frau aber nicht Chases große Liebe, denn sie hat keinen Bock, mit ihm auszugehen. Dass die Frau es so leicht damit hat, Chases Leben auf den Kopf zu stellen, verdankt sie dem Umstand, dass er nicht willens oder fähig ist, sich ein vernünftiges Passwort für seine privaten Internet-Accounts zu überlegen. Dabei verdient er seinen Lebensunterhalt damit, Krankheiten zu diagnostizieren, von denen 90% der Weltbevölkerung noch nie etwas gehört hat. Man sollte doch meinen, dass ihm da ein cleveres Passwort einfällt.

Maret Hosemann - myFanbase


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